Dani Schahin hat sich bei Fortuna etabliert. Mit gerade 23 Jahren ist er erst am Karriere-Anfang.

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Dani Schahin ist der torgefährlichste Angreifer der Fortuna.

Dani Schahin ist der torgefährlichste Angreifer der Fortuna.

Und plötzlich krachte es, als der Fortuna-Mannschaftsbus auf der Autobahn bei Marbella die falsche Ausfahrt genommen hatte und deshalb zurück in den Kreisverkehr gelenkt wurde. Dabei übersah der Busfahrer wohl das Vorfahrtsschild, und es wurde umgerissen. Der linke Seitenspiegel des Busses wurde auch noch abgerissen. Die Guardia Civil konnte den Unfall aus nächster Nähe verfolgen. Die Fortuna-Profis wurden in Kleinbussen zurück ins Hotel gebracht.

Christof Wolff, Bild 1 von 2

Dani Schahin ist der torgefährlichste Angreifer der Fortuna.

Düsseldorf. Dani Schahin ist stolz. Stolz auf eine Zeitungsente. „Geil, aber ich weiß ehrlich gesagt nichts von einer Anfrage“, sagt der Stürmer von Fortuna Düsseldorf mit einem breiten Grinsen. Dennoch fühlt sich der 23-Jährige geehrt, dass sich angeblich Lazio Rom bei ihm zwecks einer Verpflichtung gemeldet haben soll. „Ich habe mir dann schon vorgestellt, wie toll es wäre, dort irgendwann einmal zu spielen.“

Aber auch er selbst hat davon nur aus der Zeitung erfahren.“ Dass sein Berater von den Römern kontaktiert worden sei, konnte Schahin also nicht bestätigen. „Es ist schon eine Ehre, wenn mein Name mit einem solchen Verein in Verbindung gebracht wird“, sagt Schahin und kommt von dem Thema so schnell nicht weg. „Auf der Titelseite mein Name und dann noch Lazio Rom.

Das ist schon eine Bestätigung, dass ich in der Hinrunde der Bundesliga nicht ganz so schlecht gespielt haben kann.“ Mit einem feierlichen Gesicht verspricht Schahin anschließend jedoch, auf dem Boden zu bleiben.

In Fürth musste er sich mit der Rolle eines Ersatzspielers begnügen

Dabei war es am Anfang bei Fortuna nicht gerade einfach für einen Spieler, der beim Zweitligisten in Fürth nicht über die Rolle des Ersatzspielers hinausgekommen war. Allerdings habe ihn die neue Mannschaft von Anfang an akzeptiert. „Natürlich musste ich mir bei Fortuna erst einmal etwas erarbeiten“, erklärt Schahin. „Und ich war sehr enttäuscht, in Lotte vor 300 Zuschauern spielen zu müssen und nicht zum Kader beim ersten Pflichtspiel in Burghausen zu gehören, obwohl ich gut drauf war.“

Doch das Blatt hatte sich dann schnell für den jungen Angreifer gewendet. In Augsburg eingewechselt wurde er mit seinen zwei Treffern zum Matchwinner. „Ich habe dem Trainer geglaubt, der von mir Geduld gefordert hat. Und Gott hat mir in Augsburg dann das Glück runter geschickt, und es hat gepasst“, sagt Schahin, der sich als gläubiger Mensch bezeichnet.

Mit Testspielen in Trainingslagern hat die Fortuna in der Vergangenheit nicht immer Glück gehabt. Oft regnete es in Strömen wie schon oft genug in Maria Alm im Sommer oder die Gegner sagen kurzfristig ab. Das ist diesmal wieder passiert. Der Test nächste Woche (9. Januar) gegen den 1. FC Nürnberg wurde abgesagt. Immerhin konnte die Fortuna einen Ersatz finden. Royal Mons aus der ersten belgischen Liga wird am Mittwoch (16 Uhr) gegen den Aufsteiger aus Düsseldorf antreten. Zwei Bundesligisten sind dann morgen unter sich. Die Fortuna trifft dann ebenfalls um 16 Uhr auf den FSV Mainz 05, der ein paar Steinwürfe weiter nördlich an der andalusischen Küste sein Winterquartier bezogen hat.

Robert Almer ist inzwischen in Marbella angekommen. Der österreichische Torhüter stieß gestern am späten Nachmittag zu seiner Mannschaft. Zum Training kam er zu spät, aber das Abendessen konnte er gemeinsam mit seinen Mitspielern einnehmen. „Ich hatte ein hartnäckige Viruserkrankung, die in Österreich wohl nicht nur mich betroffen hat“, erklärte Fortunas Torhüter, der sogar für zwei Tage ins Krankenhaus musste, weil ihm seine Gliedmaßen nicht mehr so richtig gehorchten. „Jetzt bin ich aber wieder fit und hoffe schnell wieder Anschluss zu finden“, meinte Almer.

Nach dem guten Start habe er schon gehofft, nach der Hinrunde vielleicht sogar zehn Treffer auf seinem Konto zu haben. Doch nach einer Schwächephase der ganzen Mannschaft sei das fünfte Saisontor im letzten Hinrunden-Spiel gegen Hannover für ihn eine Erlösung gewesen. „Ich bin schon als einziger Stürmer sehr auf die Unterstützung der Mannschaft angewiesen, sonst hänge ich in der Luft“, meint Schahin. „Dann denkt man schon, das ist das fünfte, das ist das sechste Spiel ohne eigenes Tor. Deshalb löste dieser Treffer so eine Erleichterung bei mir aus.“

Eine bessere Ordnung im Team verspricht auch bessere Resultate

Mit dem Erfolgserlebnis könne er positiv in die Zukunft schauen, weil sich auch die Mannschaft entwickelt habe. „Wir sind einfach cleverer geworden, auch wenn immer noch kleinere Fehler vorkommen.“ Die bessere Struktur im Spiel zeige ihm an, dass eine bessere Ordnung auch künftig gute Resultate verspricht. „Wichtig ist, dass wir nach der Winterpause gut aus den Startlöchern kommen und Augsburg schlagen.“ Wenn dann weitere Schahin-Tore dazukommen, wird sich vielleicht doch noch der ein oder andere namhafte Interessent tatsächlich bei Schahin melden.

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