Der 31-Jährige ist eine feste Größe bei der Fortuna, auch wenn er nicht spielt. Nach der Saison beendet er seine Profikarriere.

Robert Palikuca mit seiner unvergessenen Maske nach seinem Nasenbeinbruch.
Robert Palikuca mit seiner unvergessenen Maske nach seinem Nasenbeinbruch.

Robert Palikuca mit seiner unvergessenen Maske nach seinem Nasenbeinbruch.

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Robert Palikuca mit seiner unvergessenen Maske nach seinem Nasenbeinbruch.

Düsseldorf. Wenn von dem guten Geist in Fortunas Mannschaft gesprochen wird, ist meistens von Robert Palikuca die Rede. Seine positive Ausstrahlung und die große Anerkennung, die er in der Mannschaft genießt, hilft ihm sportlich aber wenig. Der 31-Jährige Deutsche mit kroatischen Wurzeln sitzt derzeit fast ausschließlich auf der Tribüne, während die Mannschaft in der 2. Fußball-Bundesliga Punkt um Punkt holt.

Palikuca ist der Kassenwart der Mannschaft und sorgt auch außerhalb des Platzes für Disziplin im Team. Oft ist für die Kollegen seine Ansprache wichtiger, wenn es zum Beispiel um eine nach dem Training liegen gebliebene Trainingsjacke geht, als die Worte des Trainers. Denn es geht dann um die "Beiträge", die mehr oder weniger freiwillig in die Mannschaftskasse eingezahlt werden. "Pali" ist trotzdem beliebt, weil er auch eine Art Mädchen für alles ist.

Auf einen solchen Sympathieträger will der Verein nicht verzichten. Am Ende der Saison wechselt Palikuca das Trikot mit der Funktionärskluft. "Es ehrt mich, dass die Fortuna mir eine Anstellung nach meiner Fußball-Karriere anbietet", sagt der 32-Jährige, der im Sommer mit seinem Studium zum Sportmanager zwar fertig ist, aber danach unbedingt noch eine Ausbildung zum Sportfachwirt anschließen möchte.

"Mir fällt es nicht leicht, mit dem Profi-Fußball aufzuhören", erklärt "Pali", der am 22. September 2006 beim 3:2 in Lübeck sein Debüt für die Fortuna gab. Er wurde damals für Ahmet Cebe eingewechselt. 62 Liga-Spiele absolvierte er für Fortuna, in der Dritten Liga durfte aber nur noch 13 Mal auflaufen - in der zweiten noch keine einzige Minute. "Ich hatte auch noch interessante Angebote und hätte noch zwei, drei Jahre spielen können. Deshalb gehe ich schon ein gewisses Risiko ein."

Die berufliche Absicherung nach dem Profifußball ist für ihn wichtig

Die berufliche Absicherung für die Zeit nach dem Profifußball war dem zweikampfstarken Verteidiger allerdings wichtiger. "Das Zigeunerleben wird also aufhören", sagte Pali, der ein Familienmensch ist und sich vor wenigen Monaten über die Geburt von Emma, seinem dritten Kind, freuen durfte. "Das private Umfeld und die Freunde hier in Düsseldorf hätten wir sonst verlassen müssen." Palikuca ist optimistisch, dass es bei der Fortuna in Zukunft viel Arbeit geben wird.

Geboren: 24. Mai 1978 in Bückeburg

Größe: 196 cm; Gewicht: 86 kg

Nationalität: Kroatien/ Deutschland

Stationen: 2003 bis 2006: FCSt. Pauli (Regionalliga Nord); 2006 bis 2010: Fortuna Düsseldorf (3. Liga, 2. Liga und Regionalliga West)

Spiele: 127 Spiele/ 12 Tore

"Der Verein wächst und hat in vielen Bereichen Personalbedarf", sagt der 31-Jährige, der sehr froh ist, diese Chance zu erhalten. Derzeit "schnuppert" Robert Palikuca schon in die Marketing-Abteilung bei Carsten Franck hinein, wenn Training und Spiele es zulassen.

Palikuca soll aber die Fußball-Schuhe nicht ganz an den Nagel hängen, denn als Stand-By-Profi könnte er der ersten Mannschaft im Notfall noch gute Dienste leisten. Ob er dann weiter regelmäßig für die "Zweite" in der Regionalliga antritt, ist noch offen.

"Endgültig ist noch nichts", sagt Peter Frymuth über den weiteren Lebensweg eines "in jeder Eigenschaft positiven Menschen. Er wird verschiedene Bereiche kennenlernen und uns im Marketing- und Organisationsbereich verstärken", sagt Fortunas Vorstandssprecher, der die ersten Gespräche mit Palikuca bereits im Trainingslager geführt hatte.

In Spanien hatte "Pali" auch zum letzten Mal für Fortuna ein Tor erzielt - spektakulär. Wie bei ihm üblich. Mit einem strammen Fernschuss hatte er den 5:5-Endstand im Testspiel gegen den FC Schalke in Chiclana de la Frontera markiert. Auch damit hat er bei seinen Kollegen für gute Laune gesorgt.

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