Julian Schauerte und die Fortuna wollen die Sieglos-Serie beenden – vor allem, weil es sie selbst am meisten nervt.

FUSSBALL
Außenverteidiger Julian Schauerte möchte sich auch wieder mehr in die Offensive einschalten, um die Kollegen zu unterstützen. Archiv

Außenverteidiger Julian Schauerte möchte sich auch wieder mehr in die Offensive einschalten, um die Kollegen zu unterstützen. Archiv

Christof Wolff

Außenverteidiger Julian Schauerte möchte sich auch wieder mehr in die Offensive einschalten, um die Kollegen zu unterstützen. Archiv

Düsseldorf. Psychologische Tricks oder Aberglauben mögen im Profi-Fußball nachweislich keine Vor- oder Nachteile bringen. Doch vielleicht ist es für Fortuna Düsseldorf gar nicht schlecht, dass der Monat Februar seit gestern vorbei ist. Vier Spiele gab es im zweiten Kalendermonat des Jahres 2017 für den Tabellenzwölften – gewonnen wurde keines. 2016 stand zumindest ein Erfolg aus vier Partien im Februar zu Buche.

Insgesamt wartet die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel nun seit neun Spielen auf einen dreifachen Punktgewinn. Julian Schauerte weiß, dass Fans und Umfeld mit den sprichwörtlichen Hufen scharren. Im Team selbst ist nach Auskunft des rechten Außenverteidigers deswegen aber nicht mehr Ärger über den anhaltenden Negativ-Lauf: „Uns geht das nicht auf den Keks weil es irgendwo steht, sondern weil es einfach Fakt ist“, sagt Schauerte. „Wir wollen das so schnell wie möglich ändern. Deswegen nervt uns das am meisten.“

Der 28-Jährige ist zwar nicht gerade in erster Linie für das Offensivspiel in seiner Mannschaft verantwortlich, doch er nimmt sich deshalb nicht aus der Pflicht: „Wir müssen auch über die Flügel noch mehr Akzente setzen“, erklärt „Schaui“. „Das Zwingende im Sechzehner geht uns im Moment ein bisschen ab. Wir müssen uns noch mehr reinschmeißen und den Ball notfalls irgendwie über die Linie drücken.“

Standardsituationen müssen mehr Ertrag bringen

Aus dem 0:0 gegen Heidenheim konnten die Fortunen zumindest mitnehmen, dass sie wieder einmal keinen Gegentreffer kassiert hatten. „Es war ein guter Schritt, dass wir gegen Heidenheim alle gut gearbeitet haben“, sagt Schauerte und wie bei vielen seiner Teamkollegen gewinnt man in diesen Tagen den Eindruck, dass ein Sieg genügen würde, um der Fortuna wieder Selbstvertrauen zu verleihen – insbesondere was die eigene Offensive betrifft.

Vielleicht ja schon beim VfL Bochum am Freitag (17.30 Uhr). „Die haben durch die Siege zuletzt Selbstvertrauen getankt und wollen immer Fußball spielen. Es ist ein Derby – allein deswegen wird es sicher heiß hergehen“, glaubt Schauerte. Ein probates Mittel könnten für die Rot-Weißen am Freitag die Standardsituationen sein. „Ein einfaches Tor nach einem Standard könnte uns gut tun“, erklärt der Außenverteidiger, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Trainer Funkel hatte zuletzt verkündet, dass seine Profis diese Situationen noch einmal besonders einstudiert hätten. Gegen Heidenheim waren jedoch fast ausnahmslos alle Eckbälle und Freistöße harmlos. „In der 90. Minute hatten wir einen gefährlichen Standard“, erinnert sich Schauerte. „Wenn der zum Tor führt, sind die anderen egal.“ Dann wäre auch das Gerede der sieglosen Serie möglicherweise beendet. Der März kann von den Resultaten her ohnehin (fast) nur besser werden.

Ein Einsatz von Kaan Ayhan im Spiel beim VfL Bochum ist weiterhin im Bereich des Möglichen. Der Mittelfeldspieler, der sich gegen Heidenheim am Auge verletzt hatte, nahm gestern für rund 30 Minuten am regulären Trainingsbetrieb teil. Sollte Ayhan spielen, dann wohl mit einem speziellen Tapeverband.

Axel Bellinghausen wird heute wieder ins Mannschaftstraining der Fortuna zurückkehren. Der Routinier, der gegen Heidenheim erst im Verlauf des Spiels eingewechselt wurde, hatte gestern wegen muskulären Problemen im Bauchbereich nicht mit den Teamkollegen trainieren können.

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