Hans-Dieter Tippenhauer, der die Rot-Weißen 1979 ins Finale von Basel und zum DFB-Pokalsieg führte, hat mit 67 Jahren promoviert.

Die Fortunen Rudi Bommer, Reinhold Fanz und Rudi Daniel (v. l.) tragen Hans-Dieter Tippenhauer nach dem Pokalsieg von 1979 auf Schultern.
Die Fortunen Rudi Bommer, Reinhold Fanz und Rudi Daniel (v. l.) tragen Hans-Dieter Tippenhauer nach dem Pokalsieg von 1979 auf Schultern.

Die Fortunen Rudi Bommer, Reinhold Fanz und Rudi Daniel (v. l.) tragen Hans-Dieter Tippenhauer nach dem Pokalsieg von 1979 auf Schultern.

Die Fortunen Rudi Bommer, Reinhold Fanz und Rudi Daniel (v. l.) tragen Hans-Dieter Tippenhauer nach dem Pokalsieg von 1979 auf Schultern.

Düsseldorf. Trainer Hans-Dieter Tippenhauer hat Düsseldorfer Fußball-Geschichte geschrieben: 1979 holte er mit Fortuna den DFB-Pokal und stand in Basel im Finale um den Europapokal der Pokalsieger gegen den FC Barcelona. Das ging zwar 3:4 nach Verlängerung verloren. Doch jeder ältere Fortune erzählt heute noch stolz von der Tippenhauer-Truppe um Gerd Zewe, Klaus und Thomas Allofs und Wolfgang Seel.

Jetzt, 32 Jahre nach Basel, hat Tippenhauer wieder Fußball-Geschichte geschrieben. Der ehemalige Fortuna-Coach hat mit 67 Jahren noch den Doktor gemacht. Im Stillen habe er dreieinhalb Jahre am Projekt gearbeitet, sagte der frischgebackene Doktor der Sportpsychologie. „Ich habe das nicht an die große Glocke gehängt.“ Seine Dissertation an der Universität Münster trägt den Titel: „Der wahrgenommene Einfluss von Führungsspielern in der Fußball-Bundesliga“.

Der erste Ex-Bundesliga-Trainer mit einem Doktortitel

Tippenhauer ist nach Angaben des Lehrstuhls bundesweit der erste ehemalige Erstliga-Coach mit Doktortitel. „Auf die Idee kam ich, als meine Tochter ihr Diplom in Sportwissenschaften gemacht hat“, erzählt er. Ein Professor habe ihn angesprochen und sich beklagt, dass die Sportwissenschaft zu selten Gelegenheit bekommt in das Innenleben einer Profi-Fußballmannschaft zu schauen. „Dafür muss man deren Sprache sprechen“, sagt Tippenhauer, und das konnte er.

Der Fußballlehrer schickte Fragebögen an Spieler, Trainer, Sportreporter und ehemalige Aktive. Im Zentrum stand die Frage, wie viel Gewicht ein Führungsspieler hat. Tippenhauers Ergebnis: „In der Mannschaft ist der Einfluss am größten.“ Ein Team wünsche sich im Schnitt 3,5 Führungsspieler. Trainer und Reporter zeigten sich deutlich weniger beeindruckt von deren Rolle.

Im Finale von Basel 1979 nutzte aber auch der Einfluss der Führungsspieler um Kapitän Zewe nichts. „Barca spielte ständig international, war weltklasse besetzt. Uns fehlte die internationale Erfahrung“, sagt der Ex-Trainer. Auch das unvergessene 7:1 der Fortunen 1978 im Rheinstadion gegen Bayern München, bis heute die höchste Auswärtsniederlage des Rekordmeisters, führt Tippenhauer nicht auf seine „Leitwölfe“ zurück: „Ich wusste vorher, dass wir das Spiel gewinnen. Die Bayern hatten Stunk mit ihrem damaligen Trainer Gyula Lorant. Und es war dessen letztes Spiel auf der Bayern-Bank.“

Geboren wurde Hans-Dieter Tippenhauer am 16. Oktober 1943. 1977 kam er als Co-Trainer unter Dietrich Weise zur Fortuna, von dem er 1978 übernahm. Nach dem Pokalerfolg von 1979 musste er schon im Oktober gehen. Fortuna spielte gegen den Abstieg. Er führte Arminia Bielefeld (1980) und Bayer Uerdingen (1983) als Trainer in die erste Liga.

Sein sportpsychologisches Wissen will Tippenhauer vorerst nicht beruflich einsetzen. Er überlegt, „vielleicht ein oder zwei Fachbücher zu schreiben“. Ansonsten will er nach dem Doktor-Stress abschalten. Und das kann Tippenhauer am besten im Stadion bei seinem aktuellen Lieblingsklub Werder Bremen.

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