Gegen Werder Bremen II reichte ein 1:0.

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Marco Christ (r.) und Axel Lawaree freuen sich nach dem 1:0. Fortuna Düsseldorf gewann die Partie mit 1:0 und ist damit in die zweite Bundesliga aufgestiegen.

Marco Christ (r.) und Axel Lawaree freuen sich nach dem 1:0. Fortuna Düsseldorf gewann die Partie mit 1:0 und ist damit in die zweite Bundesliga aufgestiegen.

dpa

Marco Christ (r.) und Axel Lawaree freuen sich nach dem 1:0. Fortuna Düsseldorf gewann die Partie mit 1:0 und ist damit in die zweite Bundesliga aufgestiegen.

Düsseldorf. Der Jubel war grenzenlos, vielen Fans standen die Tränen in den Augen. Das Spielfeld war nur wenige Sekunden nach dem Abpfiff voll von Fortuna-Fans. Grenzenloser Jubel. Die Spieler konnten so schnell gar nicht entkommen, und sie kehrten auch schnell wieder zurück auf den Rasen zurück. Auch die Bremer flüchteten so schnell wie sie konnten in die Kabinen. Feierlaune, Gesang, und "nie mehr 3. Liga" schallten durch die Arena. Andreas Lambertz wurde auf den Schultern durch die Arena getragen.

Fußball-Drittligist Fortuna Düsseldorf sicherte sich mit dem 1:0 (1:0) gegen Werder Bremen II am letzten Spieltag der Saison 2008/09 den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse. Der Jubel in der ausverkauften Arena kannte keine Grenzen. Jeder wollte dabei sein, um die Rückkehr in den "echten" Profifußball zu feiern.

Und auch Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz und Abwehrchef Jens Langeneke wollten sich das wohl wichtigste Spiel des Düsseldorfer Drittligisten in den vergangenen zehn Jahren sicherlich nicht entgehen lassen, zumal Trainer Norbert Meier beim alles entscheidenden Spiel um den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga nicht auf die beiden Leistungsträger verzichten konnte.

Und deshalb bissen die zuletzt angeschlagenen Akteure auf die Zähne und holten sich beim Einlaufen in die mit 50 095 Zuschauern ausverkaufte Düsseldorfer Arena das zu erwartende Gänsehautgefühl, das sich beim Schlusspfiff verstärkt haben dürfte. Getragen von einer schier endlos wirkenden Begeisterung sprintete Sebastian Heidinger in den ersten Sekunden los, überrannte die Abwehr von Werder Bremen II und hätte eigentlich den Ball nur noch ins Tor schieben müssen.

Doch Torwart Sebastian Mielitz lenkte die Kugel mit Mühe zur Ecke. Da waren gerade zehn Sekunden gespielt. Diese Begeisterung mag dem Flankenversuch vom rechten Flügel von Marco Christ zusätzlichen Drall gegeben haben. Denn der Ball senkte sich hinter dem verdutzten und dabei nicht besonders gut aussehenden Bremer Torwart Mielitz zum 1:0 ins Netz (12.). Allerdings schockten die Gäste die Zuschauer mitten im Torjubel, als Nicolas Feldhahn eine Volley-Abnahme an das Lattenkreuz drosch (14.).

Fortuna Düsseldorf - Werder Bremen II 1:0 (1:0)

Fortuna Düsseldorf: Melka - Schwertfeger, Langeneke, Cakir, Hergesell - Lambertz (69. Kadah), Costa, Christ, Heidinger (86. Sieger) - Jovanovic, Lawarée (82. Cebe)

Werder Bremen II: Mielitz - Schiller, Stallbaum, Schmidt, Andersen - Feldhahn (63. Testroet), Ikeng, Kruse, Perthel (79. Menga) - Kempe, Oehrl

Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Hannover)

Zuschauer: 50 095 (ausverkauft)

Tore: 1:0 (12.) Christ

Gelbe Karten: Jovanovic, Christ / Ikeng, Schmidt, Schiller

1. Min.: Zehn Sekunden nach dem Anpfiff scheitert Heidinger freistehend an Mielitz.

12. Min.: Ein Flankenversuch von Marco Christ senkt sich zum 1:0 ins Netz.

14. Min.: Feldhahns Volley-Abnahme kracht ans Lattenkreuz.

20. Min.: Jovanovic zieht freistehend aus 10 m ab, Mielitz klärt knapp per Fußabwehr.

44. Min.: Chaos im Fortuna-Strafraum, Melka irrt bei einer Flanke umher, mit Mühe klären die Verteidiger nach mehreren Versuchen.

Auf der anderen Seite konnte Mielitz nur per Fuß klären, als Ranisav Jovanovic freistehend aus zehn Metern flach abzog (20.). Die Bremer, die wie angekündigt ohne Verstärkung aus dem Profi-Kader um den Klassenerhalt kämpften, waren sichtlich beeindruckt von der Kulisse, leisteten sich teils haarsträubende Fehler in der Abwehr und hatten dem Schwung der Gastgeber lange nichts entgegenzusetzen.

In der zweiten Hälfte machte Bremen mehr Druck, die Fortuna ließ sich weit in die eigene Hälfte drängen. Ein gefährliches Spiel, das aber dank der stabil stehenden Abwehr um Jens Langeneke nicht bestraft wurde. Zumal "Lumpi" Lambertz es nur eine gute Stunde schaffte und in der 69. Minute gegen Deniz Kadah ausgewechselt werden musste. Die Fans trugen die Spieler sprichwörtlich mit ihrer Begeisterung.

Das war lange vor dem Spiel abzusehen: Denn schon in den frühen Morgenstunden war die rot-weiße Lawine in Richtung Arena gerollt. Auto-Fähnchen flatterten im Wind, wohl sämtliche Fortuna-Trikots der vergangenen 30 Jahre wurden getragen, und im Stadion wurden rote und weiße T-Shirts mit Vereinslogo und der Aufschrift "We can" verkauft. Am Büdchen an der Oberkasseler Brücke veranstalteten die dort Bier trinkenden Fans und die Vorbeifahrenden beim gegenseitigen Grüßen schon vor dem Spiel erste Hupkonzerte.

Am Freitag zuvor hatte es einen enormen Ansturm auf die Geschäftsstelle gegeben, alle wollten sich noch mit Fan-Artikeln eindecken. Keiner wollte den großen Tag verpassen, an dem die Düsseldorfer nach zehn Jahren Dritt- und Viertliga-Tristesse zurück in die 2. Liga kommen konnten. Nicht anders als die eigentlich angeschlagenen Spieler Lambertz und Langeneke, die nach dem Schlusspfiff mit den Fans ausgelassen feiern konnten. Nicht nur ihr Einsatz hatte sich gelohnt.

© WhatsBroadcast

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