Jens Langeneke kommt beim 1:1 zu seinem achten Tor, aber er ist unzufrieden.

Jens Langeneke hadert nach dem 0:1 mit dem Schicksal.
Jens Langeneke hadert nach dem 0:1 mit dem Schicksal.

Jens Langeneke hadert nach dem 0:1 mit dem Schicksal.

Wolff

Jens Langeneke hadert nach dem 0:1 mit dem Schicksal.

Ingolstadt. Jens Langeneke sagt es fast ein wenig trotzig: „Die Konkurrenz interessiert mich nicht, ich schaue nur auf uns.“ Doch der Innenverteidiger der Fortuna wusste ganz genau, dass die Mannschaft mit dem 1:1 beim FC Ingolstadt zwei Punkte liegengelassen hat. Schließlich verpassten es die Düsseldorfer, die Patzer der Verfolger zu nutzen. „Mit dem Punkt muss ich wohl leben. Aber ich hätte jetzt lieber 45 auf dem Konto gehabt.“

Vor allem, weil Langeneke wieder einmal mit einem Strafstoß-Treffer seine Mannschaft auf Kurs gebracht hatte. Wie so oft in dieser Saison. Wenn der 34-Jährige schussbereit am Elfmeterpunkt antrat, stand es entweder meist 0:0 oder gar 0:1 wie am Samstag in Ingolstadt. Bisher war es fast immer die Initialzündung zum Sieg.

„Wir hatten heute gelbe Trikots an, die zwölf anderen auf dem Platz hatten schwarze.“
Jens Langeneke

Diesmal nicht. Mehr als einen Punkt nahmen die Fortunen trotz Langenekes achtem Treffer beim achten Saison-Strafstoß nicht mit. Das analysierte der Vizekapitän beinahe so treffsicher, wie er Elfmeter verwandelt: Drei Dinge stellte er heraus, weshalb es nicht zum Sieg reichte.

In entscheidenden Momenten schlägt die Fortuna nicht zu

Zum ersten vergaben die Düsseldorfer rund ein halbes Dutzend guter Chancen, vor allem die Fehlschüsse von Maximilian Beister und Thomas Bröker gleich nach der Pause blieben den meisten im Gedächtnis. Auch dem Innenverteidiger: „Von diesen entscheidenden Momenten musst du einfach einen ausnutzen, wenn du auswärts etwas holen willst.“

Zum zweiten sei die unnötige Gelb-Rote Karte gegen Mannschaftskapitän Andreas Lambertz rund 20 Minuten vor Schluss entscheidend gewesen – auch wenn Stellvertreter Langeneke seinen Kapitän nicht direkt dafür kritisierte. Besonders bitter: Im Spitzenspiel am Montag gegen Eintracht Frankfurt dürfte die Fortuna den laufstarken Kapitän vermissen. Dann wird Jens Langeneke sein Team auf das Feld führen.

Der Abwehrchef ist mit dem Schiedsrichter nicht zufrieden

Ingolstadt:  Özcan – Görlitz, Gunesch, Biliskov, Schäfer – Ikeng (88. Haas), Matip – Heller, Leitl (88. Bambara), Buchner – Nemec

 

Fortuna: Ratajczak – Levels, Lukimya, Langeneke, van den Bergh (90. Juanan) – Bodzek, Lambertz – Beister (80. Matuschyk), Rösler (75. Jovanovic), Fink – Bröker

 

Schiedsrichter: Tobias Christ (Münchweiler)

 

Zuschauer: 6585

 

Tore: 1:0 (24.) Ikeng, 1:1 (30./Foulelfmeter) Langeneke

 

Gelbe Karten: Leitl, Ikeng / Bodzek (9.), Rösler (8.)

 

Gelb-Rot: Lambertz (68.)

2. Minute Nach Bodzek-Freistoß verpasst Lukimya knapp. 12. Bröker köpft zu schwach völlig frei aufs Tor, Özcan ist noch zur Stelle.


