Johannes van den Bergh möchte mit der Fortuna möglichst schnell wieder vor einer großartigen Kulisse in der Bundesliga spielen.

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Johannes van den Bergh (vorne) schaltet sich immer öfter erfolgreich in die Offensivaktionen der Fortuna mit ein.

Johannes van den Bergh (vorne) schaltet sich immer öfter erfolgreich in die Offensivaktionen der Fortuna mit ein.

Christof Wolff

Johannes van den Bergh (vorne) schaltet sich immer öfter erfolgreich in die Offensivaktionen der Fortuna mit ein.

Düsseldorf. Es war kurz vor seinem Wechsel zur Fortuna. Da hatte Johannes van den Bergh noch ein prägendes Gänsehaut-Erlebnis. Bei einem seiner seltenen Auftritte in der Mannschaft von Borussia Mönchengladbach spielte er im Frühjahr 2009 vor 80 000 Zuschauern im Dortmunder Westfalenstadion.

„In die erste Liga, da möchte ich gerne wieder hin“, sagt der Düsseldorfer Linksverteidiger mit leicht verklärtem Blick. „Die Fortuna hat dazu eine gute Basis, und mittelfristig werden wir das auch schaffen.“ Gedanken, in der Rückrunde den Abstand zu den Aufstiegsplätzen entscheidend zu verringern, hat van den Bergh zunächst einmal nicht.

„Wir wollen zwar voll angreifen, aber vor allem, um den miesen Start in die Saison nicht zu wiederholen.“ Auch der 3:1-Erfolg gegen Cottbus solle keinen in Sicherheit wiegen. Dabei hat Fortunas Außenverteidiger übrigens einen der besten Flügelstürmer der Liga, den Chinesen Jiayi Shao, kaltgestellt.

Sein Vater und sein Bruder sind ihm die wichtigsten Ratgeber

Der 24-Jährige ist der Dauer(b)renner der Fortuna und wirkte als Einziger in allen Spielen der bisherigen Saison mit. Und nicht nur das, der Linksfuß hat sich kontinuierlich bei der Fortuna gesteigert.

„Es ist auch erst meine zweite richtige Profisaison“, sagt van den Bergh, der sich zwar selbst gut einschätzen kann, aber bevorzugt auch auf Kritik seines Vaters und seines Bruders hört, „die nichts beschönigen, wenn ich mal schlecht gespielt habe“.

21. November 1986 in Viersen.

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Lukas van den Bergh (22), Ex-Spieler von Fortunas zweiter Mannschaft, spielt inzwischen beim Wuppertaler SV und ist ein wichtiger Ansprechpartner für den Bruder. „Wir sind jedoch völlig unterschiedlich, er spielt rechter Verteidiger, ich linker“, sagt van den Bergh schmunzelnd.

Am Sonntag soll in Berlin so lange wie möglich hinten die Null stehen

Seine spielerische Weiterentwicklung ist auffällig, denn vor allem an gefährlichen Vorlagen haperte es bei Ihm in der vergangenen Spielzeit. „Ich war unzufrieden, weil meine Flanken nicht wirklich gefährlich waren“, sagt der 24-Jährige selbstkritisch. „Das ist eigentlich eine Stärke von mir, und deswegen freue ich mich, dass ich zuletzt mehrere Tore mit meinen Flanken vorbereiten konnte.“

Beim Gastspiel am Sonntag in Berlin soll das wieder klappen. „Wenn ich an das Hinspiel denke, in dem wir die ersten 20 Minuten überlegen waren, sollten wir etwas mitnehmen können“, sagt van den Bergh. „Wir müssen nur so lange wie möglich hinten die Null halten. Vorne sind wir immer für ein Tor gut.“

Van den Bergh ist fest davon überzeugt, dass seine Mannschaft spielerisch vor allem gegen Gegner wie die Hertha noch zulegen kann. Die Sicherheit habe sich durch Erfolgserlebnisse eingestellt. „Und wir konnten in der schwierigen Phase zum Saisonstart ganz wichtige Erfahrungen sammeln“, sagt van den Bergh. „Damit werden wir wachsen.“

Und mittelfristig wieder vor 80 000 Zuschauern in Dortmund antreten – oder wohl besser vor 55 000 Fans in der heimischen Arena. „Die Rückendeckung und die Unterstützung der Fans hatten uns in der Krise schon sehr geholfen.“

Vielleicht bleibt dann die Gänsehaut nach dem ersten Sieg (3:2) dieser Saison in Osnabrück doch nicht die schönste in der Karriere von Johannes van den Bergh. Am liebsten wäre ihm in Zukunft ein Erfolgserlebnis gegen seinen alten Klub aus Mönchengladbach und seinen Kumpel bei Borussia, Tobias Levels.

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