Die Fortuna unterliegt bei Rot-Weiß Essen mit 10:11.

Der ging daneben: Hamsa Cakir trauert um die vergebene Chance. Erst im Elfmeterschießen gab sich die Fortuna gegen Rot-Weiß Essen geschlagen.
Der ging daneben: Hamsa Cakir trauert um die vergebene Chance. Erst im Elfmeterschießen gab sich die Fortuna gegen Rot-Weiß Essen geschlagen.

Der ging daneben: Hamsa Cakir trauert um die vergebene Chance. Erst im Elfmeterschießen gab sich die Fortuna gegen Rot-Weiß Essen geschlagen.

Da konnte Michael Melka nur noch hinter sich greifen. Das Team von Rot-Weiß Essen hatte am Ende die stärkeren Nerven.

Christof Wolff, Bild 1 von 2

Der ging daneben: Hamsa Cakir trauert um die vergebene Chance. Erst im Elfmeterschießen gab sich die Fortuna gegen Rot-Weiß Essen geschlagen.

Düsseldorf/Essen. Das hätte schon zu Beginn gleich schief gehen können: Die Regionalliga-Fußballer von RW Essen hatten die frühe Führung im Viertelfinale des Niederrheinpokals auf dem Fuß.

Erst köpfte Sascha Mölders nach einer Unsicherheit von Fortuna-Torwart Michael Melka am Tor vorbei (3.), wenig später musste Robert Palikuca bei einem Nachschuss von Robert Mainka auf der Linie in höchster Not klären (5.). Auf der anderen Seite lieferte Simon Terodde mit seinem Flachsschuss ans Außennetz (7.) das Vorspiel zur frühen Führung der Düsseldorfer, die aber nicht lange Bestand haben sollte.

Essen verdiente sich durch aufopferungsvolles Offensivspiel eine 2:1-Führung zur Halbzeit, ehe die Fortunen sich mit einem schmeichelhaften Ausgleich zum 2:2 in die Verlängerung retteten, um im Elfmeterschießen aber dennoch letztlich mit 10:11 (2:2, 2:2, 2:1) zu verlieren.

Dabei hatte es trotz Essener Überlegenheit vor 7284 Zuschauern noch gut angefangen für die Fortuna: Vor dem 1:0 legte Terodde per Kopf auf Ranisav Jovanovic ab, der aus nächster Nähe keine Probleme hatte, Essens Torwart Andre Maczkowiak zu überwinden (9.).

So richtig beruhigte der Treffer das Spiel des Drittligisten beim klassentieferen Traditionsverein nicht. Zumal ausgerechnet die linke Seite der Fortuna - der Rasen vor der Haupttribüne - weiß gefroren und ziemlich glatt war. So hatte gerade Oliver Hampel mächtig Probleme, den Trainer Norbert Meier als "Notlösung" auf die Linksverteidiger-Position gestellt hatte.

RW Essen - Fortuna Düsseldorf 11:10 (2:2, 2:2, 2:1) nach Elfmeterschießen
Schiedsrichter: Dirk Margenberg (Wermelskirchen)
Zuschauer 7284
Tore: 0:1 (9.) Jovanovic, 1:1 (31.) Lorenz, 2:1 (38.) Harrer, 2:2 (76.) Gaus
Elfmeterschießen: 2:3 Christ, Lorenz schießt drüber, 2:4 Jovanovic, 3:4 Wunderlich, 3:5 Cebe, 4:5 Aydin, Maczkowiak hält gegen Palikuca, 5:5 Neumayr, 5:6 Hampel, 6:6 Mölders, 6:7 Sieger, 7:7 Bührer, 7:8 Lambertz, 8:8 Zinke, 8:9 Halet, 9:9 Mainka, 9:10 Gaus, 10:10 Stiepermann, Maczkowiak hält gegen Cakir, 11:10 von der Gathen
Gelbe Karten: - Kurth, Lorenz / Jovanovic, Halet, Palikuca, Lambertz

RW Essen: Maczkowiak - von der Gathen, Zinke, Lorenz, Bührer - Mainka, Aydin, Wunderlich, Harrer - Mölders, Kurth
Fortuna Düsseldorf: Melka - Halet, Palikuca, Langeneke (32. Cakir), Hampel - Cebe, Lambertz, Sieger, Cebe - Terodde, Jovanovic

Weder der Schwede Simon Chekroun noch der Japaner Yuichi Nemoto waren als Testspieler für gut genug befunden worden, der Fortuna über die mehrwöchige Verletzungspause von Fabian Hergesell hinwegzuhelfen. So musste Hampel ran, und über seine Seite liefen die Angriffe der Essener in der ersten Hälfte.

