Das 1:3 beim 1. FC Heidenheim ist die dritte Niederlage in Folge für die Fortuna. Der Trainer kritisiert derweil die Erwartungshaltung im Umfeld des Clubs.

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Die enttäuschten Spieler der Fortuna stellten sich nach der Begegnung in Heidenheim den mitgereisten Fans.

Die enttäuschten Spieler der Fortuna stellten sich nach der Begegnung in Heidenheim den mitgereisten Fans.

Christof Wolff

Die enttäuschten Spieler der Fortuna stellten sich nach der Begegnung in Heidenheim den mitgereisten Fans.

Während die Spieler die 1:3-Niederlage in Heidenheim mit großer Enttäuschung quittierten, versuchte Friedhelm Funkel das Große und Ganze zu sehen. „Wir sind immer noch Tabellenführer. Ich verstehe die Ängste der Fans nicht. Wir dürfen die Zielsetzung nicht aus den Augen verlieren“, sagte Fortunas Cheftrainer und legte nach: „Was die Anderen denken, interessiert mich da herzlich wenig.“

Die dritte Niederlage in Folge, nach der der Vorsprung auf Platz drei der 2. Fußball-Bundesliga wegen des Sieges von Holstein Kiel (4:0 am Samstag in Dresden) auf vier Punkte geschmolzen war, hatte ihre Spuren hinterlassen. Natürlich kritisierte Funkel auch seine Mannschaft, beispielsweise die fehlende Stabilität in der Abwehr, die den Heidenheimern die Arbeit enorm erleichtert hatte. Und auch die mangelnde Effektivität, die der Fortuna zwei oder drei mögliche Tore kostete. Doch was den Trainer weitaus mehr ärgerte, waren andere Dinge: „Jetzt muss jedem mal durch den Kopf gehen, was da geschrieben worden ist. Es ging nur noch darum, wann steigen wir auf, wie steigen wir auf. Das war alles Blödsinn, alles nur Gelabber.“

Zufriedener war er mit der Körpersprache seiner Spieler. „Wenn man dann aber die Chance nicht nutzt, das Spiel zu drehen, wird es schwer“, sagte Funkel und attestierte dem Team, alles versucht zu haben.

Aber selbst das sei zweitrangig mit Blick auf die leidenschaftliche Saison, die seine Mannschaft gespielt hat, sagte Funkel und wurde erneut grundsätzlich: Es habe Spiele gegeben, in denen die Fortuna über ihrem Niveau gespielt habe. „Dann gibt es aber auch immer mal wieder Phasen in einer Saison, da wird man auf dem Platz nicht für die Arbeit belohnt.“ Fortuna sei eben keine Übermannschaft sondern nur genauso stark und genauso so schwach wie die 17 anderen Zweitligisten auch. Weshalb Funkel von einer offensichtlich falsch verstandenen Erwartungshaltung sprach. „Wir erreichen am Ende einen Tabellenplatz, mit dem keiner gerechnet hat. Das lasse ich mir nicht nehmen. Alle leisten hier im Verein eine Superarbeit. Wir wollen solide arbeiten und Werte schaffen sowie mittelfristig zu den 25 besten Mannschaften des Landes gehören.“ Ein Aufstieg wäre dann wohl nur die schöne Zugabe.

Funkel fordert am Sonntag ein ausverkauftes Stadion

Das wird von außen selbstreden anders wahrgenommen. Alles rechnet mit dem Aufstieg Was Fortunas Cheftrainer trotzdem nicht dazu veranlasst, die Mannschaft zu kitzeln und auf ein großes Ziel einschwören. Das würden laut Funkel die Medien ohnehin machen.

Über das Fehlen der Abwehrspieler Kaan Ayhan und Andre Hoffmann hat Funkel indes nicht geklagt. Immerhin kehrt Ayhan zurück, der seiner Mannschaft mit seiner Unbeherrschtheit und der Gelb-Roten Karte vergangene Woche einen Bärendienst erwiesen hat.

„Nervosität macht sich bei uns nicht breit“, sagte Funkel, der jetzt die Düsseldorfer dazu bewegen will, am Sonntag ins Stadion zu kommen. „Jetzt müssen die Fans uns helfen. Ich wünsche mir ein ausverkauftes Stadion gegen Ingolstadt. Damit können die Düsseldorfer zeigen, dass sie in die Bundesliga wollen.“

Das gilt auch für seine Mannschaft, die dann mal wieder über 90 Minuten überzeugend spielen sollte. Das war in Heidenheim nur in Phasen zu sehen. Nach dem 1:2, nur fünf Minuten nach dem Ausgleich, war das Spiel gelaufen. Derzeit fehlt der Mannschaft die Moral, nach den Enttäuschungen wieder zurückzukommen.

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