Das größte Talent des Vereins, Emmanuel Iyoha, steht vor dem nächsten Schritt.

Wassergewöhnung: So richtig können es die Spieler von Fortuna offensichtlich noch gar nicht glauben, wie gut sie es doch im Trainingslager haben. Fotos (2): Christof Wolff
Wassergewöhnung: So richtig können es die Spieler von Fortuna offensichtlich noch gar nicht glauben, wie gut sie es doch im Trainingslager haben. Fotos (2): Christof Wolff

Wassergewöhnung: So richtig können es die Spieler von Fortuna offensichtlich noch gar nicht glauben, wie gut sie es doch im Trainingslager haben. Fotos (2): Christof Wolff

Emmanuel Iyoha kämpft im Training um eine Startplatzchance.

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Wassergewöhnung: So richtig können es die Spieler von Fortuna offensichtlich noch gar nicht glauben, wie gut sie es doch im Trainingslager haben. Fotos (2): Christof Wolff

Belek/Düsseldorf. „Ich hätte vor der Saison nicht gedacht, dass das so gut für mich laufen würde und alles so schnell geht“, sagt Emmanuelle Iyoha. Fortunas 18 Jahre alter Stürmer sitzt in der Lobby des noblen „Titanic-Deluxe“-Hotels im türkischen Belek und lächelt versonnen, wenn er auf das vergangene halbe Jahr seiner Fußballkarriere zurückblickt. Noch bis zum kommenden Montag bereitet er sich gemeinsam mit seinen Teamkameraden auf die 15 Spiele der Rückrunde vor. Fortunas große Nachwuchshoffnung hat sich mit dem Sprung in den Profi-Fußball seinen Traum verwirklicht.

In den vergangenen beiden Jahren hat seine Entwicklung dabei rasant an Fahrt aufgenommen: In Fortunas U19-Team, das in der Bundesliga für Furore sorgte, war Iyoha mit acht Treffern aus 21 Einsätzen der erfolgreichste Torschütze des Teams, wurde zum U 19-Nationalspieler und durfte mit dem Regionalliga-Kader zum Trainingslager in die Türkei fahren. Im vergangenen Sommer nahm Trainer Frank Kramer den 17-Jährigen mit ins Trainingslager der Profis nach Österreich. Iyoha bekam zudem einen Vier-Jahres-Vertrag bis zum Sommer 2019 und absolvierte in der Hinrunde der 2. Liga seine ersten drei Einsätze.

„Ich möchte gerne schnell mein erstes Spiel mit Fortuna gewinnen“

Und nun gehört der bewegliche Schlacks, der noch für die A-Jugend spielberechtigt ist und dem manche Beobachter eine große Fußballkarriere prophezeien, schon fast wie selbstverständlich zum Kreis der Profi-Kicker dazu. „Das ist ein tolles Gefühl“, sagt er.

„Das alles musste ich in der Winterpause erst einmal sacken lassen“, sagt er. „Emma“, wie ihn seine Freunde und Teamkollegen rufen, ist trotz seines sportlichen Höhenfluges auf dem Teppich geblieben und gibt sich angenehm zurückhaltend. Trotzdem verfügt er über eine Menge Ehrgeiz und Selbstbewusstsein. „Ich möchte mich in der Rückrunde Schritt für Schritt weiterentwickeln, immer wieder Spiele bekommen.

Das Größte wäre, wenn mir dabei auch noch mein erstes Tor gelingen würde“, sagt er. Einen ersten Sieg möchte er möglichst bald feiern. In seinen bisherigen Spielen sprang bislang erst ein Zähler heraus – beim 0:0 in Paderborn.

