Fortunas Trainer Friedhelm Funkel ist mit dem 2:2 gegen Hannover letztlich zufrieden.

Christof Wolff

Düsseldorf. Es mag vieles geben, was Friedhelm Funkel in seiner alltäglichen Arbeit als Fußballtrainer besonders gut macht. Eine der großen Stärken des 62-Jährigen ist es jedoch, bereits wenige Minuten nach dem Abpfiff das Geschehen der vorangegangen 90 Spielminuten richtig einordnen zu können. Dies geschieht in der Regel ausgesprochen sachlich. Bei Siegen fallen die Analysen nicht überschwänglich aus, zudem findet der Trainer von Zweitligist Fortuna Düsseldorf immer respektvolle Worte für den Gegner. Es gibt in der weiten Fußballrepublik zweifelsohne Kollegen, denen dies nicht immer so gelingt.

„Mit der Möglichkeit von Julian Schauerte kurz vor dem Ende haben wir sogar die Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen. Aber das wäre des Guten zuviel und auch nicht verdient gewesen. Hannover hat gezeigt, warum diese Mannschaft wirklich Aufstiegsfavorit Nummer eins ist“, sagte Funkel nach dem 2:2 seiner Mannschaft gegen Hannover 96 am Freitagabend. Trotz zweimaligem Rückstand bewies die Fortuna viel Moral, glaubte stets an ihre Chance und durfte sich am Ende eines überdurchschnittlichen Zweitliga-Spiels über den 23. Punkt im 14. Saisonspiel freuen.

„Solche Spiele machen nicht nur Trainern Spaß. Auch die Zuschauer waren sicherlich hochzufrieden. Was beide Mannschaften gezeigt haben, war besseres Zweitliga-Niveau. Wie meine Mannschaft die Rückschläge in diesem Spiel weggesteckt hat, war hervorragend. Aufgrund der kämpferischen Einstellung ist dieser Punkt verdient“, fand Funkel lobende Worte für sein Team.

Bebous vergebene Chance ist der Wachmacher für die Fortuna

In der Anfangsphase begegnete die Fortuna den Niedersachsen mit viel Respekt. Das 1:6 in der Zweitrunden-Begegnung des DFB-Pokals vor einem Monat mag vielleicht doch noch irgendwo im Hinterkopf gesteckt haben. „In der Pause habe ich der Mannschaft gesagt, dass wir mutiger spielen müssen. Die ersten 20 bis 25 Minuten standen wir zu weit vom Gegner weg und waren ein bisschen ängstlich“, berichtete Funkel.

Die Großchance von Ihlas Bebou nach rund einer halben Stunde war so etwas wie Initialzündung für die Fortuna, die sich fortan auch den Respekt des Gegners erarbeitete. Der spiegelte sich auch in der Kartenstatistik wider. Schiedsrichter Robert Kempter zückte insgesamt sieben Mal die gelbe und einmal die Gelb-Rote Karte gegen Hannovers Innenverteidiger Felipe. Für Funkel war es dennoch bei weitem kein unfaires Fußballspiel. „Das war gesunde Härte“, sagte Fortunas Cheftrainer. „Wenn das Spiel auf europäischer Ebene stattgefunden hätte, hätte es wahrscheinlich nur eine Karte gegeben. In der einen oder anderen Situation hätte der Schiedsrichter auch für Hannover auf die Gelbe Karte verzichten können.“ Eine treffende Analyse – wie eigentlich immer bei Funkel.

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