Fortunas Trainer wird auf der einen oder anderen Position auf sein Bauchgefühl hören – insbesondere im Offensivbereich.

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Adam Bodzek (l.) wird in Sandhausen in der Startelf stehen. Die Chancen von Ihlas Bebou (r.) stehen ebenfalls gut, doch Jerome Kiesewetter ist eine echte Alternative.

Adam Bodzek (l.) wird in Sandhausen in der Startelf stehen. Die Chancen von Ihlas Bebou (r.) stehen ebenfalls gut, doch Jerome Kiesewetter ist eine echte Alternative.

Christof Wolff

Adam Bodzek (l.) wird in Sandhausen in der Startelf stehen. Die Chancen von Ihlas Bebou (r.) stehen ebenfalls gut, doch Jerome Kiesewetter ist eine echte Alternative.

Düsseldorf. In seinem Kopf hat Friedhelm Funkel sein Team für den Saisonauftakt in der 2. Fußball-Bundesliga bereits aufgestellt. „Durch Kleinigkeiten kann die aber schnell noch verändert werden“, sagte der Trainer der Fortuna am Donnerstag. „Wenn alle gesund bleiben, steht die erste Elf aber fest.“

Ohnehin dürften nach den Eindrücken aus Testspielen und Trainingseinheiten die meisten Positionen für das Auswärtsspiel beim SV Sandhausen bereits seit dem vergangenen Wochenende vergeben sein. Neben Michael Rensing gab Funkel zumindest einen Namen ohne Wenn und Aber preis: „Adam Bodzek ist fit. Er wird daher von Anfang an spielen.“

Im linken Mittelfeld könnte es eine Überraschung geben

Auf einigen Positionen wird der 62-Jährige nach eigener Aussage auf sein Bauchgefühl hören. Das dürfte vor allem für die offensive Außenbahn auf der rechten Seite gelten. Dort spielten Ihlas Bebou und Jerome Kiesewetter eine überzeugende Vorbereitung. Vor allem Bebou, der bis zuletzt mit einem Vereinswechsel geliebäugelt hatte, zeigte sich im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert. „Er ist in den Testspielen weitgehend positiv aufgefallen. Ich habe nichts dagegen, dass er bei uns bleibt“, erklärte Funkel.

Für eine Überraschung könnte der Fußballlehrer im linken offensiven Mittelfeld sorgen. „Axel Bellinghausen und Marlon Ritter sind die Kandidaten. Oder vielleicht sogar jemand anderes“, gab sich Funkel geheimnisvoll.

Immer wieder hatte der Cheftrainer in den vergangenen Wochen betont, dass er jeden seiner verfügbaren Feldspieler bedenkenlos einsetzen würde. Dennoch wird es morgen den ein oder anderen Härtefall geben, da Funkel vier Kandidaten streichen muss: „Wer es für Sandhausen nicht in den 18er-Kader schafft, der ist nicht automatisch hinten dran. Die Entscheidung ist nicht einfach. Aber wer nicht dabei ist, soll hart weiterarbeiten. Enttäuschungen gehören zu diesem Geschäft dazu. Mir würde es nur nicht gefallen, wenn sich jemand deswegen hängen lässt.“

In der vergangenen Saison gelang es der Fortuna nicht, gegen Sandhausen ein Tor zu erzielen. Das Heimspiel ging ebenso mit 0:1 verloren wie das Auswärtsspiel, nach welchem Marco Kurz als Trainer von seinen Aufgaben entbunden wurde. Wie die Fortuna (Kerem Demirbay, elf Tore) musste auch der SVS den Abgang seines erfolgreichsten Torjägers kompensieren. Aziz Bouhaddouz (neun Treffer) schloss sich dem FC St. Pauli an. In den acht bisherigen Duellen gab es noch kein Unentschieden (jeweils zwei Heim- und Auswärtssiege).

Friedhelm Funkel äußerte sich bei der Frage nach den Favoriten in der 2. Bundesliga eindeutig. „16 Mannschaften halte ich für fast ausgeglichen. Nur Stuttgart und Hannover nicht. Wenn der VfB und 96 nichts verkehrt machen, sind das die Aufsteiger eins und zwei. Beide haben gut investiert und sind auf Strecke gesehen zu stark. Sonst lege ich mich nicht so klar fest. Aber das sind die Favoriten“, sagte der Fortuna-Trainer.

Rund 2000 Anhänger der Fortuna werden morgen in Sandhausen erwartet.

Den Auftaktgegner hat Uwe Klein mehrfach beobachtet. Funkel beschreibt den SVS als äußerst variable Mannschaft, die in verschiedenen Systemen auflaufen kann. „Wir kennen die Spieler. Teilweise ja auch noch aus den Duellen der vergangenen Saison. Wir selbst wissen noch nicht, wo wir stehen, aber der Gegner ebenso nicht“, sagte der Trainer.

Bei aller Chancengleichheit auf einen Platz in der Startformation spricht dennoch vieles dafür, dass die Fortuna morgen überwiegend mit erfahrenen Spielern beginnen wird. Neben Rensing und Bodzek dürften Lukas Schmitz, Alexander Madlung, Kevin Akpoguma, Julian Schauerte, Christian Gartner und Oliver Fink gesetzt sein. Im Sturmzentrum sollte Emmanuel Iyoha die Nase gegenüber Maecky Ngombo vorne haben.

» Ein großes Interview mit Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel lesen Sie heute auf S. 11

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