Mit dem verdienten 3:1 gegen Ingolstadt stellt Fortuna den Vereinsrekord ein.

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Jens Langeneke schreit Frust und Jubel nach seinem Treffer zum 2:1 heraus.

Jens Langeneke schreit Frust und Jubel nach seinem Treffer zum 2:1 heraus.

Christof Wolff

Jens Langeneke schreit Frust und Jubel nach seinem Treffer zum 2:1 heraus.

Düsseldorf. Die Fortuna feierte mit dem verdienten 3:1 gegen Ingolstadt den achten Heimsieg in Folge in der 2. Fußball-Bundesliga, stellte damit den Vereinsrekord ein und hat jetzt 32 Punkte auf dem Konto – also Ende gut, alles gut?

Nicht für Jens Langeneke. Der Mannschaftskapitän schnappte sich das Stadion-Mikrofon, richtete eine klare Ansage an die Fans, ehe er das Sieg-Ritual, die „Humba“, ansagte. Er bedanke sich zwar für die Unterstützung, sagte der 33-Jährige, fand aber die Pfiffe unangebracht.

„Fußball ist kein Wunschkonzert, wir können uns die Siege nicht malen“, sagte Langeneke, der trotz des Erfolges und trotz seiner zwei Treffer so aufgebracht wirkte wie nach einer Niederlage.

„Dieser Ausgleich war der Türöffner für uns“

Sein Trainer Norbert Meier wollte dem Kapitän nicht ganz beipflichten: „Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen. Wir müssen unserem Publikum auch etwas anbieten, damit es in Stimmung kommen kann.“ Denn dann könne die Heim-Atmosphäre durchaus hilfreich sein.

Genau an einem solchen, zu Beifall motivierenden Angebot haperte es indes vor der Pause, das mochte auch Fan-Kritiker Langeneke nicht leugnen: „Unsere Leistung war anfangs sicher nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten.“ Ingolstadt habe gezeigt, dass sie über keine schlechte Mannschaft verfügen.

19. Minute Caiuby köpft rechts am Tor vorbei.
44. Tiago schießt, Kirschbaum muss sich für den ersten richtigen Schuss strecken.
45. Nach Freistoß von Rösler und Tiagos kraftvoller Vorarbeit trifft Beister zum 1:0.
47.
Foul von Schwertfeger, weil er zu spät kommt. Der Elfmeterpfiff ist korrekt.
51.
Freistoß von Schwertfeger, Fink springt über den Ball, Langeneke trifft zum 2:1.
59. Beister prüft Kirschbaum.
62. Dums Solo findet keinen Abnehmer.
63. Caiuby foult Beister, Elfmeter, Langeneke trifft – 3:1.
75.
Van den Bergh schießt knapp drüber.

So hatten die Fortunen in sehr vielen Situationen das Nachsehen gegen das schnelle Kurzpass-Spiel der Gäste, die allerdings auch nicht sonderlich gefährlich wurden. Trotzdem wetterte und schimpfte Langeneke vor der Pause wie ein Rohrspatz ob der Nachlässigkeiten seiner Vorderleute. Das 1:0 durch Maximilian Beister fiel dann auch genau zum richtigen Zeitpunkt.

Ebenso wie die erneute Führung, nachdem Ingolstadt zum Ausgleich gekommen war. „Dieser Ausgleich war der Türöffner für uns, das war der Hallo-Wach-Effekt“, sagte Langeneke. Denn nach dem 1:1 zeigten sich die Fortunen endlich „giftiger“, das Publikum ging lautstark mit – und richtete die Pfiffe gegen Schiedsrichter und Gegner.

Mit Erfolg: Ein Freistoß und ein Elfmeter – jeweils gut „herausgeholt“ – brachten die Gastgeber auf die Siegerstraße. Jetzt freue er sich auf das West-Derby am Freitag beim VfL Bochum, sagte Langeneke und fügte mahnend hinzu: „In der Tabelle nach oben zu schauen, verbietet sich aber immer noch.“

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