Fortuna Düsseldorf - SG Dynamo Dreden
Maximilian Beister konnte sich mal wieder feiern lassen.

Maximilian Beister konnte sich mal wieder feiern lassen.

Marius Becker

Maximilian Beister konnte sich mal wieder feiern lassen.

Düsseldorf. Es ist nicht zu glauben. Die Fortuna hat auch dieses Spiel gewonnen. Und das in der allerletzten Minute. Ranisav Jovanovic, zwei Minuten zuvor eingewechselt, erzielte den Treffer zum 2:1, mit dem niemand mehr gerechnet hatte.
Wer hat Angst vor dem gelb-schwarzen Mob?

Dieses Thema bestimmte die Diskussionen im Vorfeld des Spiels Fortuna Düsseldorf gegen Dynamo Dresden angesichts der Befürchtungen um möglicherweise gewaltbereite Auswärtsfans. Dabei sollte es eigentlich nur um Fußball gehen, wenn der Tabellenführer gegen den Aufsteiger in der Arena um Punkte spielt. Und darum ging es am Ende auch: Zur Pause waren bereits zwei Tore gefallen, am Ende drei im Freitagabendspiel der 2. Fußball-Bundesliga.

Die Fortuna war mit drei Veränderungen in der Startformation in die Begegnung gegangen – und es war die wohl am wenigsten überraschende Aufstellung der Saison. Andreas Lambertz kehrte nach abgelaufener Gelb-Sperre zurück, Jens Langeneke hatte seine Rückenprobleme überwunden, und auch der zuletzt ausgefallene Thomas Bröker wirkte von Beginn an mit. Also die „Jahres-Saison-Aufstellung“, die bisher hauptverantwortlich für den aktuellen Höhenflug des Zweitligisten war.

Es dauerte bis zur 19. Minute zur ersten echten Chance: Sascha Rösler zog vom Strafraumeck aufs Tor, Wolfgang Hesl lenkte den Ball zum Eckball über die Latte. Das war ein Wachmacher, eine Minute später traf Maximilian Beister zum 1:0 (20.), als er sich im Strafraum auf Vorlage von Thomas Bröker geschickt drehte und mit dem schwächeren rechten Fuß flach abzog. Dresden antwortete prompt, allerdings schoss Zlatko Dedic volley knapp über die Latte (21.).

Überhaupt war Dynamo erstaunlich offensiv ausgerichtet, kam mit dem Selbstbewusstsein von zuletzt drei Siegen und einem Remis nach Düsseldorf. Beim gegnerischen Eckball oder Freistoß am eigenen Strafraum lauerten zwei Dynamo-Spieler an der Mittellinie auf Konter für die Mannschaft des Ex-Düsseldorfer Profis und jetzigen Dresdener Trainers Ralf Loose.

Der Aufsteiger spielte auch nach dem Gegentor frech mit, die Fortunen schien das 1:0 etwas eingelullt zu haben, die Quittung folgte kurz vor der Pause: Mickael Poté traf aus ähnlicher Position wie Beister mit einem Flachschuss, das 1:1 (44.) war ob des Bemühens und der zunehmenden Spielanteile durchaus verdient.

In der Pause wird Trainer Norbert Meier seine Spieler ermahnt haben, besser in die Zweikämpfe zu gehen, näher am Gegner dran zu sein und sich in das Spiel zurück zu arbeiten. Genau daran hatte es gemangelt, und so recht wollte sich der Schlendrian auch nicht abstellen lassen. Trotz der guten Unterstützung von 32 300 Zuschauern, die aus dem zähen und bisweilen unansehnlichen Spiel das Beste zu machen versuchten. Belohnt wurden sie mit einem wenigstens schön herausgespielten Torschuss durch Sascha Rösler (58.), der nach flanker Flanke von Rechtsverteidiger Tobias Levels aus kurzer Entfernung über die Latte schoss.

Danach passierte lange nichts, bis Rösler vom Strafraumeck mit links aufs Tor zirkelte und Torwart Hesl mit einer Glanzparade zum Eckball klärte (72.) – es war schon der elfte, der letztlich nichts einbrachte. Vielleicht hätten die Gäste bis dahin schon mehr machen sollen und können, meist scheiterte Dynamo aber bei vielversprechenden Gegenstößen schon an Ungenauigkeiten im Abspiel.

Was den Dresdener Anhang anging, blieb es insgesamt vergleichsweise ruhig. Dutzende Klopapierrollen flogen vor dem Anpfiff auf das Spielfeld, ein paar vereinzelte noch zur zweiten Hälfte. Weniger harmlos war ein einzelner explodierender Knallkörper, als Schiedsrichter Robert Hartmann gerade anpfeifen wollte. Angst hatte an dem Abend in der Arena aber ebenso wenig eine Daseinsberechtigung wie Begeisterung über eine ansehnliche Vorstellung.


Und dann passierte es noch. Nachdem Jovanovic dieses herrliche Tor erzielt hatte, gab es kein Halten mehr. Selbst Norbert Meier stürmte auf den Platz, warf sich, als gebe es keinen Morgen mehr, auf die jubelnde Spielertraube, und das Stadion feierte noch fast zwanzig Minuten ihre Mannschaft, die an diesem Abend für die Begeisterung, für die Leidenschaft und den Glauben an ihren Sieg und und ihre Stärke belohnt wurde.

Leserkommentare (2)


() Registrierte Nutzer