Wolf Werner hat nach seiner erfüllten Mission neue Ziele. Fortunas Imagegewinn erfreut den Geschäftsführer.

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Wolf Werner.

Wolf Werner.

Christof Wolff

Wolf Werner.

Düsseldorf. Wolf Werner war zum Aufstieg verdammt - und er hat es geschafft. Im zweiten Jahr seiner Tätigkeit als Geschäftsführer Sport von Fortuna Düsseldorf gelang der Mannschaft des Traditionsvereins der Sprung in die 2. Fußball-Bundesliga. Wir sprachen mit dem 67-Jährigen über den Aufstieg, die Saison und das "neue" Interesse der Sponsoren an der Marke Fortuna.

WZ: Herr Werner, wenn Sie auf den Aufstieg zurückblicken, welche Gefühle haben Sie dann?

Werner: Mit dem Aufstieg habe ich die Mission erfüllt, mit der ich zu Beginn meiner Tätigkeit bei Fortuna beauftragt worden war. So richtig daran geglaubt haben ohnehin nur der Trainer und ich. Wir mussten uns zwischendurch aber immer wieder gegenseitig aufbauen. Das Endspiel war phänomenal, und daraus nimmt jeder der Beteiligten etwas mit. Das, was anderen in acht Jahren nicht gelungen ist, haben wir in zwei Jahren geschafft. Natürlich war eine Portion Glück dabei, aber wir haben hart dafür gearbeitet.

WZ: Was war für den Aufstieg ausschlaggebend?

Werner: Aus meiner Erfahrung wusste ich, dass Kontinuität ein wichtiger Punkt für die Entwicklung einer Mannschaft ist. Genau wie zu Saisonbeginn haben wir uns auch vor einem Jahr nur punktuell verstärkt, statt wieder bei 20 oder 30 Prozent anzufangen. Darüberhinaus hat Trainer Norbert Meier den größten Anteil. Er profitiert nicht nur von seiner Erfahrung, sondern macht auch ein überaus abwechslungsreiches Training. Dadurch kommen die Spieler gerne zur Arbeit und haben auch Spaß dabei.

WZ: Sind Sie mit dem Start und den sechs Punkten nach vier Spielen zufrieden?

Werner: Zufrieden bin ich nicht, weil mehr drin war. Wir haben Fehler gemacht, wurden dafür bestraft, und es ist uns nicht immer gelungen, klare Chancen zu verwerten. Es ist auf jeden Fall gefährlich, nur zu sagen, dass man unglücklich verloren hat, wenn man keine Lehren aus den beiden Niederlagen zieht.

"Ein Abstieg wäre in der augenblicklichen Entwicklung eine Katastrophe. Wenn wir immer Ruhe bewahren, passiert das ganz sicher nicht."

Wolf Werner

WZ: Wie zufrieden sind Sie mit den neuen Spielern?

Werner: Wir konnten Spieler zu unseren Bedingungen verpflichten, von denen wir überzeugt sind. Um uns zu verbessern, brauchten wir vier bis sechs Spieler, die schon mindestens in der 2. Liga gespielt haben. Das ist uns gelungen, und mit Anderson haben wir ein Juwel, das sogar fast in der Bundesliga in Hannover gelandet wäre. Wenn er die Sprache besser erlernt hat und seine Integration fortschreitet, werden wir noch mehr Freude an ihm haben. Zu van den Bergh, Fink und Weber muss ich nicht viel sagen, sie sind Stammspieler. Der Japaner Kozo hat das Pech, dass die Innenverteidigung gut besetzt ist, und Patrick Zoundi ist eine Wundertüte. Er wird uns noch helfen.

WZ: Und wie sieht es mit Dimitri Bulykin aus?

Werner: Ich sehe seine Entwicklung durchaus positiv. Ihm fehlt wie auch unserem letzten Neuzugang Martin Harnik sicherlich noch die Spielpraxis. Aber es ist bemerkenswert, dass sie nun für Fortuna spielen. Harnik ist schließlich österreichischer Nationalspieler. Aber ich wusste, wenn er in meinem Büro sitzt, aus dem Fenster in die Arena schaut, haben wir schon fast gewonnen. Es ist bemerkenswert, dass wir mit unserem Umfeld bei den Spielern so punkten.

WZ: Düsseldorf ist also aufgewacht, waren Sie zuvor nicht sehr frustriert bei ihren Bemühungen um Sponsoren?

Werner: Ja, ich habe mir vorher Blutblasen gerannt. Jetzt sind wir auf dem besten Weg. Wir haben die Leute überzeugt, dass sie mit der Fortuna sehr gut werben können. Wir wollen diesen Leuten nicht das Geld wegnehmen, sondern ihnen das Gefühl geben, mit der Mannschaft zu leben. Jeder ist wichtig. Und da sind wir auf einem guten Weg, was die Abschlüsse der letzten Zeit zeigen.

WZ: Wann spielt die Fortuna wieder in der Bundesliga?

Werner: Wir wollen die Bundesliga nicht aus den Augen verlieren. Aber jetzt die Sieben-Meilen-Stiefel anzuziehen, macht keinen Sinn. Wir müssen den Rahmen Stück für Stück erweitern, sonst fahren wir mit 300 Sachen gegen die Wand.

WZ: Die Unterstützung der Fans ist ihnen gewiss...

Werner: Das war in Duisburg das erste Mal in meinen 30Jahren im Fußball-Geschäft, dass eine Mannschaft nach einem 0:3 so gefeiert wurde. Unsere Fans haben sich weiterentwickelt und sind weit weg von Randale, mit der sie früher oft in Verbindung gebracht worden sind. Auch die Fans haben also am besseren Ruf der Fortuna mitgearbeitet. Aber dafür müssen wir weiterhin gute Leistungen und Ergebnisse bringen.

WZ: Wie wichtig ist für Fortuna die Nachwuchsarbeit und das Leistungszentrum?

Werner: Es war eine meiner Bedingungen, als ich bei der Fortuna angetreten bin. So hat uns der Aufstieg nicht kalt erwischt. Deshalb geht mein Kompliment an die Trainer der Jugendmannschaften, die so sehr zum Erfolg dieses besonderen Jahres beigetragen haben.

WZ: Herr Werner, welche Maxime ist für Sie besonders wichtig?

Werner: Manager und Trainer müssen Entscheidungen treffen, die nicht immer allen gefallen. Beide müssen die Richtung vorgeben und Verantwortung übernehmen. Man darf in dieser Position keine Angst haben, Fehler zu machen. Nur so kann man erfolgreich sein.

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