Kaan Ayhan geht auf dem Platz voran. Dabei schont der Defensivspieler der Fortuna weder sich noch seine Gegner. Verändern möchte er seinen Spielstil aber keinesfalls.

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Bei der Fortuna hat sich Kaan Ayhan (M.) zu einem Führungsspieler entwickelt. Gegen Dortmunds Mo Dahoud (l.) kommt hier Jean Zimmer zur Hilfe.

Bei der Fortuna hat sich Kaan Ayhan (M.) zu einem Führungsspieler entwickelt. Gegen Dortmunds Mo Dahoud (l.) kommt hier Jean Zimmer zur Hilfe.

Wolff

Bei der Fortuna hat sich Kaan Ayhan (M.) zu einem Führungsspieler entwickelt. Gegen Dortmunds Mo Dahoud (l.) kommt hier Jean Zimmer zur Hilfe.

Marbella. Ein „Trainingslager-Typ“ ist Kaan Ayhan nicht: „Ich kenne auch keinen Spieler, der das gerne macht.“ Der Abwehrspieler der Fortuna weiß aber, dass die Arbeit in der Wintervorbereitung sehr wichtig für den weiteren Saisonverlauf in der 2. Fußball-Bundesliga sein wird. „Der Gedanke daran macht es ein wenig leichter“, sagt Ayhan. Der Weihnachtsurlaub in New York gehört also der Vergangenheit an, jetzt konzentriert sich alles auf den Beginn der restlichen Saisonspiele. Bitter für Ayhan, dass er – wie auch Nebenmann André Hoffmann – gleich im ersten Spiel wegen einer Gelbsperre pausieren muss.

Die fünfte Gelbe Karte ist auch ein wenig Ausdruck seiner Spielweise, bei der er weder sich, noch die Gegenspieler schont. „Solche Fehler, die mir durch meine Emotionalität passiert sind, waren für meine Entwicklung sehr wichtig“, sagt der türkische Nationalspieler. „Ich habe daraus gelernt.“ Auch die Gespräche mit Mentalcoach Axel Zehle haben dem 23-Jährigen geholfen. Großartig ändern will er sein Spiel nicht. „Wir haben geklärt, dass das emotionale Spiel für mich ganz wichtig ist. Ohne das fehlt mir etwas“, sagt Ayhan. „Dann könnte ich der Mannschaft nicht so helfen, wie der normale Kaan das kann.“ Das könnten die wichtigen zwei bis drei Prozent sein, die sonst fehlen.

Ayhan geht hart mit sich ins Gericht wenn es um seine Leistungen geht. Jedes Spiel schaut er sich noch einmal an und schert sich wenig um die Notengebung von außen. Trotzdem freut er sich über die guten Kritiken, die er für die Spiele vor der Winterpause erhalten hat. Dass er bei anderen Vereinen begehrt ist, nimmt er wahr. Aber ihm macht es einfach Spaß, mit seiner Mannschaft erfolgreich zu sein und versucht das „Störfeuer“ von außen zu ignorieren.

Die ausschließlich defensive Rolle gefällt dem Türken inzwischen gut

Eigentlich war der gelernte Mittelfeldspieler nicht begeistert, als er zu Beginn der Saison fest vom Mittelfeld in die Abwehr wechseln sollte. „Inzwischen bin ich sehr zufrieden mit meiner Position. Ich weiß, dass ich dort der Mannschaft am besten helfen kann. Zudem macht mir diese Rolle sehr viel Spaß.“ Froh ist der 23-Jährige, dass er einen richtig guten Torhüter hinter sich stehen hat. Und es ist egal, ob es Michael Rensing oder Raphael Wolf sei. „Auf dieser Position haben wir die kleinsten Probleme“, sagt Fortunas Abwehrchef. Ayhan stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. „Ich weiß, dass ich inzwischen eine große Verantwortung trage, ohne zum Beispiel aber Oliver Fink oder Adam Bodzek den Rang ablaufen zu wollen“, sagt Ayhan. „Hinter diesen Spielern stelle ich mich gerne an und versuche die Spielertypen zu erreichen, mit denen ich vor allem zu tun habe. Da sind einige jüngere Spieler dabei. Da bin ich mir meiner Rolle bewusst.“

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