Fortunas Torhüter ist davon überzeugt, dass die Entwicklung der Fortuna weiter nach oben führen wird.

Michael Rensing.
Michael Rensing.

Michael Rensing.

Christof Wolff (CW)

Michael Rensing.

Malta. Die Ausdrücke „Ausruhen“ und „Nachlassen“ gibt es im Wortschatz von Michael Rensing nicht. Auch die lobenden Berichte über seine exzellente Hinrunde wurden Fortunas Torhüter nur durch einen Anruf seines Bruders mitgeteilt. Dass der 32-Jährige zum besten Torhüter der Hinrunden-Rangliste des Fachmagazin „Kicker“ erwählt worden war, hatte er erfreut zur Kenntnis genommen – mehr nicht.

Michael Rensing lebt im Hier und Jetzt, das Vergangene zählt für ihn nicht mehr, „weil ich mich auf die nächsten Aufgaben konzentriere“, sagt Fortunas Nummer 1. „Ich bin jetzt glücklich und schaue nicht zurück.“ Grundsätzlich wäre es für ihn schön, in der ersten Liga zu spielen. Aber es habe nicht mehr einen so großen Reiz, dass er dafür all das, was er bei Fortuna hat und entscheidend für seine Vertragsverlängerung war, aufgeben würde. Spätestens, als er in Köln „wegen einer politischen Entscheidung und nicht aus Leistungsgründen“ gehen musste, war ihm klar, dass er immer nach vorn denken müsse.

„Ich fühle mich in Düsseldorf so wohl, und ich hoffe, dass es noch weitere Jahre so sein wird“, sagte Rensing, der seinen Worten Taten folgen lässt und zeigt, wie wichtig es ihm ist, im besten Zustand zu sein, um Leitung zu bringen. So ist er auch einen Tag vor dem Abflug ins Trainingslager bereits mit seinem Torwarttrainer Claus Reitmaier in die Vorbereitung eingestiegen. „Ich kann ohnehin nicht ruhig sitzen und habe auch zuvor schon etwas gemacht.“ Er fühle sich sonst nicht wohl.

„Grundsätzlich gab es gar nichts zu überlegen, ob ich verlängere. Der Verein ist auch schon sehr früh auf mich zugekommen“, erklärt Fortunas Stammtorwart. „Ich weiß zu schätzen, wie die Situation für mich ist, und ich fahre jeden Tag gerne zur Fortuna und möchte nichts daran ändern.“ Mannschaft, Trainerteam, Fans und das Umfeld sind so stimmig, dass es nicht entscheidend sei, „ob ich woanders mehr verdienen könnte.“

Die Zufriedenheit mit der Situation ist das Geheimnis seiner heutigen Stärke und Ruhe. Zu Beginn seiner Zeit bei Fortuna waren es eher noch Wut und ungläubiges Staunen, dass ihm damals Fabian Giefer vorgezogen worden war. Jetzt sieht er eine Entwicklung seiner Mannschaft und seines Vereins, die langsam nach oben führt. „Ich bin absolut davon überzeugt, weil der Club gut aufgestellt ist und gute Entscheidungen getroffen werden“, sagt Rensing. Dazu möchte er sich auch selbst jeden Tag verbessern, vor allem, was das torwartspezifische Spiel angeht.

Aber er ist auch für die jungen Spieler da. „Das ist schon eine andere Generation, aber durch die Gespräche bleibt man auch selber jung“, sagt der Torhüter, der seine Erfahrungen gerne weitergibt. „In die Rolle wächst man als älterer Spieler ganz natürlich rein.“ Und seine eigene Zukunft sieht Rensing ebenfalls gelassen. „Seit anderthalb, zwei Jahren läuft es so gut und problemfrei. Alles ist gut eingestellt, dass ich jetzt erst recht das Gefühl habe, richtig loslegen zu können.“

Viele andere Weggefährten in seinem Alter sind nicht mehr aktiv. „Aber ich bin noch gar nicht bereit, darüber nachzudenken, wann Schluss für mich sein könnte. Jetzt genieße ich es einfach“, sagt Rensing, der nicht nachlassen will und dann vielleicht auch noch die Bundesliga mit der Fortuna im Hinterkopf hat.

Nach seiner Karriere möchte er seinen Kopf weiter anstrengen. Im Bereich Sport-Management könnte er sich eine Tätigkeit vorstellen. Eine ruhige Kugel zu schieben, wird auch dann nicht sein Ding sein.

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