Mit Platz fünf will sich Vorstand Peter Frymuth in der jetzigen Situation nicht zufrieden geben.

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"Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber es sieht schon positiv aus", sagt Vorstandssprecher Peter Frymuth.

"Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber es sieht schon positiv aus", sagt Vorstandssprecher Peter Frymuth.

Christof Wolff

"Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber es sieht schon positiv aus", sagt Vorstandssprecher Peter Frymuth.

Düsseldorf. Fortuna schwimmt auf einer Erfolgswoge, die Fans haben dafür gesorgt, dass der Verein von den sportlichen Erfolgen auch finanziell profitiert.

Der kalkulierte Zuschauerschnitt für die Heimspiele des Fußball-Zweitligisten wurden um rund 8000 übertroffen, und er liegt derzeit nach neun Heimspielen bei etwas mehr als 23.000 Besuchern.

"Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber es sieht schon positiv aus", sagt Vorstandssprecher Peter Frymuth. "Die erzielten Mehreinnahmen kommen uns natürlich nicht 1:1 zu Gute." Die erhöhten Abgaben und Ausgaben für Sicherheit müssen abgezogen werden. Und da die Mannschaft erfolgreicher spielt, als man "geplant" habe, seien auch erhöhte Prämien zu zahlen. "Wir sind aber natürlich froh, dass sich die Zahlen so entwickeln", erklärt Frymuth.

Dass aber alles sofort in den Personaletat der ersten Mannschaft gesteckt wird, konnte er nicht bestätigen. "Bei den gerade laufenden Etatberatungen mit der sportlichen Führung sprechen wir natürlich über eine konsequente Weiterentwicklung der Mannschaft", erklärt Frymuth. "Aber wir investieren nur mit Augenmaß. Da setze ich vollstes Vertrauen in Trainer Norbert Meier und Sport-Geschäftsführer Wolf Werner." Die Ergänzung des Kaders durch Torsten Oehrl sei eine solche Verpflichtung mit Augenmaß gewesen.

Auch beim möglichen Durchmarsch wird nicht von der Linie abgewichen

Allerdings müsse man bei den Vertragsverhandlungen mit den Spielern beachten, dass der Erfolg auch Interessenten für die Leistungsträger der Fortuna auf den Plan rufe. Und Bundesligisten bieten den Spielern nicht nur mal eben 2000 oder 3000 Euro mehr pro Monat als bisher, sondern können ganz andere Summen aufrufen. "Wir werden bei unserer Linie bleiben und versuchen, auch für das kommende Spieljahr den Kader zusammenzuhalten", sagt der Vorstandssprecher. "Wir können den Spielern vernünftige und gute Angebote machen. Wir hoffen, dass sie wissen, was sie an der Fortuna haben."

Für das Spiel der Fortuna beim TuS Koblenz am Freitag nächster Woche stellt der Club seinen Fans einen Entlastungszug zur Verfügung. Tickets für die Bahnfahrt sind zum Preis von 15 Euro in der Fortuna-Geschäftsstelle am Flinger Broich erhältlich oder am Freitag beim Heimspiel gegen Union Berlin am Fanartikel-Stand Einlass Süd. Der Zug fährt am 29. Januar um 14.30 Uhr ab. Eintrittskarten sind jedoch nur begrenzt und nur noch im Sitzplatzbereich verfügbar.

Für das Heimspiel am Freitag (18 Uhr) gegen Union Berlin sind knapp 21.000 Eintrittskarten verkauft. Mit über 25.000 Zuschauern wird gerechnet.

Selbst wenn eine weiterhin so erfolgreiche Saison direkt in die Bundesliga führt, wäre man vorbereitet. "Uns hat der Aufstieg in die 2. Liga ja auch nicht überrascht und wären auch dieser Situation gewachsen", sagt Frymuth voller Selbstbewusstsein. "So dürfen wir jetzt auch nicht mit dem Erreichten zufrieden sein, und deshalb erhöhen wir den Druck auf die Mannschaft." Denn jetzt als Ziel auszugeben, den fünften Platz zu halten, wäre selbst für den sonst eher zurückhaltenden Vorstandssprecher das falsche Signal.

Übeltäter der Ausschreitungen von Paderborn sind wohl gefunden

Die Planungen für die neue Saison laufen. Dass der Fortuna deswegen von Sponsoren die Türen eingerannt werden, ist allerdings nicht so. "Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns ökonomisch nicht in den besten Zeiten befinden", sagt Frymuth. "Viele Vereine müssen reduzieren, bei uns entwickelt sich die wirtschaftliche Situation leicht nach oben." Da können weiter wachsende Zuschauerzahlen bestimmt weiterhelfen.

Aber es gibt in dieser Hinsicht auch einen negativen Aspekt. Die bösen Begleiterscheinungen des Auswärtsspiels in Paderborn (1:1) am vergangenen Freitag liegen auch dem Vorstandssprecher noch schwer im Magen. "Da wurde ohne Rücksicht auf die eigenen Spieler vorgegangen", sagt Frymuth zum unverantwortlichen Abbrennen von Feuerwerkskörpern. "Zum Glück haben wir Erkenntnisse, was die Übeltäter betrifft." So dass der Verein eine Schadensersatzforderung stellen kann, falls der DFB - wie befürchtet und erwartet - eine Geldstrafe für die Fortuna aussprechen sollte.

Geschäftsführer Paul Jäger hat am Mittwoch die Stellungnahme des Vereins zu den Vorfällen in Paderborn an den DFB weitergeleitet. Frymuth hofft, dass die wahren Fans den Verein dabei unterstützen, dass so etwas nicht mehr vorkommt.

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