Fortunas Cheftrainer erinnert daran, dass sein Team häufig das „Glück des Tüchtigen“ hatte und wehrt sich gegen die Favoritenrolle.

Auch den Reportern vom Fernsehen muss Friedhelm Funkel immer wieder erklären, warum er seine Mannschaft nicht als Aufstiegsfavorit sieht.
Auch den Reportern vom Fernsehen muss Friedhelm Funkel immer wieder erklären, warum er seine Mannschaft nicht als Aufstiegsfavorit sieht.

Auch den Reportern vom Fernsehen muss Friedhelm Funkel immer wieder erklären, warum er seine Mannschaft nicht als Aufstiegsfavorit sieht.

Wolff

Auch den Reportern vom Fernsehen muss Friedhelm Funkel immer wieder erklären, warum er seine Mannschaft nicht als Aufstiegsfavorit sieht.

Düsseldorf. Trainer-Dino, König der Pragmatiker, Urgestein - Friedhelm Funkels Name ist in diesen Tagen in den Zeitungen und sozialen Netzwerken geradezu omnipräsent. Alle reden und schreiben über den 63 Jahre alten Fußballtrainer und seinen derzeitigen Erfolg mit Zweitligist Fortuna Düsseldorf. Mit viel Respekt und mit diesen sowie anderen Beinamen. Das alles stört den Cheftrainer des Tabellenführers nicht. Funkel lebte und atmete bereits Profi-Fußball, als zumindest Teile der aktuellen Lokal-Journalisten noch als der sprichwörtliche „Quark im Schaufenster“ lagen. Reportern ist er nicht böse, wenn die Fragen innerhalb einer Woche hin und wieder dieselben sind. Junge Spieler versteht und fördert er ebenso effektiv wie die hochgehandelten „Konzepttrainer“. Letztlich kann Funkel sowieso nichts mehr überraschen.

Eines aber gefällt dem Mann mit „Plan, aber ohne Matchplan“ nicht besonders. Und das ist der Begriff „Aufstiegsfavorit“ wenn es um seine Mannschaft geht. „Wir sind überhaupt kein Aufstiegsfavorit. Das ist und bleibt Union Berlin, die werden am Ende Erster“, sagte Funkel gestern bei der Pressekonferenz vor dem morgigen Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld (13 Uhr) sehr bestimmt. „Es fehlte nicht viel und wir hätten fünf oder sechs Punkte weniger gehabt. Unser Ziel bleibt das obere Tabellendrittel.“

Insbesondere in den Partien gegen Union Berlin (3:2) und zuvor beim SV Sandhausen (2:1), habe die Fortuna „auch das Glück des Tüchtigen gehabt. Das darf man nicht vergessen. Sonst gehst du gegen Union mit null Punkten nach Hause und holst gegen Sandhausen nur einen. Berlin kann beim Stand von 2:2 selbst das 3:2 machen. Das hätten wir dann verloren. Und Sandhausen hatte kurz vor Schluss eine Riesenchance auf den Ausgleich.“ Widersprechen mag da niemand. Wer sich die letzten Minuten jener Zweitliga-Spiele noch einmal anschaut, wird zustimmend nicken.

Realistisch bleiben und die Mannschaft auf dem Boden halten

In der Saison 2002/03, als Chef am Geißbockheim, sei die Situation von vorneherein eine andere gewesen. „In Köln habe ich klar gesagt, dass der Aufstieg das Ziel ist. Das war eine fertige Mannschaft. Hier aber müssen einige noch weiter dazulernen“, erklärte Funkel. „Wir dürfen die Realität nicht aus den Augen verlieren, machen wir auch nicht. Das werde ich der Mannschaft immer wieder sagen.“ Und manchmal auch den Berichterstattern.

Wie so oft im bisher neun Pflichtspiele langen Saisonverlauf erwartet Funkel auch auf der Alm ein enges Spiel: „So wird es auch weitergehen. Das waren alles enge Spiele.“ In Bezug auf die Arminia, die als Tabellenvierter ebenso positiv überrascht wie die Fortuna, erinnert der Düsseldorfer Cheftrainer an das Pokalspiel im August, das mit 3:1 nach Verlängerung gewonnen wurde. „Da sind wir in Rückstand geraten und glücklich zurückgekommen. Wenn es nach 90 Minuten wieder 1:1 stehen sollte, wären wir nicht unzufrieden“, sagte Funkel. Als Aufstiegsfavorit hätte er wohl drei Punkte als klares Ziel formulieren müssen. Aber das ist die Fortuna nicht. Zumindest noch nicht.

Die Rückkehr von Torhüter Michael Rensing in den 18er-Kader lässt weiter auf sich warten. „Er hat einzelne Phasen des Mannschaftstrainings mitgemacht. Aber er darf sich noch nicht fallenlassen“, sagte Trainer Friedhelm Funkel. Der 33-Jährige muss nach seiner Rippenverletzung also noch etwas Geduld haben. Raphael Wolf, der gegen Duisburg angeschlagen ausgewechselt werden musste, ist zu 100 Prozent fit und wird in Bielefeld erneut zwischen den Pfosten stehen.

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