Andre Hoffmann bedankt sich auf diesem Weg bei den Fans. Der 24-Jährige hat sich in der zweiten Saison für die Fortuna hohe Ziele gesetzt. Aber auch er muss sich anbieten.

Interview
Andre Hoffmann will mehr Verantwortung übernehmen. Der Innenverteidiger hofft auf eine konstantere Saison der Fortuna.

Andre Hoffmann will mehr Verantwortung übernehmen. Der Innenverteidiger hofft auf eine konstantere Saison der Fortuna.

Christof Wolff

Andre Hoffmann will mehr Verantwortung übernehmen. Der Innenverteidiger hofft auf eine konstantere Saison der Fortuna.

Düsseldorf. Andre Hoffmann ist regelrecht heiß auf die neue Spielzeit. Der Ex Hannoveraner ist seit einem halben Jahr bei der Fortuna und kam nur auf sechs Einsätze sowie einen Treffer (und eine Rote Karte). Nun möchte er zum Stamm- und Führungsspieler werden. Wir sprachen im Trainingslager mit Andre Hoffmann.

Hallo, Herr Hoffmann, uns und den Fans ist aufgefallen, dass Sie beim Training eine lange Hose tragen, warum?

Andre Hoffmann (lacht): Es muss schon extrem warm sein, dass ich eine kurze Hose anziehe. Ich fühle mich so sicherer und habe ein besseres Gefühl, wenn die Muskeln so geschützt sind. Es ist also kein Mode-Gag.

Apropos Gefühl, wie fühlen Sie sich nach einem halben Jahr als Fortune?

Hoffmann: Das halbe Jahr war schon turbulent. Nach der guten Ausgangslage der Vorrunde wurden wir den Ansprüchen in der Rückrunde leider nicht mehr gerecht. Wir hatten nicht mehr die Konstanz und haben es verpasst, zum richtigen Zeitpunkt einen Dreier einzufahren. Wir sind so unnötig in den Abstiegskampf geraten, auch wenn wir es dann als Mannschaft mit Bravour gelöst haben. Für mich war die Verletzung in der Vorbereitung mit dem Muskelfaserriss sehr unglücklich. Sonst hätte ich sicherlich ein paar Spiele mehr gemacht. So habe ich mich hinten angestellt und war da, als ich gebraucht wurde. Letztlich war es so okay. Jetzt geht es mit einem guten Gefühl weiter.

Was muss sich verbessern in der kommenden Saison?

Hoffmann: Es geht darum, dass wir uns als Mannschaft weiter entwickeln müssen. Es interessiert also nicht in erster Linie, was jeder Einzelne besser machen muss, das ergibt sich dann automatisch. Wir wollen insgesamt besser hinten rausspielen, mehr Ballbesitz haben und mutiger verteidigen. Auch ich selbst bin jetzt durch mehr Training und Spiele einfach weiter. Nichts ist wichtiger, als einen Rhythmus zu haben. Da bin ich jetzt deutlich besser unterwegs.

Die Situation in der Abwehrzentrale hat sich durch die Abgänge von Akpoguma und Madlung verändert. Heißt das, Andre Hoffmann hat seinen Stammplatz sicher?

Hoffmann: Das entscheidet der Trainer, niemand hat in der Mannschaft einen Freifahrtschein. Ich werde mich durch gute Leistungen anbieten und bin immer bereit, Verantwortung zu übernehmen. So bin ich schon als Typ. Aber niemand hat in der Mannschaft einen Freifahrtschein. Wir haben gute Transfers getätigt. Auf vielen Positionen herrscht ein großer Konkurrenzkampf. Das ist aber auch notwendig, um als Team kontinuierlich erfolgreich zu sein. In der Innenverteidigung haben wir zwei, drei Alternativen. Es geht nur über die Trainingsleistungen und die Testspiele. Da muss ich mich genauso anbieten, wie jeder anderer.

Ist es eine Belastung, wenn die Vereinsführung ein so hohes Ziel mit Platz sechs oder besser ausgibt?

Hoffmann: Sich Ziele zu setzen ist immer wichtig und richtig. Platz sechs ist schon realistisch. So weit waren wir ja punktemäßig in der abgelaufenen Spielzeit von den Rängen sechs und sieben nicht weg. Druck ist ein Wort, das ich nicht so mag. In unserem Job hat man den und muss damit umgehen können.

Und das persönliche Ziel?

Hoffmann: Gesund bleiben, steht ganz oben. Und natürlich möglichst viele Spiele zu machen, meinen Beitrag dazu leisten, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen.

Einen Beitrag leisten, heißt auch, die jungen Spieler zu führen?

Hoffmann: Ich bin keine 18 mehr und habe im Fußball schon einiges gesehen. Ich wurde zwar hier und da von Verletzungen aufgehalten, habe mich als Persönlichkeit aber immer weiterentwickelt. Ich bin im Alter von 24 Jahren kein junger Spieler mehr, aber auch kein alter Profi und so vielleicht auch nahbarer für die ganz jungen Leute bei uns, wovon wir eine Menge haben. Auf und neben dem Platz möchte ich Verantwortung übernehmen und bin gewillt, die Jungs mitzunehmen. Im Laufe meiner Jahre beim DFB war ich auch Kapitän, allerdings steht die sportliche Leistung über allem. Die muss bei jedem stimmen.

Waren Sie überrascht von der Unterstützung durch die Fans, als es für Fortuna wenig berauschend lief?

Hoffmann: Ja, das hat mich im positiven Sinne gewundert. Gerade in den Heimspielen dann so eine Unterstützung zu bekommen, war für mich so nicht zu erwarten. Ein großes Kompliment und Dankeschön an die Fans noch mal dafür.

Wie sieht die Konkurrenz-Situation in der 2. Liga aus?

Hoffmann: Die Liga stellt sich anderes dar als in den vergangenen Jahren. Zuletzt gab es immer klare Favoriten. Jetzt gibt es einige Clubs, die sich gut verstärkt haben und um die Plätze eins bis sechs mitspielen wollen.

Wie schätzen Sie den Vorteil ein, dass ein Großteil der Mannschaft zusammengeblieben ist?

Hoffmann: Das hilft immer, denn dann klappen viele Automatismen. Die Integration in diese Mannschaft ist aber extrem einfach, ich habe es im Januar selbst erlebt. Der Charakter der Mannschaft ist einfach top, und das ist ein sehr gutes Gefühl für jeden, der neu dazukommt.

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