Olivier Caillas möchte so gerne gegen seine Ex-Klubs Aachen und Fürth dabei sein.

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(Archiv-Foto gegen Kickers Offenbach: Christof Wolff)

(Archiv-Foto gegen Kickers Offenbach: Christof Wolff)

(Archiv-Foto gegen Kickers Offenbach: Christof Wolff)

Düsseldorf. Im Training der Fortuna gibt Olivier Caillas weiter mächtig Gas, flachst und scherzt wie sonst auch. Am Mittwoch gewann Caillas den Kunstschuss-Wettbewerb "Fußball-Golf", mit dem eine Handvoll Spieler die Trainingseinheit traditionell beendet.

Dabei hätte der Zweitliga-Profi allen Grund zum Frust: Seinen Hinrunden-Stammplatz hat er seit Jahresbeginn verloren, wurde zuletzt wenigstens wieder eingewechselt. Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Natürlich ist der 32-Jährige jetzt besonders heiß auf seine "Woche der Ex-Vereine": Montag in Aachen, wo Caillas von 2000 bis 2002 spielte, und Freitag gegen Fürth (’02-’05, 06/07).

Herr Caillas, ein heißes Montagabend-Spiel in Aachen auf dem Tivoli, da wäre ein Einsatz ganz nach Ihrem Geschmack, oder?

Caillas: Ich kenne den alten Tivoli noch mit der sensationellen Atmosphäre. Man hat mir erzählt, dass im neu gebauten Stadion die Stimmung noch nicht wirklich übergeschwappt ist, auch wenn dazwischen nur 100 Meter Luftlinie liegen. Trotzdem wird es ein heißes Pflaster für uns.

Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass Sie von Anfang an spielen?

Caillas: Ich freue mich immer, wenn ich ein paar Minuten spielen darf. Dafür trainiere ich schließlich. Ich bin Sportsmann genug, um zu sehen, dass es gerade läuft und der Trainer wenig ändert. Die Mannschaft hat gegen Ahlen 4:0 gewonnen und sehr gut gespielt. Da muss ich mich dem Erfolg unterordnen.

Fakt ist aber, dass es in diesem Jahr für Sie nicht so gut läuft.

Caillas: 2010 ist in der Tat kein gutes Jahr für mich. Im Moment muss ich mich daran klammern, was gut läuft. Ich war sogar drei Spiele nicht im 18er-Kader, habe mich dann reingearbeitet und bin wieder zum Spielen gekommen. Leider Gottes auch in Augsburg, wo es für uns alle nicht so gut funktioniert hat. Aber die Saison ist noch lang, und wir haben alle ein gemeinsames Ziel.

Welches ist das?

Das "Lazarett" wird größer: Torwart Michael Melka, Deniz Kadah, Ranisav Jovanovic (alle Muskelfaserriss) und Patrick Zoundi (Wadenprellung) sind noch verletzt. Torwart Michael Ratajczak trainierte wegen Adduktorenproblemen zur Vorsicht nicht mit, soll aber in Aachen spielen können. Trainer Meier trainierte am Mittwoch nur mit elf Feldspielern und zwei Torleuten.

Andreas Lambertz absolvierte mit Fabian Hergesell, Kai Schwertfeger, Kozo Yuki und Marcel Gaus, die tags zuvor mit Fortuna II in Worms waren (1:2), nur ein Lauftraining, nachdem er eine Woche mit Grippe ausgefallen war. Anderson, Cakir und Heidinger (alle krank) kehren am Donnerstag ins Training zurück.

Marco Christ fehlte am Mittwoch beim Training der Fortuna. Seine Frau leidet unter einem schweren Magen-Darm-Virus, der Familienvater muss sich um die zwei kleinen Kinder kümmern, zumal keine Verwandschaft in der Nähe wohnt. "Das ist doch klar, dass wir so etwas ermöglichen.", sagt Trainer Norbert Meier.

Es gibt noch keine Einigung mit einem Vermarkter für die kommende Saison. Das bestätigte uns gestern Dirk Kall. "Grundsätzlich haben wir uns für die Zusammenarbeit mit einem Vermarkter entschieden", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende der Fortuna gegenüber unserer Zeitung. "Aber wir haben eine Ausschreibung gemacht und uns mehrere Angebote angesehen." Die Verhandlungen seien auf einem guten Wege und im Frühjahr werde der Abschluss verkündet. Dass nach dem Probejahr mit Infront als Vermarkter weitergemacht werde, wollte Kall nicht bestätigen. Trotzdem darf man dem Unternehmen mit Anteilseigner Günter Netzer die besten Chancen einräumen. "Wir werden unsere Markenrechte auf jeden Fall nicht abtreten, und es kommt auch nur eine mittelfristige Zusammenarbeit in Frage", sagte Kall. "Wir werden uns für die Lösung entscheiden, die am besten für Fortuna ist."

Caillas: Mein eigenes ist es, in erster Linie öfter zu spielen und irgendwann auch wieder in die Start-Elf zu kommen. Das Ziel der Mannschaft ist, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen.

Wenn der Fortuna das gelingt, steigt sie auf.

Caillas: Das wäre das nächste Thema, aber soweit müssen wir noch nicht denken. Wichtig ist, dass wir mit 40 Punkten die gesteckte Grenze für den Klassenerhalt erreicht haben. Wir nehmen die Spiele wie sie kommen, und da sind noch einige schwere Kracher darunter. Uns unterschätzt jetzt keiner mehr, wie vielleicht in der Hinrunde. Über den Aufstieg zu sprechen, ist es jetzt noch zu früh.

Wann wäre die Zeit gekommen?

Caillas: Es ist ähnlich wie vor einem Jahr: Wenn wir vor den letzten fünf Spieltagen oben dabei sind, dann können wir das Ziel formulieren. Jetzt kann noch alles passieren: Am Ende können wir Zwölfter werden oder oben mithalten. Wir fahren ganz gut damit, von Spiel zu Spiel zu denken.

Sie denken auch von Jahr zu Jahr?

Caillas: Mein Vertrag läuft aus, wir haben schon das eine oder andere Gespräch geführt, aber es gibt noch nichts zu vermelden.

Gespräche mit Fortuna?

Caillas (grinst): Auch, ja.

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