Drittligist Fortuna bereitet sich konzentriert auf das Spiel am Sonntag in Unterhaching vor.

Die Fortunen zeigen beim Training vollen Einsatz.
Die Fortunen zeigen beim Training vollen Einsatz.

Die Fortunen zeigen beim Training vollen Einsatz.

Wolff

Die Fortunen zeigen beim Training vollen Einsatz.

Düsseldorf. In diesen närrischen Tagen hat Norbert Meier nicht viel mit Karneval am Hut. Obwohl der Trainer der Fortuna schon lange im niederrheinischen Dülken wohnt, wo ebenfalls ordentlich gefeiert wird. Meier weiß das, er war schon einige Male dabei, aber bis Sonntagabend interessiert es ihn nicht, sagt er.

Denn wenn die Rheinländer in den Straßenkarneval ziehen, schwört der 50-Jährige die Drittliga-Fußballer auf das wichtige Spiel am Sonntag bei der SpVgg Unterhaching ein. Dann zieht er sich ganz auf seine kühle norddeutsche Mentalität zurück: "Der Karneval findet eben statt. Die Menschen hier sind damit groß geworden, die Freude sollte man ihnen lassen."

Das gilt sicherlich auch für den ein oder anderen Spieler. Der Kölner Hamza Cakir, Andreas Lambertz als gebürtiger Dormagener oder Olivier Caillas, dem seine Frau Karina als Aachenerin die Narrenzunft näher gebracht hat. "In einer Stadt wie Düsseldorf muss man da ja eigentlich mitmachen", so der 31-Jährige.

Im vergangenen Jahr fiel das schon flach. Da war Caillas gerade vom SV Wehen-Wiesbaden nach Düsseldorf gewechselt und hatte "andere Dinge" zu erledigen. Dabei ist Caillas ein "Spaßvogel"-Typ. Selten um einen Jux verlegen, er kann "austeilen und einstecken", sagt er.

Trainer Norbert Meier hat kein Karnevals-Verbot ausgesprochen

Wäre der Saarländer hier geboren und nicht gerade Mittelfeldspieler eines ambitionierten Drittligisten, gehörte er sicher zu den rheinischen Jecken. "Mit mir kann man Spaß haben, und ich verkleide mich gerne." Doch in diesen Tagen ist die einzige "Verkleidung" beruflicher Natur.

Fortuna tritt als Tabellendritter (40 Punkte) bei der SpVgg Unterhaching (5./35) an. Patzt Paderborn (2./42) tags zuvor in Regensburg (16.), können die Düsseldorfer auf den zweiten (Aufstiegs-)Platz der dritten Liga klettern.

Täglich Trainingsklamotten und am Sonntag das Trikot mit der Nummer 30. Es gehe in diesen Tagen nur darum, aus Unterhaching was mitzubringen: "Wir können uns selbst beschenken. Punkte wären wohl die beste Erlaubnis, um am Rosenmontag feiern zu dürfen."

Das hört sein Trainer sicher gerne, denn besondere Verbote haben er und Sport-Geschäftsführer Wolf Werner nicht ausgesprochen. "Ich werde nicht jeden um 20 Uhr zur Kontrolle anrufen, ich bin ja kein Kindermädchen", so Meier. Nach einem erfolgreichen Sonntag setzt sich der gebürtige Schleswig-Holsteiner dann vielleicht auch mal die Narrenkappe auf.

Am Rosenmontag ziehen die Jecken durch Dülken. "Wenn wir Lust haben, stellen sich meine Frau und ich mal ein Stündchen an die Straße und schauen zu." Mit einem oder drei Punkten aus Unterhaching sicherlich auch etwas jecker.

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