Levan Kenia hat sich viel vorgenommen und möchte sich und der Fortuna helfen.

Levan Kenia schleppt einen Gewichtsschlitten hinter sich her. Die großen Erwartungen belasten den 23-Jährigen dagegen nicht.
Levan Kenia schleppt einen Gewichtsschlitten hinter sich her. Die großen Erwartungen belasten den 23-Jährigen dagegen nicht.

Levan Kenia schleppt einen Gewichtsschlitten hinter sich her. Die großen Erwartungen belasten den 23-Jährigen dagegen nicht.

Wolff

Levan Kenia schleppt einen Gewichtsschlitten hinter sich her. Die großen Erwartungen belasten den 23-Jährigen dagegen nicht.

Düsseldorf. „Ich will endlich wieder Fußball spielen, das ist mein Beruf. Es waren drei lange Jahre, eine ganz schlechte Zeit, als mich schwere Knöchelverletzungen aus der Bahn geworfen haben.“ Die ersten Sätze von Levan Kenia in unserem Gespräch machen unmissverständlich deutlich, wie wichtig es für den 22-jährigen Georgier ist, einen Neustart bei einem renommierten Verein machen zu dürfen.

Im Jahr 2008 war er von Lokomotivi Tiflis, dem Club seiner Geburtsstadt, zur U19-Mannschaft von Schalke 04 gekommen und wurde bereits nach einem halben Jahr in den Profikader übernommen. Viel Freude hatte er dort allerdings nicht, machte nur elf Spiele für die Knappen, als ihn der erste Bänderriss im Sprunggelenk ereilte, der den jungen Spieler für 14 Monate von seinem Beruf abhielt. Eine erneute Verletzung verlängerte die Leidenszeit auf ganze drei Jahre. Weil Schalke ihn danach nicht mehr wollte, wurde er über Zenit St. Petersburg nach Karpaty Kviv in die Ukraine transferiert.

Die ersten Tage waren für den Georgier sehr schwer

„Jetzt bin ich seit eineinhalb Jahren fit und freue mich, endlich wieder angreifen zu können.“ Er habe auch keine Angst mehr, verriet der georgische Nationalspieler gut gelaunt auf der Terrasse des Hotels Belevédère im Trainingslager in Spiez. „In der Mannschaft wurde ich gut aufgenommen, auch wenn es am Anfang noch sehr schwierig war, weil ich in der Ukraine nicht mehr viel gemacht habe“, sagte Kenia, der zwar intensiv allein trainiert hat, „aber das ist nicht das Gleiche wie ein Mannschaftstraining.“

In Düsseldorf hatte er sich lange Zeit bei Bernd Restle für Reha-Maßnahmen aufgehalten und in dieser Zeit die Fortuna näher kennengelernt, unter anderem durch die Relegation gegen Hertha BSC. „Da ist mir die Fortuna sympathisch geworden, und ich hatte auch gar keine ‚Halbangst’“, fügte er lachend hinzu.

Mit der Frage nach seinen Zielen hatte er offenbar gerechnet. „Als Fußballer musst du Ziele haben, ohne ein Ziel brauchst du gar nicht erst anzufangen.“ Trotz seiner noch jungen Jahre will er seine Erfahrungen nutzen – für sich und auch für die Mannschaft.

Kenia: Einen echten „10er“ gibt es eigentlich nicht mehr

Egal ob im Borkumer Regen oder im meist sonnigen Spiez mit Blick auf die herrliche Schweizer Bergwelt – Sportvorstand Wolf Werner zeigt sich fast immer so, wie man ihn bestens kennt - mit dem Handy am Ohr. Dass er sich auf die andere Seite des Platzes begibt, hängt oft genug mit Beratergesprächen und Spielerverpflichtungen zusammen. Diesmal allerdings nicht. In Spiez ging es schlicht darum, wie die griechische Neuverpflichtung Giannis Gianniotas auf dem schnellsten Weg in das Trainingslager nachkommen kann, nachdem seine U19-Mannschaft aus einem Turnier ausgeschieden ist.

Nach langer Forschungsarbeit hat Stephan Vogel Anfang Juli das Buch „Fortuna Düsseldorf Oberliga West 1947 bis 1955“ im Selbstverlag veröffentlicht. Es ist ein Nachschlagewerk mit einer Vielzahl von Informationen, die in dieser Form noch nie veröffentlicht wurden. Das 216 Seiten starke Buch kann für 14,90 Euro auf allen Vertriebswegen erworben werden. Die ISBN-Nummer ist 978-3849524562.

„Ich habe in mir Kräfte gefunden, die es mir ermöglichen, weiter zu kämpfen – das möchte ich auch weiter vermitteln“, sagte der 23-Jährige. Die Rolle des Spielgestalters käme seiner Spielauffassung schon sehr nahe, Pässe spielen, das Spiel kontrollieren. „Das liegt mir schon, aber den klassischen ,10er’, den gibt es eigentlich gar nicht mehr.“ Er werde deshalb auch zusätzlich zu seiner Spielweise aus dem zentralen Mittelfeld großen Wert auf verwertbare Flanken legen. Ein Bekenntnis ganz zum Schluss des Gesprächs legte der Hoffnungsträger im Mittelfeld dann auch noch mit großem Ernst ab: „Fortuna Düsseldorf ist ganz sicher keine Durchgangsstation für mich. Ich möchte dem Club helfen, seine Ziele zu erreichen und damit auch mir helfen, meine zu erreichen.“

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