Aber auch Hampels Kollegen wackelten bedenklich gegen die Viertliga-Kicker - sei es im Mittelfeld, aber vor allem auch in der Abwehrreihe. So lupfte Mainka über den herausstürmenden Melka, aber auch knapp neben das Tor (26.). Beim Kopfball von Markus Kurth konnten sich die Gäste bei Melka bedanken, der den Ball mit einer Glanztat aus dem Winkel "kratzte" (26.).

Anschließend übersah Schiedsrichter Dirk Margenberg "großzügig" ein absichtliches Handspiel von Fortunas Olivier Caillas im Strafraum (26.), ehe die Essener für ihre Offensivbemühungen zum verdienten Ausgleich kamen. Melka parierte einen Kopfball von Mölders auf der Linie, konnte den Ball aber nicht festhalten. Abwehrspieler Michael Lorenz hatte aus kurzer Entfernung keine Mühe einzuschießen (31.).

Zu allem Unglück für die Fortuna musste direkt nach dem Tor auch noch Innenverteidiger Jens Langeneke angeschlagen das Feld verlassen (Halswirbel-Blockade). Vielleicht fehlte deshalb auch wenige Minuten später die Abstimmung, als Essen im Georg-Melches-Stadion gegen immer schwächer werdende Fortunen zur ebenso verdienten wie logischen Führung kam: Eine Flanke von Mainka - natürlich von der vereisten linken Abwehrseite der Fortuna - segelte über Freund und Feind hinweg zu Michael Harrer, der Melka bei der Volleyabnahme keine Chance ließ (38.). Ausgerechnet Harrer, der in der Jugend für den Düsseldorfer Klub gespielt hatte.

Nach der Pause gingen die Fortunen im Angesicht der drohenden Blamage deutlich entschlossener zur Sache. Schließlich soll es ja im Sommer sogar eine Liga nach oben gehen, der erste Schritt soll am Donnerstag im ersten Meisterschaftsspiel des Jahres gegen die Stuttgarter Kickers gelingen (19.30 Uhr, Arena).

Gegen den Dritten der vierten Liga lieferten die Düsseldorfer aber lange Zeit eine Leistung ab, die größte Zweifel am Gelingen der Aufstiegsmission weckte. Wenigstens gab es in der zweiten Hälfte Chancen wie den 16-m-Flachschuss von Hamza Cakir (59./knapp vorbei). Für Meier aber nicht genug, so dass er gut 20 Minuten vor Schluss für einen Mittelfeldspieler (Caillas) einen dritten Stürmer aufs Feld schickte.

Jener Marcel Gaus hatte mittags noch mit der zweiten Mannschaft trainiert, war wegen einer Erkältung von Deniz Kadah kurzfristig in den Kader berufen und nach Essen gefahren worden. Eine Maßnahme, die sich auszahlte: Cebe wurde (abseitsverdächtig) von Andreas Lambertz steil geschickt und passte quer zu Gaus, der zum Ausgleich einschob (76.).

Überzeugend war das durch den Favoriten aber weiterhin nicht. So ließ sich Clement Halet von Mainka wie ein Schuljunge überlaufen, anschließend brachte der Essener aber nur ein schwaches Kullerschüsschen zustande (80.). Auf der anderen Seite jubelten die etwa 2000 mitgekommenen Fortuna-Fans schon, als Sieger ins Netz traf.

Doch beim vorangegangenen 18-m-Aufsetzer von Oliver Hampel, den Maczkowiak nicht festhalten konnte, soll Sieger im Abseits gestanden haben (86.). Um wie viel es ging, wurde gleich zu Beginn der Verlängerung deutlich, als sich Lambertz nach einem Foul ein Nachtreten leistete, dass der Schiedsrichter aber nicht ahndete (93.).

Viel mehr gab es in einer ereignisarmen ersten Hälfte der Verlängerung nicht. In der zweiten rettete Melka vor dem freistehenden Mölders (107.), zumal die Essener insgesamt dem Siegtreffer näher zu sein schienen. So musste am Ende bei frostigen Temperaturen das ungeliebte Elfmeterschießen entscheiden, in dem Andre Maczkowiak den entscheidenden Strafstoß gegen Fortunas Hamza Cakir hielt.

Anschließend verwandelte Kai von der Gathen zum 9:8 im Elfmeterschießen, was Fortunas Träume von einer Qualifikation für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal ein erneutes Mal zerstörte. Im Halbfinale des Niederrheinpokals wartet auf Sieger RW Essen der Gewinner des Sonntagsspiels 1. FC Viersen gegen Wuppertaler SV (13.30 Uhr, Stadion am Hohen Busch).

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer