Fortunas Cheftrainer warnt vor zu hohen Erwartungen, wenn sein Team Freitag auf den Tabellenvorletzten aus Bielefeld trifft. Der Gegner wird wohl sehr tief stehen.

Düsseldorf. Geradezu schockiert reagierte Friedhelm Funkel auf die Frage, ob ein Sieg gegen Arminia Bielefeld nun Pflicht ist. Nach dem 3:1-Auswärtssieg in München sei die Aufgabe gegen den Tabellenvorletzten der 2. Liga trotzdem bestimmt kein Selbstläufer. „Das wäre der völlig falsche Ansatz, so in dieses Heimspiel zu gehen“, sagte Fortunas Cheftrainer, wohlwissend, dass sein Team etwas beruhigter nach dem Gewinn von drei Zählern von Sonntag sein kann. „Ich hätte gerne aus den Spielen in Heidenheim und Braunschweig oder den Heimspielen gegen Fürth und Karlsruhe noch zwei oder drei Punkte mehr geholt“, sagte Funkel. „Aber dann lägen wir im Bereich der Spitzenmannschaften dieser Liga. Und soweit sind wir absolut noch nicht.“

Wie die meisten von Funkels jungen Spielern braucht auch die ganze Mannschaft noch Zeit, um zu reifen. Aufgrund der Tabellensituation sei noch nicht festzustellen, ob das Team bereits so gefestigt ist, um Rückschläge gut zu verdauen. „Das kann ganz schnell gehen, und man hängt mit zwei oder drei Niederlagen in Folge unten drin.“ Wenn eine Mannschaft auf fünf Leistungsträger (Fink, Gartner, Madlung, Akpoguma und Koch) verzichten müsse, gibt es ohnehin keine Spiele, die von vornherein gewonnen sind. „Dazu ist die Liga viel zu eng und ausgeglichen besetzt. Das sieht man ja auch an der 0:5-Niederlage der Stuttgarter in Dresden.“ Und wenn die Fortuna nicht so einen Torhüter in Topform haben würde, wie es Michael Rensing bereits seit Saisonbeginn ist, wäre nach Funkels Beobachtung auch ein anderer Verlauf des Spiels in München möglich gewesen.

Fortunas Cheftrainer bittet die Fans in diesem Spiel um Geduld

Die Fortuna wird auch gegen die Arminia Freitag versuchen, mit Aggressivität den Gegner zu beeindrucken. „Wir wollen den Gegner zu Fehlern zwingen“, sagt Fortunas Cheftrainer. „Aber das wird gegen eine tiefstehende Mannschaft nicht leicht werden.“ Deshalb bittet Funkel die Fans auch um Nachsicht. Auch den Zuschauern müsse klar sein, dass nicht alles gelingen kann. „Wenn die Fans sehen, dass die Mannschaft arbeitet, wird sie auch zur Unterstützung bereit sein.“ Aber es werde sicherlich Phasen im Spiel geben, in denen Geduld gefragt sei. Ein gutes Miteinander auf dem Platz und den Rängen wäre für den erfahrenen Trainer ideal. „Immerhin bietet uns ein möglicher Sieg die Chance, uns noch weiter von unten abzusetzen“, sagte Funkel, der in der Videoanalyse seine Profis auf die Fehler von München in der zweiten Hälfte aufmerksam gemacht hat. „Wir haben manchmal zu schnell umgeschaltet, und es so dem Gegner leicht gemacht, wieder in Ballbesitz zu kommen.“

Überhaupt sei ihm aufgefallen, dass seine Mannschaft zwar torgefährlicher geworden sei, aber die Kompaktheit darunter ein wenig gelitten habe. „Da müssen wir wieder zu einem vernünftigen Verhältnis finden und mehr Gespür für die Situation entwickeln“, meinte der 62-Jährige. Das äußerst aggressive Anlaufen der Münchner Abwehrspieler bei deren Aufbauversuchen hat dem Trainer hingegen sehr gut gefallen. „Das Stören hat uns oft in Ballbesitz gebracht, und das haben wir auch zu zwei Toren genutzt.“

Am Freitag wird die Arminia der Fortuna nicht den Gefallen tun, Räume anzubieten. „Dieser Gegner ist brandgefährlich, und wir dürfen nicht den Fehler machen, dessen Klasse von der Tabellenposition abzuleiten“, sagt Funkel. „Natürlich dürfen unsere Fans optimistisch sein, aber sie dürfen nicht erwarten, dass wir auf jeden Fall gewinnen.“ Die Ostwestfalen konnten in dieser Saison in noch keinem Spiel drei Punkte einfahren. In Düsseldorf hat die Arminia in der 2. Liga auch noch nie gewonnen.

Ohne Probleme konnten Mittwoch die zuletzt angeschlagenen Rouwen Hennings und Lukas Schmitz trainieren. „Sie werden am Freitag ohne Einschränkungen auflaufen können“, sagte Friedhelm Funkel.

21 000 Eintrittskarten hat die Fortuna für das Spiel gegen Bielefeld bereits verkauft.

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