Der Kapitän ärgert sich in Spanien über seine vergebenen Chancen in Hamburg und München.

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Der Trainer und sein Kapitän: Norbert Meier (rechts) und Andreas „Lumpi“ Lambertz in Spanien.

Der Trainer und sein Kapitän: Norbert Meier (rechts) und Andreas „Lumpi“ Lambertz in Spanien.

Wolff

Der Trainer und sein Kapitän: Norbert Meier (rechts) und Andreas „Lumpi“ Lambertz in Spanien.

Ganz solide hat der Kapitän Silvester gefeiert. Und groß umstellen, musste sich Andreas "Lumpi" Lambertz am Freitag auch nicht. Denn Claus Costa hatte mit ihm gefeiert und ist nun im Trainingslager von Fortuna Düsseldorf in Spanien sein Zimmergenosse. "Unsere Frauen Steffi und Kathrin sind auf die Idee der gemeinsamen Feier gekommen. Dann haben wir uns auch das Taxi zum Flughafen geteilt", sagte Lambertz am Freitag, nachdem er frisch geduscht in der Lobby des Hotels auf das Abendessen wartete. Über Sinn oder Unsinn der Reise in wärmere Gefilde philosophierte er nur kurz. "Eigentlich hätten wir in der Liga auch direkt weiterspielen können. Denn so eine kurze Winterpause macht eigentlich gar keinen Sinn", erklärte Lambertz, der sich an keine Vorbereitung erinnern kann, die so kurz war wie dieses. "Immerhin haben wir hier in Spanien vernünftige klimatische Verhältnisse."

Seiner Kapitänsrolle war Lambertz schon auf dem Flughafen bei der Ankunft der Mannschaft auf spanischem Boden gerecht worden war. Wie selbstverständlich griff er beim Verladen der großen Materialkoffer zu. Wenig später ging es bereits auf den Trainingsplatz, und im Spiel sieben gegen drei musste auch er nicht selten das gelbe Leibchen tragen und versuchen, gegen die Überzahl den Ball zu erobern. "Wir haben eine bombastisch gute Truppe, jeder kann es eigentlich mit jedem", sagte Lambertz. "Da hat man als Kapitän nicht so viel zu tun. Denn es gibt ja auch andere Führungsspieler."

Kritik übt der 25-Jährige auch. Allerdings vor allem Selbstkritik. "Wir hätten sogar in der Hinrunde noch mehr erreichen können", erklärt er. Auf St. Pauli habe er zum Schluss eine 100-prozentige Chance nicht nutzen können, und auch bei 1860 München hätte Lambertz mit einem Pass kurz vor Schluss das Spiel für die Fortuna mitentscheiden können. "Ich bin zwar mit meiner Leistung in dieser Hinrunde insgesamt zufrieden, aber ich belohne mich selbst nicht genug für meinen Aufwand. Aber das kann sich ja in der Rückrunde ändern. Dann könnte es ja mit dem Ding klappen, von dem alle träumen." Für Lambertz ist völlig zweitrangig, über die Saison hinaus zu denken. Wie der Teufel das Weihwasser vermeidet Lambertz den Begriff Durchmarsch. Aber wenn das das einzige Problem der Fortuna in der Vorbereitung auf die Rückrunde ist, wird "Lumpi" noch von vielen Fans auf die tollen Leistungen der Vorrunde angesprochen. Auf Andreas reagiert Lambertz gar nicht mehr: "Nur mein Sohn Collin nennt mich Papa, sonst alle nur Lumpi. Die meisten wissen gar nicht, wie ich richtig heiße."

Mit einer Maschine des Premiumsponsors ging es für den Fortuna-Tross am Freitag in die spanische Sonne. Das höchstens zur Hälfte gefüllte Flugzeug landete zehn Minuten früher als planmäßig in Jerez, das sich an diesem 1. Januar ebenso menschenleer präsentierte wie auch Sancti Petri nahe Chiclana, das 35 Kilometer südlich von Cadiz an der Atlantikküste liegt und im Barossa Palace Hotel die Fortuna noch bis zum 8. Januar beherbergt. Pünktlich zum Beginn des Trainings war der Himmel wolkenlos und die Sonne lachte für den Zweitliga-Aufsteiger. Jonas Deumeland ist in Chiclana der vierte Torhüter.

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