Häufige Personalwechsel, mieses Passspiel und fehlender Teamgeist sorgten in der Hinrunde für die Probleme im Zentrum.

Kerem Demirbay (links) war fast immer für einen überraschenden Einfall gut.
Kerem Demirbay (links) war fast immer für einen überraschenden Einfall gut.

Kerem Demirbay (links) war fast immer für einen überraschenden Einfall gut.

Christof Wolff

Kerem Demirbay (links) war fast immer für einen überraschenden Einfall gut.

Düsseldorf. Das Mittelfeld von Fortuna Düsseldorf ist unserem dritten Teil des Winter-Checks an der Reihe. Diese Zone im Spiel des Fußball-Zweitligisten war so etwas wie die Experimentier-Wiese. Dort gab es immer wieder personelle wie taktische Umstellungen.

Die Entwicklung und derzeitige Situation

Die Ausrichtung war für Trainer Frank Kramer zu Saisonbeginn keine Frage. Er wollte möglichst immer mit zwei Sechsern, einem zentralen offensiven Mittelfeldspieler und zwei Außen agieren. Die Probleme ergaben sich ebenfalls direkt vom ersten Spieltag an. Die Sechser (zu Beginn Koch und Liendl) harmonierten nicht und hatten Probleme, die Abwehr effektiv zu unterstützen. Joel Pohjanpalo war als Spieler hinter der einzigen Spitze (Ya Konan) überfordert. Doch auch nach personellen Wechseln – Bodzek, Schmitz, Sobottka, Demirbay und Fink spielten zwischenzeitlich auf der Sechs – funktionierte das System nur selten. Und auch wenn Kramer zu einem System mit zwei Stürmern wechselte, haperte Fortunas Spiel vor allem deshalb, weil defensiv nicht konsequent genug gearbeitet wurde und die Außen weder zu Flanken kamen, noch den einzigen Stürmer richtig unterstützen konnten.

Die im Saisonverlauf gezeigten Stärken

Während die großen Hoffnungsträger Mathis Bolly und Sercan Sararer deutlich unter ihren Möglichkeiten und weit hinter den Erwartungen zurückblieben, gab es nach dem Wechsel von Michael Liendl mit den ersten Auftritten von Kerem Demirbays Leistung dann auch eine spielerische Weiterentwicklung. Die neue „Nr. 10“ im Spiel der Fortuna benötigte ein paar Spiele, war dann aber mit seinen Freistößen und kreativen Aktionen immer für eine Torvorbereitung oder einen Treffer gut. Er war der einzige Spieler, der in Vorrunde neben Michael Rensing halbwegs die Erwartungen erfüllen konnte.

Die im Saisonverlauf gezeigten Schwächen

Die markantesten Schwächen in der ersten Hälfte der Hinrunde waren die viel zu häufigen Fehler im Abspiel. Was weniger augenfällig war, aber dem Mannschaftsgeist schadete, war lange die mangelnde Bereitschaft für den Mitspieler einzuspringen und dessen Fehler auszubügeln. Im Mittelfeld wirkte sich der fehlende Zusammenhalt ähnlich fatal aus wie auch in der Abwehrzentrale. Durch die fast ständigen personellen Wechsel konnte sich auch keine Besserung bei der Abstimmung und Raumaufteilung ergeben. Die Verletzungen und Sperren trugen dazu bei. Und zuletzt wurde im Fortuna-Spiel deutlich: Falls Kerem Demirbay einen schlechten Tag hatte, vom Gegner aus dem Spiel genommen wurde oder wegen seiner Sperre nicht dabei war, fehlten die Überraschungsmomente und seine gewisse spielerische Leichtigkeit.

Der Ausblick auf den restlichen Saisonverlauf

Die Hoffnung auf Besserung in Fortunas Mittelfeldspiel klammert sich gleich an mehrere Personen. Von Julian Koch kann eine deutliche Leistungssteigerung erwartet werden, wenn nicht mehr so viel Verantwortung auf seinen Schultern liegt und der 25-Jährige freier aufspielen kann, wie er das in St. Pauli zumindest eine Halbserie lang gezeigt hat. Marcel Sobottka wird wieder fit sein und sollte an so manche gute Leistungen in der Hinrunde anknüpfen können. Kerem Demirbay kehrt zurück. Nachdem sich die HSV-Leihgabe immer besser ins Spiel der Fortuna eingefunden hat, darf noch viel von ihm erwartet werden. Nicht ganz so leicht wird das für Christopher Avevor sein, der nach seiner langen Verletzungspause noch eine gewisse Zeit brauchen wird, um an seine Bestform anzuknüpfen. Auch für Lukas Schmitz und vor allem für Sercan Sararer sollte eine Steigerung durchaus möglich sein.

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