Beim 2:2 gegen Braunschweig zeigen die Düsseldorfer ungewohnt viele Fehlpässe. Am Sonntag in Aue soll sich das ändern.

Fußball
Nach nicht mal 40 Minuten war das Spiel für Oliver Fink beendet. Mannschaftsarzt Ulf Blecker nahm ihn am Spielfeldrand in Empfang.

Nach nicht mal 40 Minuten war das Spiel für Oliver Fink beendet. Mannschaftsarzt Ulf Blecker nahm ihn am Spielfeldrand in Empfang.

Wolff

Nach nicht mal 40 Minuten war das Spiel für Oliver Fink beendet. Mannschaftsarzt Ulf Blecker nahm ihn am Spielfeldrand in Empfang.

Düsseldorf. Für Friedhelm Funkel ist es eine eindeutige Tatsache: „Wir müssen uns steigern, und wir werden uns steigern.“ Das war kein neuer Satz aus dem Mund des Fortuna-Trainers, im Gegensatz zur Vorsaison meinte er nach dem 2:2 gegen Braunschweig zum Saisonauftakt der 2. Fußball-Bundesliga aber nicht die Offensive. Zwar strahlte Stürmer Rouwen Hennings wenig Torgefahr aus, öffnete aber Räume für seine Mannschaft und war vorne fast immer eine Anspielstation. Zwar kamen auch die Außen zu selten so durch, dass sie gefährlich flanken konnten – die Vorbereitung zum 2:2 war eine löbliche Ausnahme – doch immerhin reichte der Offensivgeist, um zwei Treffer zu erzielen.

Richtige Probleme hatte die Fortuna derweil in der Defensive. Was nicht nur auf die Klasse des Gegners oder das System zurückzuführen war. Dass die zentralen Abwehrspieler teilweise große Probleme hatten, weil sie vom Gegner zu oft mit Tempo angelaufen werden konnten und eins gegen eins standen, lag an den vielen Ungenauigkeiten im Passspiel. Die hätten auch eine Viererkette in Verlegenheit gebracht. „Wenn wir als Mannschaft so viele Fehlpässe im Aufbau, teilweise unbedrängt spielen, bekommt die Abwehr immer Probleme“, sagte Funkel, der der Dreierkette kein schlechtes Zeugnis ausstellte, aber eine gewisse Hektik erkannt hatte. Selbst ansonsten ballsichere Spieler wie Kaan Ayhan waren von den katastrophalen Fehlpässen nicht ausgenommen. Auch Adam Bodzek „verspielte“ eine bessere Leistung, weil er mit seinen langen Pässen fast nie einen Abnehmer fand. Erschwerend kam hinzu, dass ein Ruhepol wie Oliver Fink früh raus musste. Mittlerweile steht fest, dass er eine Gehirnerschütterung hat.

Funkel lobt, dass es sein Team bis zum Ende spielerisch versucht hat

„Jeder einzelne Spieler hat Licht und Schatten gehabt, genau wie unser gesamtes Spiel“, sagte der Trainer, der sah, dass seine Mannschaft im Mittelfeld einen Mann mehr hatte, aber daraus keinen Vorteil ziehen konnte. Zum Ende hatte Funkel auf eine Viererkette umgestellt „Das haben wir zum ersten Mal innerhalb eines Spiels gemacht“, sagte Funkel. „Das zeigt, dass die Mannschaft so etwas drauf hat.“

Derartige Qualitäten hat allerdings nicht nur sein eigenes Team. „Das Spiel war bezeichnend für die Liga. Bis auf das Nürnberg-Spiel (3:0 gegen Kaiserslautern, Anm. d. R) gab es nur enge Ergebnisse“, erklärte Fortunas Cheftrainer. „Deshalb wird es auch künftig in der gesamten Liga viele enge Spiele geben, die bis zum Schluss umkämpft sein werden.“ Darauf müsse man sich einstellen. Und wenn man dann zurückliegt, sollte die Mannschaft wie am Montag weiter spielerische Lösungen bevorzugen. „Der Gegner konnte uns jedenfalls mit der Führung im Rücken nicht ausspielen“, meinte der 63-Jährige. „Wir haben mit viel Herz weiter nach vorne gespielt und die Zweikämpfe energischer und erfolgreich bestritten.“ Nur so habe sich die Möglichkeit zum Ausgleich ergeben.

Werden die richtigen Schlüsse gezogen, ist das Potenzial gegeben, um aus Aue am kommenden Sonntag nicht mit leeren Händen zurückzukehren. Und Funkel hat ja versprochen, dass sich seine Mannschaft steigern wird.

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