Fortuna spielt in Paderborn 1:1 und hat im ersten Auswärtsspiel auch eine Portion Glück.

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Jens Langeneke überwindet Paderborns Torhüter Kruse zum 1:0.

Jens Langeneke überwindet Paderborns Torhüter Kruse zum 1:0.

Christof Wolff

Jens Langeneke überwindet Paderborns Torhüter Kruse zum 1:0.

Düsseldorf/Paderborn. Fortuna-Trainer Norbert Meier suchte in seiner Analyse des 1:1 (0:1) beim SC Paderborn beinahe nach Zufriedenheit mit diesem Punktgewinn. Irgendwie hätte er schon gerne mehr mitgenommen, gab Meier offen zu. „Vor allem, weil wir so lange geführt haben.“ Am Ende befand der Trainer die Punkteteilung als „in Ordnung“. Was er damit nicht sagte: „Es war vielleicht mehr drin.“ Trotz einer vergleichsweise mäßigen Vorstellung.

Denn zwischen dem verwandelten Foulelfmeter von Jens Langeneke und dem Ausgleich durch Paderborns Matthew Taylor lagen immerhin 32 lebendige Spielminuten. Genau in dieser Zeit hätten die Düsseldorfer Zweitliga-Fußballer einerseits die Vorentscheidung schaffen können – vor allem beim Kopfball durch Assani Lukimya, den Lukas Kruse reaktionsschnell von der Linie kratzte (55.). „Damit hätten wir den Sack zugemacht“, sagte der Trainer.

Andreas Lambertz fehlt wegen einer Grippe

Anderseits hätten die Gäste im Druck der Paderborner aber auch durchaus untergehen können, die Abwehr wackelte ein ums andere Mal. Die Entlastung durch Offensivaktionen fiel fast völlig aus. Vielleicht spielte der Ausfall des laufstarken Kapitän Andreas Lambertz eine Rolle, der mit Fieber und Halschmerzen daheim bleiben musste.

Man müsse in den Situationen klarer spielen, sich besser befreien, sagte Norbert Meier selbstkritisch. „Wenn du das nicht schaffst, bekommst du eben den Ausgleich.“ Und so geschah es auch: Zum wiederholten Male hatten die Paderborner mit Doppelpässen die Abwehr ausgehebelt, Matthew Taylor schoss das 1:1.

Meiers Gegenüber Roger Schmidt drückte seine Zufriedenheit klarer aus: „Die erste Hälfte lief unglücklich für uns, aber am Ende bin ich froh, dass wir nach einem Rückstand zurückgekommen sind.“ Die Fortunen ließen sich zu sehr hinten reindrängen ließen. Vor allem mit Daniel Brückner hatten sie Probleme.

Meier ist mit dem Start einigermaßen zufrieden

Michael Ratajczak – trotz böigen Windes fast immer auf dem Posten, hatte viel Arbeit.
Christian Weber – hatte defensiv einige Probleme mit dem quirligen Brückner.
Jens Langeneke – verwandelte den Elfmeter nervenstark, in der Verteidigung mit vollem Einsatz und fast überall zu finden.
Assani Lukimya – hielt voll dagegen, mit wenig Wacklern, hätte beinahe das 2:0 erzielt.
Johannes van den Bergh – defensiv bemüht, wurde häufig überlaufen. Wie beim 1:1.
Adam Bodzek – lief insgesamt zu oft dem Geschehen hinterher, nach Gelb deutlich gehemmt in den Zweikämpfen.
Oliver Fink – konnte die Paderborner nur selten stoppen.
Maximilian Beister – holte den Elfmeter raus, versuchte viel, ihm gelang aber wenig.
Sascha Dum –  rannte sich oft fest.
Sascha Rösler – beschäftigte die Verteidiger zwar gut, kam aber selten durch.
Ken Ilsø – konnte diesmal kaum Akzente setzen.

Michael Ratajczak

6. Minute: Lukimya blockt den Schuss von Kara aus kurzer Distanz in letzter Sekunde.
16.: Meha schießt aus 21 Metern, leichte Beute für Ratajczak.
24.: Die Flanke von Wemmer lenkt Ratajczak per Flugeinlage aus der Gefahrenzone.
33.: Mehas 40-m-Freistoß aus dem Mittelfeld wird durch den böigen Wind gefährlich, Ratajczak lenkt über die Latte.
39.: Beisters 16-m-Schuss aus der Drehung entschärft Kruse.
41.: Wissing foult Beister im Strafraum und sieht dafür Gelb.
42.: Langeneke trifft per Elfmeter zum bis dahin glücklichen 1:0.
49.: Einen 30-m-Schuss von Dum schnappt Kruse im Nachfassen.
52.: Weber köpft vor dem eigenen Tor, Ratajczak lenkt den Abpraller über die Latte.
53.: Beister scheitert an Kruse.
55.: Glanzparade von Kruse gegen Lukimyas Kopfball.
74.: Bei einer sehenswerten Kombination sieht die Fortuna-Abwehr tatenlos zu, Taylor schiebt zum verdienten 1:1 ein.
82.: Taylors 17-m-Schuss hält Ratajczak sicher.

SC Paderborn: Kruse – Wemmer, Gonther, Mohr, Wissing (46. Bertels) – Alushi, Krösche – Meha (46. Taylor), Kara, Brückner – Proschwitz

Fortuna Düsseldorf: Ratajczak – Weber, Langeneke, Lukimya, van den Bergh – Bodzek, Fink – Beister (71. Bröker), Dum (77. Kruse) – Rösler, Ilsö (86. Juanan)

Schiedsrichter: Jochen Drees (Münster)

Zuschauer: 11 014

Tore: 0:1 (42./Foulelfmeter) Langeneke, 1:1 (74.) Taylor

Gelbe Karten: Krösche, Kara, Brückner, Wissing / Bodzek, Beister

„Wenn wir das 2:0 machen, gewinnen wir.“
Christian Weber, Fortuna-Verteidiger, denkt an die zwei Großchancen der Fortuna nach der Halbzeit

 

„Besser kann man den kaum köpfen – schade, dass der Torwart da noch rankommt.“ Assani Lukimya, Fortuna-Innenverteidiger, dessen Kopfball von Kruse sensationell gehalten wurde

 

„Wer in der Pause 0:1 zurückliegt, muss mit dem einen Punkt zufrieden sein.“
Florian Mohr, Paderborn, zur Gesamtwertung des 1:1

 

„Ich hab’ Doping.“
Jens Langeneke, Fortuna-Torschütze, musste nach dem Spiel zum Dopingtest

Zufrieden war Meier dann eher mit dem Blick auf die Tabelle nach zwei Spieltagen: „Wir haben aus zwei Spielen schon vier Punkte geholt – das ist ein besserer Beginn als im vergangenen Jahr.“ Da hagelte es nach dem Pokal-Aus sechs Liga-Niederlagen in Folge.

Die jetzigen vier Punkte dürfen da durchaus ein bisschen zufrieden machen. Auch wenn Verbesserungsmöglichkeiten deutlich sichtbar waren. Dafür besteht dann am Sonntag in der ersten DFB-Pokalrunde bei Hessen Kassel (17.30 Uhr) die nächste Gelegenheit.

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