Fortuna hat das Trainingslager in Belek am zweiten Tag mit zwei intensiven Einheiten auf dem hoteleigenen Platz fortgesetzt. Zusätzlich schufteten die Kicker noch im Kraftraum der Nobelherberge. Trainer Marco Kurz hatte sie dazu in drei Gruppen eingeteilt, die dann dort unter Anleitung von Fitnesscoach Flo Klausner ein Art Zirkeltraining absolvierten. Adam Bodzek, der am ersten Tag wegen Kniebeschwerden aussetzen musste, ist wieder voll dabei und kann alle Übungen mitmachen. Die Wetterbedingungen sind weiterhin ideal: Die Sportler absolvierten ihre Übungen bei strahlendem Sonnenschein, allerdings erreichen die Temperaturen keine zweistelligen Gradzahlen mehr. Dazu weht ein eisiger Wind, unter dem vor allem jene mitgereisten Fortuna-Fans leiden, deren warme Kleidungsstücke sich in den beim Air-Berlin-Flug verloren gegangenen Koffern befinden. josM

Das Viertelfinal-Aus von Fortunas U 19 beim Hallenfußballturnier in Lemgo wurde überschattet von der schweren Verletzung von Tom Zündorf. Der talentierte Abwehrspieler der Fortuna zog sich bei einem Zusammenprall mit einem gegnerischen Torwart mehrere Knochenbrüche im Gesicht zu. „Bei so einem tragischen Zwischenfall gerät der Sport total in den Hintergrund“, sagte Fortunas U 19-Trainer Sinisa Suker. Sein als Titelverteidiger angetretenes Team musste sich in der Runde der letzten Acht dem SC Paderborn im Neun-Meter-Schießen geschlagen geben. Für den bereits operierten Zündorf dürfte die Saison somit vorzeitig beendet sein. Neu im Kader für die Rückrunde stehen der aus der eigenen U 17 beförderte Junioren-Nationalspieler Mika Hanraths sowie Hayrullah Alici. Den Stürmer lotste die Fortuna von Borussia Dortmund an den Flinger Broich. magi

Neues Mitglied im Kader des TSV Meerbusch ist der 30-jährige Ex-Profi Hamza Cakir, ehemaliger Fortune, der schon einige Male mittrainiert hatte und nach langer Verletzungspause sich noch einmal in Form für die Oberliga bringen will. „Er ist gut aufgenommen worden und nimmt bereits eine Führungsspieler-Rolle ein“, sagte Meerbuschs Trainer Robert Palikuca, ebenfalls Ex-Profi der Fortuna. Red

Wo er sich in zwei Jahren sehe? Mit der Beantwortung der Frage tut er sich zunächst schwer und zögert, weil er offensichtlich nicht zu hoch greifen möchte. Dann sagt er: „Gerne wäre ich dann Stammspieler bei einer Fortuna, die in der 2. Liga nicht mehr gegen den Abstieg kämpfen muss.“

Das große Vorbild des 18-Jährigen ist der Franzose Thierry Henry

Iyoha wuchs als Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters an der Münsterstraße in Düsseldorf auf, kickte in Derendorf beim BV 04. Später wechselte er zu Bayer Leverkusen und als 15-Jähriger zur Fortuna. Heute wohnt er in Flehe – und immer noch bei seinen Eltern. Weil er noch keinen Führerschein hat („die theoretische Prüfung fehlt mir noch“) fährt er täglich mit der Straßenbahn zum Training im Arena-Sportpark. So fokussiert er auf seinen Sport ist, so konsequent möchte er einen zweiten beruflichen Weg vorantreiben. „Im April möchte ich an der Fernuni mit dem Studium Sportmanagement beginnen“, sagt der Wuschelkopf, der im vergangenen Sommer auf dem Comenius-Gymnasium mit einem Notendurchschnitt von 2,6 das Abitur bestanden hat.

Mut macht ihm in diesen Tagen in der Türkei Stürmer Ihlas Bebou, mit dem er sich ein Zimmer teilt, schließlich hat der einen ähnlichen Werdegang, hinter sich und ist „Emma“ derzeit noch einen Schritt voraus. Iyohas großes Idol ist jedoch der frühere französische Nationalspieler Thierry Henry. „Er ist ähnlich groß wie ich, hat den gleichen Bewegungsablauf, ist sehr dynamisch. An ihm orientiere ich mich.“ Der Verein und die Fans würden sich freuen, wenn er auch nur annähernd so große Erfolge feiern würde.

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