Fabian Giefer spricht über die Schwierigkeiten der Saison und die Wechselgerüchte.

Fortunas Fabian Giefer hechtet nach dem Ball: Vor Fragen nach seiner Zukunft versucht er sich abzuschotten.   Archiv
Fortunas Fabian Giefer hechtet nach dem Ball: Vor Fragen nach seiner Zukunft versucht er sich abzuschotten. Archiv

Fortunas Fabian Giefer hechtet nach dem Ball: Vor Fragen nach seiner Zukunft versucht er sich abzuschotten. Archiv

Christof Wolff

Fortunas Fabian Giefer hechtet nach dem Ball: Vor Fragen nach seiner Zukunft versucht er sich abzuschotten. Archiv

Fabian Giefer hat kurz vor Schluss in Dresden mit seinem Ausflug in den gegnerischen Strafraum für ein Ausrufezeichen gesorgt. Fortunas Torhüter übernimmt nicht nur in solchen Szenen Verantwortung für die Mannschaft. Wir sprachen mit dem 23 Jahre alten Rückhalt des Fußball-Zweitligisten.

Kann man davon ausgehen, dass Sie jetzt nach ihrem Lattenkopfball und der indirekten Torvorbereitung des 1:1 in Dresden den Vertrag als Stürmer doch verlängern?

Fabian Giefer (lacht): Grundsätzlich ist das kein besonders gutes Zeichen, wenn ich mit nach vorne muss. Wenn sich aber die Möglichkeit ergibt, wenn man mit einem Tor in Rückstand liegt, dann sorgen 1,96 Meter vorne noch für ein wenig Wirbel. Dass der Ball in der ersten Aktion nur gegen die Latte flog, war jetzt nicht so schlimm, weil Latti (Martin Latka, Anm. der Red.) ja danach getroffen hat. Wir haben einen Punkt geholt, der enorm wichtig war. Und die Reaktion der Mannschaft nach diesem Tor war ja auch entsprechend.

„Der Entschluss, hinten mehr auf Sicherheit zu setzen, war richtig.“

Die Situation für die Fortuna ist in den vergangenen Wochen eine andere als noch im Oktober und November. Was hat sich verändert?

Giefer: In der jüngsten Vergangenheit haben sich bei Fortuna viele Dinge getan. Wir haben einen neuen Präsidenten, einen neuen Sportdirektor, einen neuen Trainer. Das sind Posten, die für einen Verein wichtig sind. Deshalb war eine gewisse Unruhe verständlich. Das bekommt man als Mannschaft natürlich mit. Der ganze Verein war in einer schwierigen Situation.

Hat sich das und die Serie der negativen Spiele auch auf den Teamgeist ausgewirkt?

Giefer: Eigentlich kann man sich einiges nicht so richtig erklären, da viele in der Stammelf schon länger bei der Fortuna sind. Die gehen auch nicht mit einer anderen Motivation als vorher auf den Platz. Wir sind jetzt auf einem ordentlichen Weg, obwohl wir für die Leistungen immer noch einiges an Kritik ernten. Der Entschluss, hinten mehr auf Sicherheit zu setzen, war aber richtig. Vorne haben wir eigentlich die Qualität.

Gefällt einem Torwart, dass eher kompakt gespielt und auf die Defensive besonderes Augenmerk gelegt wird?

Giefer: Ich bin relativ flexibel in meinem Torwartspiel. Wir müssen aber unabhängig von der Torwartposition erkennen, was uns gut tut – erst mal die Sicherheit hinten haben. Was ich immer versuche, ist der Abwehr generell Sicherheit zu geben.

Wie wichtig ist die Kommunikation für die Mannschaft. Was hat sich da geändert?

Giefer: Ich musste nicht viel an Lautstärke und Intensität ändern. Insgesamt tut es der Mannschaft sehr gut, wenn mehr geredet wird. Aber auch das Nonverbale, die Zeichen und die Körpersprache, helfen, um sich besser zu verständigen. Generell ist es superwichtig, dass eine gute Kommunikation herrscht. Auf dem Platz brauchst du klare Kommandos, und die fußballspezifische Kommunikation haben bei uns alle drauf.

„Als Team haben wir diese Saison enorm viel mitgemacht.“

Hat deshalb auch die Zahl der Fehler so deutlich abgenommen?

Giefer: Die Spielweise hat sich verändert, und wir haben ein Stück weit das Risiko rausgenommen. In der Hinrunde konnten wir uns bei manchen Gegentoren auch nicht erklären, warum da solche individuellen Fehler passiert sind. Wir versuchen jetzt, erst gar nicht in derartige Situationen zu kommen.

Was ist in der Saison noch möglich für Fortuna?

Giefer: Definitiv ist noch alles drin. Für uns ist wichtig, dass wir von Spiel zu Spiel schauen. Wenn wir erfolgreich spielen, ist es in ein paar Begegnungen möglich, Anschluss nach oben zu bekommen. In der 2. Liga ist alles viel enger als in der Bundesliga. Nach den Erfahrungen der letzten Saison sollte man auf alles vorbereitet sein. Wir sind froh, dass wir einen Puffer nach unten geschaffen haben.

Sie wirken mit Ihren 23 Jahren bereits sehr reif. War dieses Jahr in der 2. Liga eine besondere Erfahrung?

Giefer: Ich lerne immer weiter dazu. Das muss auch so sein. Als Team haben wir diese Saison enorm viel mitgemacht. Als Spieler, der mit anderen versucht, das Ganze mitzutragen, ist man in einer Position, in der man sehr viel mitnehmen und lernen kann. So etwas bringt einen extrem weiter. Ich bin da angelangt, wo die Leute jede Woche eine Topleistung erwarten.

Wie sehr beschäftigt Sie die persönliche Zukunft? Ist Schalke Ihr nächster Verein?

Giefer: Seit nun schon seit fast anderthalb Jahren stürmen diese Dinge auf mich ein. Das bringt der Fußball mit sich. Man lernt, damit umzugehen. Ich versuche mich davon komplett abzuschotten. Alles andere würde mir und meiner Leistung nicht viel bringen. Dass eine Zeit kommt, in der ich mich damit beschäftige, ist klar. Mein Plan ist es aber jetzt, jede Woche gute Leistungen zu bringen. Das Thema belastet mich also nicht.

Hat es Sie denn in der Bundesliga-Rückrunde belastet?

Giefer: Es wäre zu einfach, es darauf zu schieben, dass es damals nicht so gut gelaufen ist.

Ein Satz noch zu St. Pauli. Ist das ein Spitzenspiel?

Giefer. Das ist eines der Highlight-Spiele der Saison. Vor ziemlich genau zwei Jahren habe ich mir das Spiel gegen St. Pauli hier im Stadion live angesehen und war restlos begeistert. Das ist ein Duell von zwei Prestige-Clubs. Es wird am Sonntag eine spannende Kiste in einem Hexenkessel.

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