Der berühmte Vater stand zwischen den Pfosten, Pascal Köpke aber schießt lieber Tore für den Klassenerhalt.

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Pascal Köpke erzielte in den vergangenen Spielen wichtige Tore für Erzgebirge Aue.

Pascal Köpke erzielte in den vergangenen Spielen wichtige Tore für Erzgebirge Aue.

Sebastian Kahnert

Pascal Köpke erzielte in den vergangenen Spielen wichtige Tore für Erzgebirge Aue.

Düsseldorf. Erst am letzten Spieltag also fällt die Entscheidung über den Klassenerhalt in der 2. Liga. Sechs Clubs bangen, hoffen und zittern. Mit dabei sind auch Fortuna Düsseldorf sowie der FC Erzgebirge Aue. Beide Vereine - deren Fan-Lager gut miteinander befreundet sind - benötigen zur Rettung noch jeweils einen Punkt. Dass sich dafür beide Teams im direkten Duell gegenüberstehen, lässt einige Wettbüros keine Einsätze auf ein Remis mehr annehmen. Deutschland gegen Österreich in Gijon 1982 lässt grüßen.

„Auf 0:0 spielen geht nach hinten los, und irgendwelche freundschaftlichen Geschenke gibt es im Fußball nicht“, sagte Aues Präsident Helge Leonhardt. Der 58-Jährige wollte damit allen Spekulationen um einen Nicht-Angriffspakt den Wind aus den Segeln nehmen. Zumal der FC Erzgebirge mit breiter Brust nach Düsseldorf reisen kann. In der Rückrunde sammelte die Mannschaft des für den glücklosen Pavel Dotchev geholten und erst 31-jährigen Trainers Domenico Tedesco satte 27 Punkte.

„Für die meisten waren wir ja schon klinisch tot. Auf uns hat nach der Hinrunde doch keiner einen Pfifferling mehr gesetzt. Aber wir haben uns nicht verrückt machen lassen“, sagte Mittelfeldspieler Christian Tiffert. Der 35-Jährige steht mit seinem Einsatz für die Malochermentalität der Bergarbeiterstadt, für Treffer hingegen ist ein anderer zuständig. Pascal Köpke führt die interne Torschützenliste mit zehn Treffern an. „Pascal hat bei uns eine tolle Entwicklung genommen“, sagte Helge Leonhardt.

Wie der Vater, so ist der Sohn halt eben nicht

Die Gene für eine Karriere als Fußball-Profi wurden Köpke allerdings in die Wiege gelegt. Bereits mit vier Jahren trug er das Trikot des 1. FC Nürnberg, wenn auch nur recht passiv auf den Armen seines Vaters Andreas. Der Apfel fiel im Hause Köpke also nicht weit vom Stamm, ist dabei aber irgendwie unter einen anderen Baum gerollt. Denn während Andreas Köpke zwischen den Pfosten äußerst erfolgreich Tore verhindert hat, versucht Pascal Köpke als Stürmer welche zu erzielen.

„Wenn ich als Kind mit meinem Vater im Garten Fußball gespielt habe, dann ist er immer ins Tor gegangen und ich musste halt schießen“, erklärt Pascal Köpke. Meist tat er das mit rechts und in Aue macht er es mit diesem Fuß so effizient, dass ihn die Fans der nicht gerade als Torfabrik zu bezeichnenden „Veilchen“ mächtig in ihr Herz geschlossen haben. Im Winter 2016 kam Köpke vom Karlsruher SC, wo Trainer Markus Kauczinski wenig von ihm hielt. „Körperlich war er daher in keinem guten Zustand“, sagte Aues damaliger Trainer Pavel Dotchev.

Stück für Stück wurde Köpke wieder aufgebaut. „Wir wussten ja, was der Junge drauf hat und haben ihm unser Vertrauen geschenkt“, sagte Dotchev. Vertrauen, das der Blondschopf zurückzahlte. Mit zehn Treffern in 14 Spielen schoss er den „Kumpelverein“ aus dem Lößnitztal zum Aufstieg in die 2. Liga. Auch dort knipst Köpke ordentlich und vor allem wichtig. Acht seiner zehn bisherigen Treffer sicherten dem FC Erzgebirge Aue 18 von in diesen Spielen 24 möglichen Punkten.

Zwar musste Köpke in der Rückrunde eine längere Durststrecke überwinden, doch rechtzeitig zum Endspurt ist der 21-Jährige wieder da. Nach 1059 erfolglosen Minuten gelang ihm Ende April beim 2:2 gegen Hannover das 1:1, eine Woche später traf er auch beim 3:0 über Würzburg. „Das war für mich doch eine kleine Befreiung. Wenn der Ball nicht rein gehen will, dann führt man schon mal ein Selbstgespräch, in dem man sich selber anmotzt“, sagte der Angreifer. In Düsseldorf nun will Pascal Köpke sein vielleicht bisher wichtigstes Tor erzielen.

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