Fortuna zeigt im Trainingslager einen Aufwärtstrend. Neuzugänge melden Ansprüche an.

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Die Schlussansprache von Norbert Meier im Trainingslager in Marbella.

Die Schlussansprache von Norbert Meier im Trainingslager in Marbella.

Christof Wolff

Die Schlussansprache von Norbert Meier im Trainingslager in Marbella.

Düsseldorf. Mit einem kurzen, aber heftigen Applaus der Spieler für Trainer und Funktionsteam ist am Donnerstag das Trainingslager von Fortuna Düsseldorf in Marbella zu Ende gegangen. Bis auf das Innenverteidiger-Problem äußerte sich Trainer Norbert Meier sehr zufrieden mit den neun Tagen Aufbauarbeit – bei nahezu idealen Bedingungen.

Die Stimmung in der Mannschaft

Wenn eine Mannschaft so lange aufeinander hockt, bleiben kleine Reibereien im Normalfall nicht aus. Aber selbst davon war nichts zu bemerken. Kleinere Differenzen während des Testspiels gegen Mainz (0:3) sind mit den Problemen im Defensivbereich begründet. „Die Stimmung war sehr gut, wir konnten die Spieler intensiv belasten“, sagte Meier. „Wir wollen, dass die Spieler gerne zum Training kommen.“ In Marbella schien das erfüllt.

Die neuen Spieler

Es sieht so aus, als habe sich die Fortuna in der Offensive ideal verstärkt. „Wuschelmaus“ (Originalton Meier) Genki Omae deutete an, dass er nicht allein als wendiger Angreifer auf Außen agieren kann. Der Japaner könnte auch hinter den Spitzen seine Aggressivität und seine Passgenauigkeit ausspielen.

Mathis Bolly ist extrem schnell und wird zu Recht „Usain“ genannt. Sein direkter Zug zum Tor macht ihn zu einem idealen Konterspieler. Von ihm dürfen die Fans einiges erwarten, wohl vor allem als Joker. „Beide haben ihre Ansprüche angemeldet. Und wir halten weiter die Augen auf, ob wir uns noch verstärken können“, sagte Fortunas Trainer.

Manager Wolf Werner sah sich noch einen Spieler in Portugal an, diese Reise aber habe sich nicht gelohnt. „Vielleicht ist es auch besser so, sonst müssten wir noch einen Dolmetscher mitspielen lassen“, sagte Werner, dem sogar Owen Hargreaves (ehemals FC Bayern) angeboten wurde.

Die Testspiele in Spanien

Nando Rafael freute sich über ein Ständchen beim Training. Der Angolaner feierte am Donnerstag seinen 29. Geburtstag. Am Vorabend hatte die Mannschaft in einem Restaurant in Marbella gemeinsam zu Abend gegessen.

Fortuna trainiert bereits heute wieder in Düsseldorf. „Es bleibt uns einfach zu wenig Zeit, und eineinhalb Tage Pause können wir uns derzeit nicht leisten“, sagte Trainer Norbert Meier. Während die Fortunen das Marbella Football Center verlassen, sind dort Feyenoord Rotterdam und Celtic Glasgow die neuen Trainingsgäste.

„Alle haben gesehen, wie wichtig dieses erste Tor gegen Mons war“, sagte der Trainer, der froh war, dass seine Mannschaft die Heimreise mit einem positiven Erlebnis antreten konnte. „Da hat dann auch wieder alles gepasst: Wir waren aggressiv, standen kompakt, haben den ballführenden Gegner unter Druck gesetzt und hatten unsere Möglichkeiten.“ Qualitäten, die im ersten Test gegen Mainz kaum zu sehen waren. Sobald der Einsatz nachlässt oder die Ordnung verloren geht, passt es nicht bei Fortuna.

Die Verletztenmisere

„Diesmal haben wir nicht das Glück der vergangenen Jahre“, befindet Wolf Werner im Hinblick auf die hohe Zahl an Spielern, die das Trainingslager nicht durchziehen konnten. Neben den zu Hause geblieben Langeneke und Soares mussten Andrey Voronin (Nasenbeinbruch) und Ronny Garbuschewski (Muskelzerrung in der Hüfte) vorzeitig nach Düsseldorf abreisen. Robbie Kruse (Rücken) und der Spanier Juanan (Bandscheiben) sind ebenfalls nicht fit. Meier: „Wir sind schon ziemlich gebeutelt.“

Die Gewinner und Verlierer

Neben den beiden Neuen zählen vor allem Ivan Paurevic und Ken Ilsø zu den Gewinnern der Vorbereitung. Paurevic rutschte dank seines Engagements und einer Steigerung im spielerischen Bereich näher an die Mannschaft. Ilsø zeigte im zweiten Test seine Wichtigkeit, war an drei von vier Toren beteiligt.

Nando Rafaels Aufwärtstrend war sichtbar. Verlierer gibt es eigentlich nicht. Stelios Malezas allerdings scheint noch psychisch beeinträchtigt. „Er hat die beiden Verletzungen noch im Hinterkopf“, sagt Meier. Kaum Chancen auf Berücksichtigung hat André Fomitschow.

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