Michael Liendl freut sich auf den Gala-Test am Samstag gegen den BVB. Auf dem neuen Rasen will der Österreicher glänzen.

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Michael Liendl kämpft sich aus seinem Formtief heraus und muss Widerstände überwinden.

Michael Liendl kämpft sich aus seinem Formtief heraus und muss Widerstände überwinden.

Wolff

Michael Liendl kämpft sich aus seinem Formtief heraus und muss Widerstände überwinden.

Düsseldorf. Michael Liendl freut sich unglaublich auf das Spiel am Samstag gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Arena). Gegen einen solch spielstarken Gegner kann ein begabter Fußball-Techniker aus Österreich nur glänzen – hofft Liendl jedenfalls. Denn das will der 29 Jahre alte Spielmacher der Fortuna auch deshalb, um es seinen Kritikern zu zeigen.

Vielleicht waren die Erwartungen an Michael Liendl einfach zu hoch. Nach jeweils einem Treffer in den ersten beiden Saisonspielen dachten alle Experten und Fans, die zweite Spielzeit bei Fortuna Düsseldorf wird für den Österreicher noch besser, als das erste halbe Jahr schon war. Doch daraus wurde nichts. Die Formkurve zeigte nach unten. Liendl bekam zwar immer wieder das Vertrauen, aber das Team zu wenig Gegenleistung. „Ich habe mich im Trainingslager mit Michael länger unterhalten“, sagt sein Trainer Oliver Reck. „Er weiß, dass er mehr tun muss.“

Die harsche Kritik hat Liendl gut verpacken können

Viele Pässe fanden nicht mehr den Nebenmann, Liendl dribbelte sich fest und wirkte manchmal langsam und lethargisch. So war es schon erstaunlich, dass ausgerechnet der Österreicher das erste Tor im ersten Test in Spanien erzielte. Doch es war symptomatisch: Liendl traf nicht etwa mit dem Fuß sondern per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:1 gegen Basel.

„Es stimmt, ich hatte zuletzt immer mal wieder Pech mit meinen Schussversuchen, aber deshalb werde ich jetzt nicht aufhören, aufs Tor zu schießen“, erklärt Liendl, dessen Freistoß-Versuche zuletzt von außen vermehrt mit Argwohn beobachtet wurden. Sergio Pinto und Charly Benschop standen ebenfalls bereit, aber Liendl schoss – und schoss vorbei oder in die Arme des Torhüters. „Irgendwann wird der Ball mal wieder reinfallen“, glaubt er.

Prinzipiell habe er keine Probleme mit dem Selbstvertrauen, aber letztlich verfüge er nicht mehr die gute Form vergangener Monate. „Es war ein langes, erfolgreiches, aber auch sehr anstrengendes Jahr“, sagt Liendl. „Es ist viel passiert, sportlich und auch privat. Enger Spielplan, die Berufung ins Nationalteam, die Hochzeit, da kam schon einiges zusammen.“ Die teilweise harsche Kritik habe ihn nicht so gestört. „Nach einem schlechten Spiel mache ich mir schon meine Gedanken und versuche, daraus zu lernen.“

Am Tag nach dem Test gegen den BVB ist die Arena am Sonntag erneut Begegnungsstätte für die Anhängerschaft der Fortuna. Denn in den Logen Ost findet ab 9:30 Uhr der „3. Fankongress“ statt. Während sich zunächst Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen zusammensetzen, präsentieren nach einem Impulsreferat von Richard Gebhardt zum Thema „Fankulturkampf! – das Fußballstadion als politischer Ort“ und anschließender Diskussion die Arbeitsgruppen die Ergebnisse.

In der Winterpause hat er gemerkt, dass ihm der Fußball schon wieder fehlt, und deshalb sei der Hunger auf das Spiel wieder riesig groß. „Ich glaube, seit dem ersten Trainingstag merkt man mir das auch an, dass ich wieder anders auf dem Platz stehe.“

Der Regisseur weiß, dass er das Vertrauen des Trainers hat

Der schlechte Rasen der kalten Jahreszeit ist zunächst einmal vergessen. „Ich bin nicht der Typ, der sich gerne im Matsch rumwälzt“, sagt Liendl, der glaubt, dass die Fortuna mehr über das Spielerische kommt. „Bevor der Ball kam, konnte man nicht mehr schauen, wo man hinspielt, weil er so unberechenbar hoppelte“, sagt der Regisseur. „Aber es war für alle auch ein Lernprozess, dass es nur über das Spielerische nicht funktioniert.“

Am Samstag wird der Rasen ideal sein, Liendl spürt das Vertrauen des Trainers und weiß, dass er gegen Dortmund einen Fehlpass spielen darf. „Das wird ein richtig geiles Spiel“, sagt Liendl.

© WhatsBroadcast

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