Kurz vor dem Pflichtspielstart in der Bundesliga beginnt auch bei Niko Gießelmann das Kribbeln. In der 2. Liga machter er für Fortuna Düsseldorf die meisten Minuten. Konkurrenz fürchtet er nicht.

Fußball-Bundesliga
Stand vergangene Saison 33 Mal auf dem Platz und glaubt auch jetzt an seine Chance als Stammspieler: Niko Gießelmann (23). Archiv

Stand vergangene Saison 33 Mal auf dem Platz und glaubt auch jetzt an seine Chance als Stammspieler: Niko Gießelmann (23). Archiv

Christof Wolff

Stand vergangene Saison 33 Mal auf dem Platz und glaubt auch jetzt an seine Chance als Stammspieler: Niko Gießelmann (23). Archiv

Düsseldorf. Fünf Tage vor dem Pflichtspielstart hat das Kribbeln der Ungeduld bei Niko Gießelmann bereits größere Ausmaße angenommen. „Wir sind inzwischen nicht nur fit für 90 Minuten, sondern können auch bis zum Ende Volldampf gehen“, sagt der Außenverteidiger der Fortuna, der in der vergangenen Saison der 2. Fußball-Bundesliga die meisten Einsatzminuten aller Spieler des Aufsteigers aufwies. „Auch das Eingespieltsein passt bereits, und die Neuen haben das System verinnerlicht, was wir spielen wollen.“

Also alles gut bei der Fortuna? Abwarten. Noch immer gibt es Dinge, die im taktischen Bereich unbedingt verbessert werden müssen. Das wurde nicht erst im (Privat-)Test am Freitag gegen NEC Nijmegen deutlich. Der 3:0-Sieg der Elf von Trainer Friedhelm Funkel war überaus schmeichelhaft. Gerade auf die ungewohnte Situation, nach dem Platzverweis für einen Niederländer gegen nur neun Feldspieler spielen zu können, kam nicht die richtige Reaktion. „Auch dann müssen wir unberechenbarer sein“, meint Gießelmann.

Das System, das die Fortuna in der Bundesliga spielen möchte, würde sich grundsätzlich gar nicht so sehr von dem unterscheiden, mit dem in der 2. Liga agiert wurde. Tief stehen, Balleroberung und schnelles Umschaltspiel sind angesagt. „Aber wir werden natürlich nicht ganz so viel Ballbesitz haben“, weiß Gießelmann – trotz der größeren individuelle Klasse im Kader, durch die Trainer Funkel mehr Variationsmöglichkeiten hat. „Wir werden auf den Gegner reagieren. Aber um ihn zu überraschen, sind auch personelle Wechsel nötig.“ Dazu habe Fortuna genügend neue Offensivpower verpflichtet.

Außenverteidiger kann auch Tore schießen – vor allem schöne Tore

Gießelmann selbst sieht sich nicht nur in einer guten Verfassung, sondern hofft natürlich auch, wie in der Vorsaison (meist) von Anfang an dabei zu sein. „Ich bin fit, verletzungsfrei, der Trainer weiß, was ich kann. Deshalb gehe ich davon aus, dass ich in der Startelf stehe“, erklärt Fortunas Nummer 23 selbstbewusst. Dass ihm dann weitere Traumtore gelingen, wie im letzten Zweitligaspiel in Nürnberg oder in den ersten beiden Vorbereitungsspielen, glaubt Gießelmann nicht. „Obwohl: Immer dann, wenn ich gesagt habe, so etwas gelingt mir nie wieder, habe ich beim nächsten Mal wieder getroffen. Also sollte ich den Satz jede Woche wiederholen“, sagt er lachend.

Die Konkurrenzsituation mit dem neu verpflichteten Diego Contento sieht Niko Gießelmann ganz entspannt: „Wir können auch beide auf der Seite spielen. Und außerdem habe ich immer dann, wenn ich Konkurrenz auf meiner Seite hatte, eine gute Saison gespielt Wir kommen übrigens auch super miteinander aus. Respekt habe ich vor jedem Konkurrenten. Aber Angst, irgendwie zu kurz zu kommen, habe ich nicht.“

Seine Freude, erstmals in der Bundesliga spielen zu können, wird in allen Spielen sichtbar sein. Das verspricht Fortunas Dauerbrenner und weiß, dass seine Mannschaft „genügend Frusthärte“ hat, um auch mal ein, zwei oder drei Niederlagen in Folge abhaken zu können.

© WhatsBroadcast

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer