Der neue Sportvorstand arbeitet mit Trainer Köstner die mentalen Probleme des Zweitligisten auf.

Helmut Schulte

Christof Wolff

La Manga. Der Chef empfängt in der Royal Lounge des Mannschaftshotels. Daraus könnte man Schlüsse ziehen, aber Fortuna Düsseldorfs neuer Sportvorstand lässt das so nicht stehen: „Ich finde es hier einfach nur gemütlicher als in der Lobby“, sagt Helmut Schulte.

Es würde auch nicht zu dem 56-Jährigen passen. Viel lieber als in edlen Lounges sitzt Schulte ohnehin in Kaffeehäusern. In Wien, als er noch bei Rapid Manager war, war das Café Schwarzenberg sein Stammhaus. In Düsseldorf, wo Schulte noch im Arena-Hotel wohnt, ist er auf der Suche nach etwas adäquatem. „Das Café Florian an der Nordstraße ist nett, aber mit einem Kaffeehaus nicht zu vergleichen.“ Der neue sportliche Leiter des Fußball-Zweitligisten findet, dass Kaffeehäuser eine tolle Institution für Menschen sind. Um sich kennenzulernen.

Das hat auch Schultes Woche im Trainingslager im spanischen La Manga geprägt: das Kennenlernen. Jeden Morgen spazierte er mit seinem Kollegen Wolf Werner – den er offiziell erst Anfang April verantwortlich ablöst – zum Trainingsplatz. Werner redet und gestikuliert, Schulte hört zu. Er wird in die Geheimnisse der Fortuna eingeweiht. „Wolf versucht das zumindest, ich komme aber auch ab und an zu Wort“, sagt Schulte.

„Ich hatte die Chance, ein Gefühl für Verein, Mannschaft und Trainer zu bekommen. Habe viele Gespräche geführt.“ Zudem arbeite man ohnehin das ganze Jahr an der Frage: „Wer könnte uns noch stabiler machen?“ Linksverteidiger Heinrich Schmidtgal und Defensiv-allrounder Adam Bodzek, die nach jeweils drei Monaten Pause wieder im Training sind, zählt Schulte daher auch als „Neuzugänge“.

Platz drei? Ambitionierte Ziele findet Schulte in Ordnung

Ansonsten hat der in Olpe geborene Sportvorstand eine Fortuna angetroffen, die „das Vertrauen in sich selbst verloren“ hatte. „Daran, das zu ändern, arbeitet der Trainer jetzt. Und ich habe das Gefühl, dass alle mitziehen.“

Positiv sollen die letzten 15 Spiele der Saison gestaltet werden. Schulte gibt das Motto vor und wird philosophisch: „Diese Spiele sollen der Anfang einer Zeit der Fülle werden. Eine Zeit, gefüllt mit vielen Punkten.“ Passend, empfanden doch viele Fans nach dem Jahr 2013 eine gewisse Leere.

45 Punkte können die Düsseldorfer noch holen, sogar Platz drei ist möglich. Verteidiger Tobias Levels sagte jüngst, er wolle diesen noch erreichen. Schulte findet das in Ordnung: „Besser, Spieler setzen sich ambitionierte Ziele, als ganz kleine, die man dann nicht mehr sieht.“

Alles kann, nichts muss bei Fortuna. Schulte redet nicht vom Aufstieg, dazu ist er viel zu sehr „Analyst und Pragmatiker“, wie er sagt. „Jedenfalls bin ich ganz bestimmt kein Kaffeehaus-Manager.“

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