Fortunas Nachwuchstalent hat in seiner ersten Profisaison viel gelernt und auch einige Rückschläge weggesteckt.

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Marcel Gaus beim Weitsprung über die „Seenplatte“.

Marcel Gaus beim Weitsprung über die „Seenplatte“.

Christof Wolff

Marcel Gaus beim Weitsprung über die „Seenplatte“.

Chiclana/Düsseldorf. Die Frage überrascht. "Wo ist denn der Gaus?" Aber vielleicht ist das Auftauchen von Rainer Adrion ein weiterer Motivationsschub für die gerade so hoffnungsvoll begonnene Karriere von Fortunas Nachwuchsstürmer Marcel Gaus.

Adrion war Zaungast beim Training und wollte eigentlich die Talente des FC Schalke 04 beobachten. Doch der Trainer der deutschen U21-Nationalkicker schaute vor allem auf die Seite jenseits des Zaunes, wo die Fortuna trainierte.

Er war nicht extra wegen des 20-jährigen Düsseldorfers nach Spanien gekommen, bekam aber ein Trainingsspiel des Zweitligisten zu sehen, in dem die augenblickliche Nummer drei der Fortuna-Stürmerrangliste einige starke Szenen hatte. Da waren die Schalker Stars, die unter Felix Magath nur Sprung- und Kraftübungen machten plötzlich zweitrangig. "Das ist schon cool, dass mich Adrion anscheinend kennt", sagte Gaus später im Hotel voller Bescheidenheit.

Weitere Kommentare dazu gab der Fortune nicht ab, lachte viel mehr darüber, dass er ausgerechnet jetzt die goldene Weste trägt, die denjenigen aus dem Kader kennzeichnet, der zuletzt nach den Kreisspielen und Beinschüssen die meisten Strafgelder in die Mannschaftskasse einzahlen musste.

Großartig behindert die "zweite Haut" den Stürmer nicht. Doch als er sie beim Testspiel gegen den FC Schalke (5:5) nicht tragen musste, gelang ihm gegen Nationaltorhüter Manuel Neuer auch ein Tor. "Mir ist eigentlich egal, gegen wen ich treffe", sagte Gaus. "Es war nur ein Test."

Der Realitätssinn des 20-Jährigen ist gut ausgeprägt, denn er weiß, dass er noch unendlich viel lernen muss. So hätte er auch kein riesiges Problem damit, wenn sein Club tatsächlich noch einen Stürmer verpflichten sollte. "Ich muss mich weiterentwickeln: Und wenn jemand kommt, von dem ich auch lernen kann, umso besser", sagt Gaus, der in seiner ersten Profisaison auch schon "lernen musste", einen Rückschlag zu verdauen.

Der 20-Jährige hofft während der Jovanovic-Sperre auf Einsätze

Denn plötzlich saß er auf der Tribüne. "Das war ein Warnschuss, dass nicht alles automatisch geht. Er muss sich immer wieder beweisen", sagt sein Trainer Norbert Meier. Und Gaus stimmt inzwischen trotz der zunächst empfundenen Enttäuschung zu. "Ich war damals auch körperlich in einem Loch, habe mich aber jetzt wieder herangekämpft." Dabei wird er vor allem von Sturmkollege Axel Lawarée unterstützt, der Gaus immer wieder Hinweise gibt.

Gaus meldet Ansprüche, zumindest in den beiden Spielen, in denen Ranisav Jovanovic noch gesperrt aussetzen muss, an der Seite von Martin Harnik zu stürmen, nicht großspurig an. "Wenn der Trainer mich aufstellt, werde ich ihn nicht enttäuschen", erklärt der 20-Jährige, der als Zimmergenosse von Bamba Anderson im Trainingslager noch die Aufgabe des Übersetzers hat. Mit seinem Spanisch kann er noch am besten das Portugiesisch des Brasilianers verstehen.

"Zunächst bin ich zufrieden, wenn in dieser Saison noch ein paar Einsätze dazu kommen. Dann werde ich weiter angreifen", erklärt der 20-Jährige. Vielleicht kommt dann der U21-Nationaltrainer auch mal ganz allein wegen Gaus in die Düsseldorfer Arena.

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