Fortuna arbeitet die Pleite im Pokal ausführlich auf. Aber es wird nicht alles in Frage gestellt.

Düsseldorf. Die Spieler von Fortuna Düsseldorf mussten sich einiges anhören. 51 Minuten dauerte vor dem Training am Montag die Ansprache des Trainerteams einen Tag nach der Pokal-Enttäuschung von Koblenz (0:1).

Auch Wolf Werner, der in der ersten Erregung nach dem Schlusspfiff nichts sagen wollte, bemühte sich am Montag, einerseits die Fehler und Unzulänglichkeiten klar anzusprechen sowie andererseits das Ausscheiden auch zu relativieren.

"Jede Erklärung, die man für das Ausscheiden aus unserer Sicht finden würde, wäre eine Entschuldigung für die Spieler", sagte der Geschäftsführer Sport des Fußball-Zweitligisten.

"Für das Auftreten der Spieler in der zweiten Hälfte gibt es wirklich keine Worte. Das hat nichts mehr mit professioneller Einstellung zu tun, und es gibt keine Erklärungen dafür." Werner versteht die Fans, die ihre Mannschaft kämpfen sehen wollten.

In der wirtschaftlichen Situation, in der sich die Fortuna befinde, schmerze eine solche Niederlage besonders. Selbst vor die Mannschaft zu treten und deshalb noch vor dem ersten Ligaspiel einige warnende Worte an die Spieler zu richten, will Wolf Werner nicht.

Seit Montag ist Andreas Lambertz wieder im Training. Der Kapitän ist von seiner schweren Schulterverletzung (Eckgelenksprengung) genesen und absolviert das gesamte Programm.

Der 21-jährige Daniel Zacher nahm am Montag am Training der Fortuna teil. Der 1,91 Meter große Torhüter des SV Babelsberg hat noch einen Vertrag bis Juni 2011 beim Fußball-Drittligisten aus Potsdam.

"Das halte ich für überzogen. Es ist in den vergangenen beiden Jahren immer nur nach oben gegangen. Und es wäre bitter, wenn jetzt einige anfangen, mit Dreck zu werfen", sagte der Geschäftsführer. "Wenn nach einem Spiel schon die Welt untergeht, na dann Gute Nacht."

Frymuth: Am Können der Spieler hat es in Koblenz sicher nicht gelegen

Vorstandssprecher Peter Frymuth will die sportliche und moralische Aufarbeitung der Blamage an der Mosel den dafür Verantwortlichen überlassen.

"Wir haben mit Wolf Werner und Norbert Meier zwei erfahrene Leute, die wissen, wie sie mit einer solchen Situation umgehen müssen", erklärte Frymuth, der hofft, dass die Spieler auch die richtigen Schlüsse aus ihren Erfahrungen ziehen werden. Denn am Können habe es sicherlich nicht gelegen. "Wenn es der fehlende Wille war, ist das schon bedenklich."

Dass deswegen die Euphorie oder das Interesse an den Spielen der Fortuna in der Arena nachlassen könnte, glaubt der Vorstandssprecher nicht: "Das kann man daraus nicht ableiten. Der wirtschaftliche Schaden bezieht sich vielmehr auf die uns entgehenden Einnahmen im Pokal."

In den Heimspielen müsse die Mannschaft aber an die großen Momente der vergangenen Saison anknüpfen. "Unsere Spieler werden dann mit einer anderen Einstellung zeigen, dass sie alles für den Erfolg tun." Das können sie auch am Sonntag in Cottbus.

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