Trainer Friedhelm Funkel nahm nur eine Veränderung in der Startformation von Fortuna Düsseldorf vor. Und die hat sich ausgezahlt.

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Davor Lovren erzielt das 1:0 und wird gefeiert.

Davor Lovren erzielt das 1:0 und wird gefeiert.

Davor Lovren erzielt das 1:0 in der 9. Minute gegen Braunschweig.

Christof Wolff, Bild 1 von 2

Davor Lovren erzielt das 1:0 und wird gefeiert.

Braunschweig. Abwärtstrend, Krise, Sieglos-Serie - die wiederkehrenden Begriffe der vergangenen Wochen haben Friedhelm Funkel nicht gefallen. Zu negativ würde über die Gesamtleistung Fortuna Düsseldorfs berichtet werden. Zu wenig gelobt würde die Mannschaft für die mit 31 Punkten zweitbeste Hinrunde der Vereinsgeschichte. Dass 28 dieser 31 Zähler bereits nach elf Begegnungen gesammelt worden waren, hat auch der Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten nicht vergessen. Vielleicht wäre die aufgekommene Kritik gar nicht aufgekommen, hätte die Fortuna ihre Punkte „gleichmäßiger“ gesammelt. Das hatte auch Funkel zuletzt so geäußert.

Zum Rückrunden-Start, dem letzten Spiel des Jahres 2017, sollte nun ein Sieg her, um den Platz unter den ersten Drei der Tabelle zu festigen und unter dem rot-weißen Weihnachtsbaum für Ruhe zu sorgen. Und das gelang. Durch ein frühes Tor von Davor Lovren (9.) gewannen die Düsseldorfer bei Eintracht Braunschweig mit 1:0 (1:0), beendeten nach sechs Spielen ohne Sieg ihren Negativlauf und sprangen zumindest vorübergehend wieder an die Tabellenspitze.

Funkel nahm nur eine Veränderung in der Startformation vor. Die Kondition sei kein Faktor in seiner Aufstellungs-Planung, hatte der Trainer betont. Die vier Tage zwischen dem 0:2 gegen Nürnberg und dem Jahresabschluss im Stadion an der Hamburger Straße seien zwar nicht optimal, aber kein Problem. Und so begann die Fortuna nur auf einer Position verändert. Für Lukas Schmitz rückte Lovren ins Team, Benito Raman übernahm die linke Seite im offensiven Mittelfeld.

Bereits nach wenigen Minuten hatte sich die Maßnahme Funkels ausgezahlt. Nach einem Braunschweiger Freistoß konterten die Düsseldorf blitzschnell. Benito Raman zog einen Sprint über das halbe Spielfeld an und bediente jenen Lovren, der Jasmin Fejzic im Eintracht-Tor mit einem sehenswerten Heber überspielte und damit sein erstes Tor für die Fortuna erzielte.

Die Gäste waren auch in der Folge die bessere Mannschaft. Erst nach einer halben Stunde tauchte die Eintracht mal gefährlich vor dem Tor von Raphael Wolf auf. Doch weder Ken Reichel (30.) noch Jan Hochscheidt (34.) konnten den Düsseldorfer Schlussmann vor ernsthafte Probleme stellen. Auf der anderen Seite verpasste Florian Neuhaus (32.) das mögliche 2:0. Kurz vor der Pause erhöhten die Gastgeber noch einmal den Druck, Fortunas Defensive hielt diesem aber stand. Torschütze Lovren, der sich nach dem Torjubel das Trikot auszog und dafür die Gelbe Karte sah, wurde von Funkel noch vor dem Halbzeitpfiff ausgewechselt, da der Kroate kurz vor dem Platzverweis stand.

Düsseldorfer bei Reichels Doppelchance im Glück

Fejzic – Kijewski, Breitkreutz, Valsvik, Reichel – Moll, Hochscheidt (68. Hernandez) – Khelifi (68. Zuck), Canbaz (76. Schönfeld) – Yildirim, Abdullahi

Wolf – Zimmer, Ayhan, Hoffmann, Gießelmann – Sobottka, Neuhaus (87. Nielsen) – Lovren (42. Usami), Fink, Raman (77. Kiesewetter) – Hennings

Im Kader Wiesner – Bormuth, Schmitz, Kiesewetter, Usami, Nielsen, Kujovic

Schiedsrichter Patrick Alt (Heusweiler)

Zuschauer 19 725

Tore 0:1 (9.) Lovren

Gelbe Karten Reichel, Yildirim / Lovren (1.), Hoffmann (5.), Raman (4.), Ayhan (5.)

Beste Spieler Ken Reichel (Braunschweig) / Marcel Sobottka (Fortuna)

Spielnote 3+

Ab dem Führungstreffer hatte die Fortuna die Kontrolle über das Spiel und präsentierte sich als die reifere Mannschaft. Nach dem Seitenwechsel war es wie zuletzt gegen Kiel und Nürnberg. Die Fortuna wurde passiver, der Gegner stärker. Am Ende war es Kampf um jeden Meter und die Fortuna rettete den knappen Vorsprung ins Ziel.

Wie immer war die Atmosphäre im Stadion an der Hamburger Straße stimmungsvoll. Die rund 1000 mitgereisten Düsseldorfer machten sich aber auch immer wieder lautstark bemerkbar.

Wie schon zuletzt in Kiel und gegen Nürnberg überließ die Fortuna nach dem Seitenwechsel dem Gegner aber plötzlich das Spiel. Nach rund einer Stunde hätte die Eintracht den Ausgleich erzielen müssen. Ken Reichel (60.) scheiterte zunächst am Pfosten und jagte den Ball wenige Sekunden später unbedrängt über das Tor. Offensive Entlastung gab es für die Fortuna lange Zeit so gut wie keine, obwohl die Gastgeber die entsprechenden Räume anboten.

Erst in den letzten 20 Minuten wurde Funkels Team wieder aktiver. Aber auch die Gastgeber mobilisierten vor der Winterpause noch einmal alle Kräfte. Am Ende aber retteten Torhüter Wolf gegen Steve Breitzkreutz (89.) und seine tapfer kämpfenden Vorderleute den am Ende etwas glücklichen Sieg.

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