Tah, Soares und Bomheuer gehen. Fortunas Defensivzentrale wird ihr Gesicht grundlegend ändern.

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Adam Bodzek dürfte nächste Saison eine der entscheidenden Personalien sein. Muss er wieder in der Abwehr aushelfen?

Adam Bodzek dürfte nächste Saison eine der entscheidenden Personalien sein. Muss er wieder in der Abwehr aushelfen?

Christof Wolff

Adam Bodzek dürfte nächste Saison eine der entscheidenden Personalien sein. Muss er wieder in der Abwehr aushelfen?

Düsseldorf. Als Schiedsrichter Norbert Grudzinski am Sonntag das Spiel in Sandhausen abpfiff und Fortunas Zweitliga-Fußballer den ersten Sieg (2:0) seit knapp sechs Wochen feiern durften, waren vor allem die Abwehrspieler bester Laune. Es kam in diesem Kalenderjahr ja nicht so oft vor, dass die Düsseldorfer ein Spiel ohne Gegentor erlebten. Genauer gesagt, erst ein einziges Mal: beim 2:0 über Darmstadt 98 Mitte März.

Und schon wird Fortunas Problemzone deutlich: Denn auch insgesamt ist die Defensive diese Saison die Achillesferse der Rot-Weißen. 49 Gegentore haben die Düsseldorfer in den bisherigen 33 Spielen kassiert. Nur fünf Zweitligisten sind schlechter. Wer aber oben mitmischen will, der braucht bekanntlich eine stabile Abwehr. Nicht zufällig stehen die drei Teams mit den wenigsten Gegentoren derzeit ganz oben in der Zweitliga-Tabelle.

Entsprechend viel Arbeit wartet in der Sommerpause auf Bald-Trainer Frank Kramer und den neuen Manager. Denn Fortunas Abwehr ist nicht nur schlecht, es bleibt auch kaum jemand übrig, der in der nächsten Saison in der Innenverteidigung spielen kann.

Von den vier Innenverteidigern bleibt nur Kapitän Adam Bodzek

In Jonathan Tah, Bruno Soares und Dustin Bomheuer werden sich sämtliche drei gelernte Innenverteidiger nach der Saison verabschieden. Einzig Adam Bodzek bleibt. Und der hat seine Stärken eigentlich woanders. „Wir wissen ja, welche Position die bessere für Adam ist“, hatte Taskin Aksoy bereits vor einigen Wochen gesagt. Doch auch dem Noch-Trainer blieb meist nichts anderes übrig, als auf Bodzek in der Zentrale zu setzen.

Ob Aksoys Nachfolger das wieder korrigiert und Bodzek zurück ins Mittelfeld beordert, ist derzeit unklar. Aber selbst, wenn der 29 Jahre alte Kapitän dort wieder eingesetzt wird, fehlen Nebenleute und Alternativen.

Jens Langeneke war nicht nur einer der Garanten für die Aufstiege, die Fortuna-Verantwortlichen sehen in ihm auch einen guten Trainer. Gestern gab der Verein bekannt, dass der 38-Jährige nach seinem Karriereende Trainer für Talententwicklung im Nachwuchsleistungszentrum wird.

Entgegen einer Meldung der „Bild“-Zeitung droht Sergio Pinto nicht das Karriere-Ende. Der 34-Jährige wird zwar noch einige Wochen pausieren, soll nächste Saison aber wieder spielen.

In Christian Strohdiek (kommt aus Paderborn), Kevin Akpoguma (wird von Hoffenheim ausgeliehen), Robin Urban und Maurice Pluntke (beide von der eigenen U 23) kommen zwar vier neue Spieler hinzu, die in der Innenverteidigung spielen könnten. Abgesehen von Strohdiek (27), der 140 Einsätze in der ersten und zweiten Bundesliga vorweisen kann, bringt allerdings keiner die Erfahrung mit, um bei einem möglichen Aufstiegskandidaten die Abwehr zusammenzuhalten.

Drei der vier Zugänge sind jung und unerfahren

Akpoguma (20) ist immerhin U 20-Nationalspieler, hat bis auf acht Einsätze in der dritten Liga aber noch kein Profispiel bestritten. Und Urban (21) sowie Pluntke (21) kommen zusammen gerade mal auf 159 Zweitligaminuten.

Die Düsseldorfer brauchen also noch mindestens einen, wenn nicht zwei starke Innenverteidiger. Und zwar solche, die dem Team nicht nur spielerisch guttun, sondern die auch Führungsspieler sind. Prägende Säulen eben. Leute wie Robert Palikuca, Hamza Cakir, Assani Lumkimya oder Jens Langeneke. Mit denen in der Zentrale gelangen die beiden jüngsten Aufstiege. Wenn das nicht auch die letzten gewesen sein sollen, muss die Fortuna personell nachlegen.

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