Jörg Emgenbroich
Jörg Emgenbroich, Fanbeauftragter der Fortuna.

Jörg Emgenbroich, Fanbeauftragter der Fortuna.

Stefan Arend

Jörg Emgenbroich, Fanbeauftragter der Fortuna.

Düsseldorf. Nach den vielen Schlagzeilen über Pyrotechnik beziehungsweise Gewalt und damit verbundene Strafen im deutschen Fußball melden sich nun diejenigen zu Wort, die sich jedes Wochenende mit den So oft benannten "so genannten Problemfans" beschäftigen müssen: Die Fanbeauftragten.

Fortunas Fanbeauftragter Jörg Emgenbroich und seine Kollegen haben ein Statement verfasst, dass sich an die Fans, die Verbände DFB und DFL, aber auch an die Medien richtet.

Darin heißt es: "Es ist an der Zeit, dass sich die Praktiker zu Wort melden. Wir, die Fanbeauftragten, die täglich mit Fußballfans, problematischen wie unproblematischen, zusammenarbeiten, mit ihnen reden, ihre Probleme kennen und umgekehrt auch die Probleme kennen, die Vereine und die Polizei mit ihnen haben."

Die Fanbeauftragten fordern "Sachlichkeit ein". Natürlich seien die Gewalttaten rund um den Fußball gestiegen und natürlich gebe es einzelne Vorfälle, die nicht nur den Fanbeauftragten völlig zu Recht Sorge bereiten. "Aber noch immer sind die Fußballstadien in Deutschland sichere Orte, noch immer können Familienväter und –mütter mit ihren Kindern Fußballspiele besuchen. Manch Volksfest dürfte deutlich gefährlicher sein, ohne dass es hierfür Spezialeinheiten und ganzseitige Berichterstattungen über Ausschreitungen gibt", so heißt es in dem Schreiben.

Dann richtet sich die Erklärung explizit an die Fans: "Wir fordern aber auch unsere Fans – und hierbei vor allem die Ultras – auf, nicht weiter mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Jeder von euch kann es nachlesen, die Hardliner erheben die Stimme und fordern Dinge, die Eure Fankultur bedrohen. Sie können dies fordern, weil ihr es zugelassen habt, dass sich in euren Reihen Leute tummeln, denen es bevorzugt um ihren kurzfristigen eigenen Spaß und nicht um die wirklichen Inhalte und Ziele eurer Kultur geht. Kriminelles Handeln wie Überfälle, Angriffe auf Unbeteiligte, das Aufbrechen von Räumlichkeiten müssen endlich geächtet werden. Das könnt aber nur ihr gemeinsam tun, dafür müsst ihr eine gemeinsame Linie finden!"

Und schließlich geht der eindringliche Aufruf an die Institutionen - gemeint sind Verbände und Polizei - "sich mit den Fans und auch mit uns Fanbeauftragten an einen Tisch zu setzen". Die Fans und Fanbeauftragten fühlen sich in vielen Entscheidungen schlichtweg übergangen: "In den Vereinen wird mit uns geredet, auf Verbandsebene scheinen die Praktiker derzeit aber wenig gefragt zu sein."

Die Vereine seien durch blinden Aktivismus seitens der Verbände entmündigt worden, eine Diskussion findet nicht mehr statt. "Das lässt uns mindestens ratlos zurück."

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