Außerhalb gilt der junge Verteidiger als Unterhaltungsbeauftragter der Fortuna, auf dem Rasen sieht das komplett anders aus.

Fußball
Dynamisch am Ball und mit klaren Ansagen an die Kollegen: Fortunas 20 Jahre alter Außenverteidiger Anderson Lucoqui. Archiv

Dynamisch am Ball und mit klaren Ansagen an die Kollegen: Fortunas 20 Jahre alter Außenverteidiger Anderson Lucoqui. Archiv

Christof Wolff

Dynamisch am Ball und mit klaren Ansagen an die Kollegen: Fortunas 20 Jahre alter Außenverteidiger Anderson Lucoqui. Archiv

Düsseldorf. Anderson Lucoqui ist der Spaßvogel in der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf – sowohl gewollt, als auch manchmal unfreiwillig. Eines will der 20-Jährige aber vermeiden: Den Eindruck, dass er seinen Beruf als Zweitliga-Fußballer nicht ernst nimmt: „Ich schaue auf dem Platz, dass ich vollkommen konzentriert bin“, sagt der Außenverteidiger. „Neben dem Platz möchte ich aber schon, dass ein bisschen Lockerheit reinkommt.“ Und „Steilvorlagen“ seiner Kollegen nimmt er dabei gern auf.

Aber auch da weiß der Publikumsliebling, wann er sich zurückhalten muss: „Wenn wir drei Spiele in Folge verloren haben, dann ist es einfach nicht angemessen. Ich mache nichts, was mich selbst übermäßig ärgern würde.“ Denn grundsätzlich möchte Lucoqui nicht auf seinen Ruf als Unterhaltungsbeauftragter der Mannschaft reduziert werden, sondern als vollwertiger Spieler rüberkommen: „Ich habe in der vergangenen Saison sehr viel gelernt. Alles war neu, und ich konnte sehr viel aufsaugen“, sagt er. „Jetzt weiß ich in vielen Situationen bereits, wie ich reagieren muss und das Beste daraus machen kann.“

Wie viel der gebürtige Saarländer, der vergangenen Sommer aus der eigenen U 19 kam, in seiner zweiten Profi-Saison davon zeigen kann, steht noch in den Sternen. Die Konkurrenz innerhalb des Teams ist nicht kleiner geworden. Doch dass die Fortuna für die linke Seite in Niko Gießelmann einen neuen Spieler verpflichtet hat, ist für Lucoqui kein großes Thema: „Ich schaue ohnehin nur auf mich selbst und versuche immer, meine beste Leistung abzurufen“, sagt Fortunas Defensivspieler. „Der Trainer hat gewisse Vorstellungen, ich kann nur versuchen, Gas zu geben und mich immer wieder anzubieten.“ Eben jener Trainer, Friedhelm Funkel, habe ihm gesagt, dass er auf dem richtigen Weg sei. Die Belohnung gab es zum Saisonende: sein erstes Spiel von Beginn an.

Am letzten Spieltag stand der 20-Jährige erstmals in der Startelf

Das sei etwas ganz Besonderes gewesen. „Ich bin ein sehr temperamentvoller Mensch, und mir merkt man an, wenn ich aufgeregt bin.“ Im letzten Saisonspiel gegen Aue war es dann soweit. Axel Bellinghausen und die anderen älteren Spieler hätten ihm geholfen, die Aufregung in den Griff zu bekommen. „Am Anfang war ich schon nervös und hatte Kribbeln im Bauch. Das hat man mir auch angemerkt. Aber dann ist alles wie von allein gelaufen“, erklärt er.

Zuvor war er vor allem in der U 23 in der Regionalliga eingesetzt worden. Die Spielpraxis hat ihm sehr gut getan. „Das war keine Enttäuschung, dass ich nicht immer im Profi-Kader gestanden habe, weil es mir vorher klar gewesen war, dass ich nicht alle 34 Zweitliga-Spiele mache“, sagt Lucoqui, der stolz von seinen Spielen in der U 19-Nationalmannschaft berichtet. „Da möchte ich gerne schnell wieder hin.“ Da ist er übrigens nicht der alleinige Spaßvogel.

Dass er auch eine andere Seite hat, zeigt er im Training und im Spiel, weil er es „wie die Pest hasst“, zu verlieren. Sobald er die Schuhe geschnürt hat und den Rasen betritt, will er nur noch gewinnen. So regt er sich auch nach einem verlorenen Trainingsspiel schon mal mächtig auf. „Das passiert zum Glück nicht oft, da ich die Spiele im Training eigentlich immer gewinne.“ So war es ja auch in der ganzen Saison. Immer, wenn er in der Startelf stand, hat Fortuna gewonnen. Diese Serie von bisher einem Spiel möchte Lucoqui unbedingt ausbauen.

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