Der Trainer hilft der verunsicherten Mannschaft, nach verschütteten Tugenden zu suchen.

Nicht nur bei Freistößen soll Fortunas Abwehr kompakt stehen.
Nicht nur bei Freistößen soll Fortunas Abwehr kompakt stehen.

Nicht nur bei Freistößen soll Fortunas Abwehr kompakt stehen.

Christof Wolff

Nicht nur bei Freistößen soll Fortunas Abwehr kompakt stehen.

Düsseldorf. Oliver Fink hatte eine einfache Erklärung: „Wenn wir weniger Fehler produzieren, sehen wir auch wieder besser aus.“ Der Mittelfeldspieler war bei der 1:2-Niederlage in Mönchengladbach zum ersten Mal als Kapitän in einem Bundesliga-Spiel für Fortuna Düsseldorf aufgelaufen.

Doch eine Leitfigur in Sachen Aggressivität war der 30 Jahre alte Oberbayer diesmal nicht. „Im Großen und Ganzen war es zu wenig. Unverständlicherweise hat uns der Mut gefehlt“, sagte Fink über die dritte unnötige Niederlage in Folge.

Nach dem Sieg im letzten Hinrundenspiel gegen Hannover 96 (2:1) hatten die Spieler von Norbert Meier offensichtlich auf Wolke sieben geschwebt, bevor dann der harte Absturz am Bieberer Berg in Offenbach die Negativ-Lawine ins Rollen brachte.

Die Überheblichkeit nach einer nicht nur nach Punkten erfolgreich verlaufenen Hinrunde war beim Pokal-Aus bereits deutlich geworden. Gegen Augsburg krempelten die Spieler erst nach 60 Minuten die Ärmel hoch, legten zu spät die Lässigkeit und Zurückhaltung im Zweikampf ab.

Eine einzige Gelbe Karte wegen Meckerns spricht nicht unbedingt für die richtige Einstellung. „Wir müssen wieder treten, kratzen, beißen und alles geben. Denn spielerisch können wir mit den meisten Teams der Bundesliga nicht mithalten“, sagte Norbert Meier, der betont ruhig auf die katastrophale erste Hälfte in Gladbach in der Kabine reagiert habe. „Es bringt einfach nichts, auf die Mannschaft draufzuhauen.“

Fortuna ist nicht mehr der unangenehme Gegner der Hinrunde

Die Mitgliederwerbung der Fortuna – „Wo ist Deine Heimat?“ – ist weiter in vollem Gange. Diesmal haben die neuen Vereinsmitglieder ein Abendessen mit Fortuna-Angreifer Nando Rafael in Flingern gewonnen.

Selbst Gladbachs Trainer Lucien Favre war gleichsam verwundert wie erleichtert, dass die Fortuna am Samstag kein so ein „unangenehmer Gegner“ war, wie er befürchtet hatte. Dieser Ruf ist anscheinend nach den vergangenen drei Spielen kaputt. Von einer kompakten Spielweise war wenig zu sehen. Es taten sich immer wieder große Löcher im Defensivspiel der Gäste auf.

Erst nach der Umstellung auf ein 4-4-2-System wurde Meiers Mannschaft aggressiver und offensiver. Doch zum Abschluss kam die Fortuna in Gladbach nur ganz selten. „Von Anfang an so aufzutreten, wäre Selbstmord“, sagte Fortunas Trainer. Man könnte ihm entgegnen: Erneut die ersten 30, 40 oder 60 Minuten zu verschlafen allerdings auch.

Die personellen Wechsel zeitigten noch nicht die erhoffte Wirkung. In der Hinrunde kam die Stabilität auch durch das Festhalten an einer Defensive, die sich eingespielt hatte.

Die drei in erster Linie defensiv denkenden Mittelfeldspieler Oliver Fink, Adam Bodzek und Andreas Lambertz spielten vor einer Viererkette (Levels, Langeneke, Malezas, van den Bergh), die erst am sechsten Spieltag die ersten Gegentore kassierte – und am siebten das erste Spiel in Mainz (0:1) verlor. Bis die Fortuna wieder eine eingespielte Formation hat, könnte es noch dauern. Bis dahin gilt: Treten, kratzen, beißen.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer