Fortunas Abwehrboss Jens Langeneke spricht über die Verletzung und seine Perspektive.

Interview
Jens Langeneke jubelte in der Hinrunde des öfteren, hier nach dem Auswärtssieg gegen Greuther Fürth.

Jens Langeneke jubelte in der Hinrunde des öfteren, hier nach dem Auswärtssieg gegen Greuther Fürth.

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Jens Langeneke jubelte in der Hinrunde des öfteren, hier nach dem Auswärtssieg gegen Greuther Fürth.

Fortunas Abwehrchef ist zurück. Aber bislang hat Jens Langeneke, der Ende März dieses Jahres 36 Jahre alt wird, dies nur im Training zeigen können. Noch muss sich der älteste Profi der Mannschaft gedulden. Auch bei Fortuna gilt: Der Trainer entscheidet, wer fit ist.

Herr Langeneke, Sie sind zurück im Training. Wie geht es Ihnen?

Jens Langeneke: Die erste Trainingswoche seit meiner Rückkehr konnte ich komplett mitmachen. Das Knie hat keine Reaktion gezeigt. Es ist alles im grünen Bereich, auch die fußballerischen Instinkte funktionieren so weit, dass sich mein Kopf keine Gedanken mehr über das Risiko einer Bewegung macht.

Und wie fit sind Sie schon wieder?

Langeneke: Die Woche hat mir sehr gut getan, selbst am Samstag vor dem Spiel haben wir noch trainiert. Deshalb fühle ich mich eigentlich ganz gut. Zwar bin ich noch nicht bei 100 Prozent, aber wieder bereit, um aufzulaufen.

Jens Langeneke wurde am 9. März 1977 in Lippstadt geboren und begann seine Profikarriere 2000 bei Rot-Weiß Oberhausen. Über den VfL Osnabrück und Rot Weiss Ahlen kam er 2006 zu Fortuna Düsseldorf.

Für die Fortuna spielte der Abwehrchef in Regionalliga, 3. Liga, 2. Bundesliga und aktuell in der Bundesliga. In 206 Spielen für Düsseldorf erzielte er 32 Treffer. Bis zur Verletzung in der Hinrunde absolvierte der 35-Jährige 13 Begegnungen, in denen er zwei Tore erzielte.

Unmittelbar nach der Verletzung hat man von höchstens zwei Wochen Pause gesprochen. Warum sind Sie so lange ausgefallen?

Langeneke: Wenn man die Schwere der Verletzung betrachtet, hat alles eigentlich einen normalen Verlauf genommen. Das Innenband war mitsamt einiger Faserstrukturen eingerissen. Da gibt es keine Regel. Innenband bedeutet genau vier Wochen Pause. Die Verläufe sind unterschiedlich. Aber auch ich selbst bin von einem kürzeren Zeitraum ausgegangen, nachdem ich nach ein, zwei Wochen alle Formen des Laufens schmerzfrei absolvieren konnte. Aber der Ballkontakt, ein Pass über fünf Meter bereitete Schmerzen. Hinzu kommt, dass es nicht meinem Naturell entspricht, entspannt zu warten. Profis sollten ungeduldig sein. Und das hat auch nichts mit der neuen Konkurrenzsituation zu tun. Das musste ich mit mir ausmachen.

Ist die Rückkehr in die Mannschaft durch die größere Konkurrenz jetzt schwieriger für Sie?

Langeneke: Natürlich hat sich das verändert. Martin Latka ist dazugekommen, Juanan hat einen guten Job gemacht, und auch Stelios (Malezas Anm. der Redaktion) ist wieder fit. Es wird nicht leichter, aber ich gehe fest davon aus, bald wieder zu spielen.

Gerade in so einer Phase macht man sich Gedanken über die Zukunft. Denken Sie nach dem Karriereende an eine Zukunft bei der Fortuna?

Langenke: Am 30. Juni dieses Jahres endet mein Vertrag. Am besten wäre es, wenn wir so schnell wie möglich wissen, in welcher Liga die Fortuna kommende Saison spielt. Die Situation ist nicht so einfach, schließlich bin ich keine 25 mehr. Deshalb möchte ich möglichst bald mit dem Verein über meine Zukunft sprechen. Ich sehe mich aber auf jeden Fall auch in der kommenden Saison noch als aktiver Profi, falls ich gesund bleibe. Und im Idealfall spiele ich auch im kommenden Jahr da, wo ich jetzt aktiv bin. Über die Zeit nach meiner aktiven Karriere habe ich mit Fortuna noch nicht gesprochen.

Sie wirken Sie auf dem Platz in der Bundesliga entspannter als in den Vorjahren.

Langeneke: Tatsächlich habe ich erst zwei Gelbe Karten bekommen – beide wegen Foulspiels. Ich habe Riesenspaß und Lust, in der ersten Liga zu spielen. Und irgendwann erkennt man auf dem Rasen, dass man gegenüber dem Schiedsrichter am kürzeren Hebel sitzt.

Spielt auch die neue Vaterrolle eine Rolle?

Langeneke: Das ist schon ein Wunder, wenn man sieht, was da rauskommt. Alles schon dran, ein so wunderbarer kleiner Mensch. Aber auch für das Kind ist es besser, wenn der Papa als Fußball-Profi seiner Arbeit nachgehen kann und nicht verletzt ist.

© WhatsBroadcast

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