Nach seinem fulminanten Start ist es ruhiger um Ken Ilsø geworden. Doch die gute Laune nimmt dem 25-jährigen Dänen keiner.

Ken Ilsø traf in der vergangenen Rückrunde nach Belieben. Aktuell gehört er nicht zur ersten Wahl.
Ken Ilsø traf in der vergangenen Rückrunde nach Belieben. Aktuell gehört er nicht zur ersten Wahl.

Ken Ilsø traf in der vergangenen Rückrunde nach Belieben. Aktuell gehört er nicht zur ersten Wahl.

Christof Wolff

Ken Ilsø traf in der vergangenen Rückrunde nach Belieben. Aktuell gehört er nicht zur ersten Wahl.

Düsseldorf. Die Menschen in Deutschland haben immer weniger Freude an ihrem Job. Anforderung und Druck steigen, Bezahlung und Wertschätzung durch Vorgesetzte sinken. Wer Ken Ilsø bei der Arbeit zuschaut, sieht die jährlichen Studien diverser Institute aber nicht unbedingt bestätigt. Wo immer Fortunas Stürmer auftaucht, wirkt er nicht nur stets gut gelaunt, er steckt die Menschen um ihn herum mit seiner Lebensfreude regelrecht an.

Zugegeben: Der Vergleich hinkt etwas, denn ein gut bezahlter Profisportler hat im Job grundsätzlich mehr zu lachen als „gewöhnliche“ Arbeitnehmer. Doch im Falle Ilsøs ist die permanente Fröhlichkeit zumindest überraschend.

Nur drei Spiele von Beginn an, kein Tor, lediglich zwei Vorlagen

Als einer der wenigen dürfte der 25-Jährige nämlich alles andere als zufrieden sein mit der nahezu perfekten Hinrunde der Düsseldorfer Zweitligafußballer. Nur drei Spiele von Beginn an, kein Tor und lediglich zwei Vorlagen stehen bei Fortunas Dänen nach 19 Liga- und drei Pokalspielen zu Buche. Seinen Stammplatz aus der vorherigen Rückrunde – in der Ilsø alle 16 Spiele auf dem Platz stand, sieben Mal traf und weitere vier Treffer vorbereitete – hat er längst verloren. Denn wie so oft im Fußball ist der Lauf der einen Stürmer (Beister, Rösler, Bröker) das Pech der anderen (Ilsø, Kruse, Grimaldi, Jovanovic, Königs).

Das weiß auch Ilsø, der sich die Hinrunde anders vorgestellt hatte: „Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich spielen werde. Aber so ist es nicht gelaufen.“ Dementsprechend ist er trotz der Tabellenführung der Mannschaft und seiner angeborenen guten Laune nicht zufrieden mit dem vergangenen halben Jahr. „Natürlich freut man sich für den Verein, wenn er erfolgreich ist“, sagt der 25-Jährige. Doch bei allen Floskeln von der mannschaftlichen Geschlossenheit gibt es auch eine persönliche Sichtweise. „Und man freut sich anders mit, wenn man auf der Bank sitzt und selbst nicht spielt.“ Eine erfrischend ehrliche Aussage.

Nun, durch die Verpflichtung des finnischen Nationalstürmers Timo Furuholm, wird es noch schwerer für den Dänen, regelmäßig zu spielen. Um so wichtiger wird nun die Vorbereitung für den 25-Jährigen. Zwar werden die Leistungen der Hinrunde nicht vollends vergessen sein, doch allzu sicher sollte sich selbst das bislang so gut funktionierende Offensivtrio nicht sein, automatisch für den Start gegen Ingolstadt (4. Februar) und Frankfurt (13. Februar) gesetzt zu sein.

am 2. Dezember 1986 in Kopenhagen

SönderjyskE (07/2007-08/2009), FC Midtjylland (09/2009-12/2010), Fortuna (seit 19. Januar 2011)

sieben Tore in 29 Ligaspielen für Fortuna

Seinen Start werden die Fortunafans wohl so schnell nicht vergessen. In der 83. Minute bei Hertha BSC eingewechselt, sorgte er gleich für mächtig Betrieb im Strafraum der Berliner. Am Ende verlor Fortuna dennoch 2:4. Nur eine Woche später, bei seinem ersten Heimspiel, traf er gleich drei Mal beim 6:0 gegen den FSV Frankfurt.

Trotzdem, sagt Ilsø, werde er die nächsten Wochen auf den Trainingsplätzen in Düsseldorf und Marbella nichts anders machen. „Ich versuche immer, die gleichen Dinge zu tun, und hoffe, dass das Erfolg bringt. Ich weiß, dass ich meine Chance wieder bekommen werde.“

Ken Ilsø bleibt weiterhin einer der großen Lieblinge der Fans

Das dürfte die richtige Entscheidung sein. Schließlich hat er das Fußballspielen nicht verlernt. Das wissen auch die Fans, für die Ilsø trotz seiner mageren Saisonausbeute nach wie vor einer der Lieblinge ist. Neben den absoluten Stammkräften Assani Lukimya und Andreas Lambertz ist Ilsø der Einzige, dessen Name regelmäßig auf der Tribüne skandiert wird. Und das sicher nicht nur, weil er sich – ähnlich wie „Luki“ und „Lumpi“ – leicht rufen lässt. Diese Wertschätzung beruht natürlich auf Gegenseitigkeit. „Ich fühle mich nach wie vor sehr wohl hier“, sagt er und grinst. Was auch sonst?

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