Fortunas Trainer antwortet gelassen auf die Meldungen, dass er zum Saisonende den Club verlassen soll: „Das sind die normalen Mechanismen des Profifußballs.“

Fortunas Cheftrainer Friedhelm Funkel weiß, dass jeder Trainer auf einem mehr oder weniger wackligen Stuhl sitzt.
Fortunas Cheftrainer Friedhelm Funkel weiß, dass jeder Trainer auf einem mehr oder weniger wackligen Stuhl sitzt.

Fortunas Cheftrainer Friedhelm Funkel weiß, dass jeder Trainer auf einem mehr oder weniger wackligen Stuhl sitzt.

Christof Wolff

Fortunas Cheftrainer Friedhelm Funkel weiß, dass jeder Trainer auf einem mehr oder weniger wackligen Stuhl sitzt.

Düsseldorf. Die Stimmung bei Friedhelm Funkel ist so, wie sie immer unmittelbar nach einem Training ist. Der Cheftrainer von Fortuna Düsseldorf gibt im Interview geduldig und gelassen seine Antworten. Auch auf die Fragen nach seiner Zukunft und zu der Trainerdiskussion bei Fortuna Düsseldorf gibt er freundlich Auskunft, ohne genervt zu sein. Offensichtlich trauen nicht alle Verantwortlichen des Vereins dem 63-Jährigen zu, dass er den Verein im nächsten Jahr auf die Aufstiegsränge oder in die Nähe davon führen kann. Markus Kauczinski und André Schubert wurden als Kandidaten bereits ins Rennen geworfen.

„Wir haben am Sonntag unser letztes Heimspiel. Vorher gibt es keinen Grund öffentlich die Saison zu analysieren oder gar Konsequenzen zu diskutieren“, kommt auf Nachfrage die Reaktion vom Verein.

Dass dies alles ausgerechnet vor dem letzten, immer noch wichtigen Saisonspiel passiert, ist wohl typisch und traurig für Düsseldorf zugleich (» siehe Artikel im Sport auf Seite 10). „Es gibt für solche Diskussionen keine passende oder unpassende Zeit“, sagt Funkel. „Das Ganze interessiert mich jetzt nicht, weil ich meine volle Konzentration dem Aue-Spiel widme und ohnehin selbst nichts beeinflussen kann.“ Das seien die normalen Mechanismen im Profigeschäft, sagt der 63-Jährige, der auch die Unruhe über einen möglichen Weggang von Fortunas Vorstandsvorsitzendem Robert Schäfer nach Leverkusen nicht weiter kommentieren will: „Da ist ja anscheinend nichts dran. Das wurde ja schon dementiert.“

Vorstand und Aufsichtsrat in der Trainerfrage offensichtlich uneins

Freiwillig will er den Trainersessel nicht räumen. Weil er mit seiner Mission noch nicht abgeschlossen hat. Funkel will mit der Fortuna aufsteigen und sagt, dass dies im kommenden Jahr nicht ausgeschlossen sei, wenn die Voraussetzungen stimmen würden. Aussagen in eine andere Richtung wollen Vorstand und Aufsichtsrat aber auch nicht hören, so sehr fühlt man sich im Verein einer möglichst schnellen Rückkehr in die erste Bundesliga verpflichtet. „Ich sehe durchaus Chancen, das zu realisieren, wenn wir die jungen talentierten Spieler halten können und vier oder fünf Profis verpflichten, die uns sofort weiterhelfen.“ Mit den jungen Spielern meinte er Kevin Akpoguma, Marcell Sobottka, Ihlas Bebou sowie Kaan Ayhan.

Das Konzept, vor allem auf jugendliche Spieler zu setzen, hat sich trotzdem nicht bewährt und war mit den vorhandenen Jungprofis auch nicht wie geplant umzusetzen. Ohnehin baute der Trainer im gesamten Saisonverlauf eher auf die erfahrenen Stützen, konnte sich aber auch auf die zuvor genannten Spieler verlassen. Die erhoffte gesunde Mischung hat Funkel nicht finden können, was wohl am Potenzial der Mannschaft insgesamt gelegen hat. Vor allem im offensiven Bereich und auf den Außenverteidiger-Positionen erhofft sich Fortunas Trainer durch Verpflichtungen mehr Konkurrenzkampf und ein höheres Leistungsniveau. Ob Friedhelm Funkel dann ruhig und gelassen in der kommenden Saison arbeiten kann, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen.

In einem Bild-Interview verbreitete der Noch-Fortune Didier Ya Konan, dass die Fortuna versucht hätte, ihn davon zu überzeugen, sich absichtlich zu verletzen, damit der Verein sein Gehalt bis Ende Juni 2017 nicht mehr bezahlen müsse. Die Fortuna reagierte auf diese Vorwürfe damit, dass dieser Versuch „eine linke Tour und ein plumper Versuch ist von seinen Problemen abzulenken“, sagte Vereinsboss Robert Schäfer. Ya Konan war mit Knieproblemen nach der Amtsübernahme im März 2016 von Trainer Friedhelm Funkel aussortiert und in die „Zweite“ versetzt worden.

Alexander Madlung musste am Mittwoch eine Trainingspause einlegen. Funkel sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, Madlungs Einsatz sei wohl nicht gefährdet.

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