Doch Fortunen halten sich mit großen Versprechen zurück.

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Marco Christ (vorne) stimmt nach dem Sieg gegen Ahlen die „Sieger-Humba“ an, gemäß der Herkunft des Fortunen in fränkischem Dialekt.

Marco Christ (vorne) stimmt nach dem Sieg gegen Ahlen die „Sieger-Humba“ an, gemäß der Herkunft des Fortunen in fränkischem Dialekt.

Christof Wolff

Marco Christ (vorne) stimmt nach dem Sieg gegen Ahlen die „Sieger-Humba“ an, gemäß der Herkunft des Fortunen in fränkischem Dialekt.

Düsseldorf. Marco Christ strahlte als wären für ihn Aufstieg, Weihnachten und Geburtstag auf einen Tag gefallen. "Das ist mir doch ganz gut gelungen", sagte der Mittelfeldspieler Fortuna. Doch Christ meinte wenige Minuten nach dem Abpfiff der Zweitliga-Begegnung am Freitag nicht etwa den 4:0-Erfolg seiner Mannschaft und seine gute Leistung. Vielmehr ging es ihm um seine Gesangskünste. Denn ausgelassen wie selten zuvor feierte er - bestimmt deshalb, weil er zum ersten Mal die Sieger-Humba anstimmen und die Fans dirigieren durfte.

Christ hatte mit seinem Freistoß die Vorarbeit zum wichtigen ersten Treffer nach einer halben Stunde geleistet. "Bis dahin war es nicht so gelaufen und auf dem Platz und den Rängen ein wenig unruhig geworden", erklärte Christ. "Nach dem 1:0 wurde es dann besser." Es wurde viel besser, die drei weiteren Fortuna-Tore und die souveräne Defensivarbeit, die keine Chance des Tabellenletzten zuließ, entschädigte für die Enttäuschungen des Augsburg-Spiels.

Erneut zeigte sich, wie wichtig ein frühes Tor für die Fortuna ist. Immer wenn das den Spielern von Norbert Meier gelang, wurde auch gewonnen. Nur in Fürth bei der umstrittenen 1:2-Niederlage klappte das nicht. Aber bei den beiden Auswärtssiegen in Kaiserslautern (2:1) und Ahlen (4:1) zeigte es sich, wie sicher die Fortuna mit einer eigenen Führung im Rücken steht. "Auch diesmal haben wir uns bis zum Führungstor schwer getan", sagte Fortunas Trainer. "Das war aber dann wie eine Befreiung."

Torsten Oehrl hat gegen Ahlen nicht nur ein gutes Auge bewiesen

Kamen zuletzt nach überzeugenden Heimsiegen immer wieder Kommentare der Spieler, dass man sich für das nächste Auswärtsspiel ganz besonders viel vornehme, hielten sich Fortunas Kicker diesmal offensichtlich ganz bewusst zurück. "Wir freuen uns, dass wir 40 Punkte haben, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen", sagte etwa Sebastian Heidinger, der Torschütze zum 4:0.

Johannes van den Bergh ließ sich zu dem eher bescheidenen Wunsch hinreißen: "In Aachen wollen wir unsere schwarze Auswärts-Serie endlich beenden." Hoffnungen, dass dies tatsächlich passiert, gab auch die zumindest nach seinem ersten Saisontreffer (für Fortuna) starke Leistung von Torsten Oehrl. Zweimal bewies der Bremer ein gutes Auge und setzte seine Mitspieler Martin Harnik vor dem 3:0 und Heidinger vor dem 4:0 prächtig in Szene.

Das 2:0 hatte er selbst mit einem platzierten Schuss aus 20 Meter selbst erzielt. "Wenn wir das Gleiche abrufen wie gegen Ahlen, bestehen wir auch in Aachen", sagte Oehrl. Und wenn er dann erneut trifft, könnte es ja tatsächlich mit dem ersten Punktgewinn seit dem 1:1 in Paderborn am 15. Januar in der Fremde klappen.

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