Sechs Mal spielte Michael Rensing zu Null in dieser Saison. Eine Vertragsverlängerung gilt als wahrscheinlich.

Düsseldorf. Wenn Fußballer 30 Jahre alt werden, dann haben sie normalerweise rund zehn Profi-Jahre hinter sich und gehören zu den „erfahrenen Spielern“ in einer Mannschaft. Mit 33 Jahren denken sie dann schon einmal über ein mögliches Karriereende nach. Beim FC Bayern München ist genau dies aktuell bei Philipp Lahm der Fall. Ob der Kapitän des deutschen Rekordmeisters im Sommer die Schuhe an den Nagel hängt und vorzeitig eine andere Position im Verein bekleidet oder noch weiter macht, ist ungewiss.

Einer, der mit Lahm einst in München zusammenspielte, wird erst im Mai 2017 33 Jahre alt. Ans Aufhören denkt Michael Rensing aber noch nicht. Torhüter, so heißt es, werden im Alter ja schließlich immer besser.

Für Fortunas Schlussmann gilt das auch. Seit dem 34. Spieltag der Saison 2014/15 stand Rensing in 49 aufeinanderfolgenden Zweitligaspielen für die Fortuna zwischen den Pfosten. In der vergangenen Saison gehörte er in einer enttäuschenden Mannschaft zu den wenigen Konstanten und hatte mit seinen guten Leistungen großen Anteil am Klassenerhalt der Rot-Weißen. Diese Form hat der 32-Jährige über die Sommerpause konserviert und daran nahtlos angeknüpft. Nur 14 Gegentore in 14 Spielen, dazu sechsmal ohne Gegentor stehen in der Statistik des Torhüters. „Statistiken sind mir eigentlich unwichtig. Aber vereinsintern oder von Familienmitgliedern werden solche Themen natürlich immer mal wieder angesprochen. Für mich geht es aber um das große Ganze“, sagt Rensing.

„Nach den ersten Spieltagen waren wir selbst erstaunt“

Das große Ganze bedeutet seit dem zurückliegenden Sommer, eine sorgenfreie Saison mit Fortuna zu spielen. Mit Platz sieben scheint sich das Team in seiner Entwicklung derweil gar selbst überholt zu haben. „Das Gefühl hatte ich schon irgendwo, aber mittlerweile überrascht uns das nicht mehr so ganz. Nach den ersten acht, neun oder zehn Spieltagen waren wir wahrscheinlich schon selbst ein wenig erstaunt, dass wir so gut Fußball spielen und so viele Punkte holen können“, gibt Rensing zu.

„Wenn wir das auf den Platz gebracht haben, was für unser Spiel wichtig ist, dann haben wir gepunktet“, erklärt der 104-malige Bundesligaspieler das einfach klingende Erfolgsrezept. „Sobald etwas fehlt, wie zum Beispiel die entsprechende Laufbereitschaft oder wir insgesamt zu passiv agieren, dann kommen unsere Stärken nicht zum Tragen.“ Eine dieser Stärken ist die kompakte Defensive der Fortuna. Nur Heidenheim (10) und Kaiserslautern (13) haben weniger Tore zugelassen als die Düsseldorfer.

Fortuna organisiert den Bereich Marketing/Vertrieb neu und hat im Zuge dessen die Zusammenarbeit mit Carsten Franck etwas überraschend beendet. Die Gesamtverantwortung für die Abteilung liegt zukünftig bei Vorstandschef Robert Schäfer, teilte der Verein mit. Ihm zur Seite stehen Susanne Eyckeler sowie Tim Hanné.

Wenig zulassen wollen und dürfen Rensing und seine Mitspieler am Sonntag auch wieder beim Auswärtsspiel in Würzburg, dem Aufsteiger und Tabellenachten, der nur einen Platz hinter der Fortuna steht. „Die sind physisch stark und ein ekelhafter Gegner. Wir dürfen uns nicht überraschen lassen, müssen von Beginn an aggressiv sein“, sagt Rensing.

Überraschen dürfte es indes nicht, wenn Rensing seinen im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag verlängert. Spieler und Club hatten in der Vergangenheit bereits durchblicken lassen, dass beide Seiten an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sind.

Und Torhüter gehören bekanntlich – anders als so mancher Nationalspieler – mit einem Alter von dann 33 Jahren noch längst nicht zu den Auslaufmodellen.

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