Jörg Eicker ist vom Aufsichtsrat für drei Jahre als neuer Finanzvorstand bestellt worden. Der 52-Jährige möchte für Kontinuität sorgen.

Jörg Eicker (M.) folgt als Finanzvorstand auf Paul Jäger. Mit Aufsichtsratschef Reinhold Ernst (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer (r.) steht er in engem Austausch.
Jörg Eicker (M.) folgt als Finanzvorstand auf Paul Jäger. Mit Aufsichtsratschef Reinhold Ernst (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer (r.) steht er in engem Austausch.

Jörg Eicker (M.) folgt als Finanzvorstand auf Paul Jäger. Mit Aufsichtsratschef Reinhold Ernst (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer (r.) steht er in engem Austausch.

Christof Wolff

Jörg Eicker (M.) folgt als Finanzvorstand auf Paul Jäger. Mit Aufsichtsratschef Reinhold Ernst (l.) und dem Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer (r.) steht er in engem Austausch.

Düsseldorf. Im Oberrang der Düsseldorfer Arena hat Jörg Eicker in der vergangenen Saison oft mit seiner Frau und Freunden gesessen und sich die Heimspiele seiner Fortuna angesehen. Die Heimpleiten in Serie haben ihn nicht davon abgehalten eine der wichtigsten Aufgaben beim Fußball-Zweitligisten zu übernehmen. Seit Dezember 2016 arbeitet er nicht mehr für den Finanzdienstleister Grenke AG. So war er „frei“, als mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken mit Fortunas Aufsichtsratsboss Reinhold Ernst alles angefangen hat.

Für drei Jahre hat der Finanzfachmann die Aufgabe als Finanzvorstand des Clubs übernommen. Der 52-Jährige tut dies – abgesehen von dem ihm zur Verfügung gestellten Büro sowie einem Dienstwagen – ehrenamtlich, auch weil Reinhold Ernst als Nachfolger von Paul Jäger keinen „Festangestellten“ bevorzugte, um das eingesparte Geld in das Team investieren zu können.

„Über die reinen Zahlen kann ich einen Verein richtig gut kennenlernen.“

Jörg Eicker

„Ich freue mich, dass ich auf eine tolle und solide Arbeit meines Vorgängers aufbauen kann“, sagt Eicker. „Ich habe einen sehr guten Eindruck von den hier handelnden Personen gewonnen.“ Für ihn steht aber auch fest, dass auch die Finanzverwaltung der Fortuna weiter professionalisiert werden muss. „Mit einer Bilanzsumme von 30 Millionen Euro kann man das nicht mehr hemdsärmelig machen“, sagt der Finanzvorstand, der den Aufbau des Nachwuchsleistungszentrums als die größte Investition in der Geschichte des Vereins bezeichnet.

Der Jäger-Nachfolger lobt die Arbeit des Bundesligisten aus Köln

„Wir schaffen eine Basis, die auch in Richtung Nachhaltigkeit und Kontinuität geht“, sagt Eicker und meint damit auch die gesamte Vereinspolitik. Obwohl er die Rivalität zwischen den Städten „pflegen“ will, macht er der Konkurrenz ein großes Kompliment: „Da haben die Kölner uns etwas Gutes vorgemacht, auch wenn wir selbst auf einem guten wirtschaftlichen Weg sind.“ Bei den Dauerkarten gibt es nicht den befürchteten großen Einbruch. In der ersten Vekaufsphase wurden rund 9000 Saisontickets abgesetzt, 2016/17 waren es 10 000. Insgesamt verkaufte die Fortuna in der vergangenen Spielzeit 14600 Dauerkarten.

Verfolgt hat Eicker seinen Verein schon als Kind. Er war als Junge Zaungast im Schwimmbad am Rheinstadion und musste auch seiner Frau Anja nicht groß erklären, warum ihn diese Aufgabe so reizt.

Der Verein stellt ihm nur Büro, PC und ein Auto. Eicker führt die Aufgabe ehrenamtlich aus, weil er sich mit einer gewissen Neutralität und Unabhängigkeit den Zahlenwerken nähern möchte. Zudem kann er sein Wissen von finanztechnischen und wirtschaftlichen Hintergründen einbringen. „Und mir ist wichtig, mit der ehrenamtlichen Arbeit eine Vorbildfunktion auszufüllen“, sagt der Jäger-Nachfolger. „Man muss der Jugend zeigen, dass man nicht alles nur für Geld sondern auch zum Spaß machen kann.“

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