18. Heller wird soeben noch von Langeneke abgeblockt.

 

24. Nach einer Ecke kommt Ikeng frei zum Kopfball – 1:0.

 

29. Christ entscheidet nach einem Foul von Biliskov an Fink auf Elfmeter.

 

30. Langeneke verwandelt sicher zum 1:1.

 

44. Heller kommt ebenso überraschend wie frei zum Kopfball - drüber.

 

48. Eine Kombination über van den Bergh, Lambertz und Rösler endet bei Beister, der frei aus neun Metern über das Tor schießt.

 

75. Langeneke rettet nach Ikeng-Chance vor der Linie.

 

85. Jovanovic spielt sich durch, trifft aber nicht richtig.

 

90. Gunesch vergibt aus fünf Metern.

Michael Ratajczak – vermasselte sich mit dem Fehler beim 0:1 den sonst guten Eindruck.

 


Tobias Levels – fiel zurück in die alten Fehler, ließ sich teilweise zu einfach überlaufen, offensiv wenig effektiv.

 

Assani Lukimya – hatte Gegenspieler Heller nicht so im Griff wie viele andere Stürmerstars der Liga zuvor.

 

Jens Langeneke – schloss im Laufe der ersten Hälfte die zunächst großen Lücken im Deckungsverband. Absolut souveräner Abwehrchef.

 

Johannes van den Bergh – schien etwas übermotiviert und verursachte deshalb unnötige Freistöße auf seiner Seite. Offensiv stärker als zuletzt.

 

Adam Bodzek – spielte so, als hätte es die Winterpause nie gegeben. Starke Leistung.

 

Andreas Lambertz – machte sich durch eine Unbeherrschtheit den Tag kaputt und schwächte das eigene Team.

 

Oliver Fink – spielte unglücklich, verlor mehr Zweikämpfe als sonst und seine Zuspiele kamen nicht oft genug an.

 

Thomas Bröker – schirmte die Bälle gut ab und gewann viele Zweikämpfe. Aber er muss seine Chancen nutzen.

 

Maximilian Beister – zeigte sich läuferisch verbessert, aber ist spielerisch noch nicht wieder der Alte. Nicht immer die richtigen Entscheidungen.

 

Sascha Rösler – zeigte zwei Gesichter. Überflüssige Ballverluste wechselten sich mit genialen Zuspielen ab. Läuferisch stark.
 

„Ich brauche etwas Zeit, ich habe 46 Unterhosen an.“ Norbert Meier, Fortuna-Trainer, zu seiner Beweglichkeit

 


„Es war mehr drin, aber den Punkt müssen wir mitnehmen, jetzt können wir eh nichts mehr dran ändern.“ Adam Matuschyk, Fortuna-Winterzugang

 

„Wir sind hierher gefahren, um zu gewinnen. Vor der Gelb-Roten-Karte hätten wir das Spiel für uns entscheiden können.“ Michael Ratajczak, Fortuna-Torwart, weicht auf die Frage, wie er seine Leistung beim 0:1 einschätzen würde, aus

 

„Wir dürfen den Freistoß nicht gegen uns bekommen, die Zuordnung stimmte nicht, und der Rata ist auch nicht schuldlos.“ Norbert Meier, zur Fehlerkette beim Gegentor

 

„Wenn man die Chancen sieht und wenn man sie dann so fahrlässig vergibt, muss man mit Traurigkeit feststellen, dass wir zwei Punkte verloren haben.“  Wolf Werner, Vorstandsmitglied der Fortuna

 

„Es war uns klar, dass es ein schwerer Auftakt wird.“ Maximilian Beister, Fortuna

 

„Wir haben den Gegner nicht genug beschäftigt.“ Thomas Allofs Vorstandsmitglied der Fortuna
 

Als dritten Faktor, der einen möglichen Sieg gekostet hatte, hatte Langeneke Schiedsrichter Tobias Christ ausmacht. Der Unparteiische habe den Ingolstädtern manchen Freistoß „geschenkt“, der in der Schlussphase noch Gefahr vor das Tor der Gäste brachte. „Wir hatten heute gelbe Trikots an, die zwölf anderen auf dem Platz hatten schwarze.“

Letztlich konnten Langeneke und die Fortunen sich aber auch nicht beschweren, denn Christ hatte ihnen den zumindest von Ingolstädter Seite umstrittenen Elfmeter zugesprochen, den Langeneke verwandeln konnte.

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