Bislang hatte der Ex-Hannoveraner nicht überzeugen können. Sein viertes Saisontor könnte jetzt der Frustlöser sein.

Bislang hatte der Ex-Hannoveraner nicht überzeugen können. Sein viertes Saisontor könnte jetzt der Frustlöser sein.
Didier Ya Konan köpft zum 1:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth ein. Fortunas Kapitän Karim Haggui (Mitte) „kämpft“ den Ball mit ins Tor.

Didier Ya Konan köpft zum 1:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth ein. Fortunas Kapitän Karim Haggui (Mitte) „kämpft“ den Ball mit ins Tor.

Christof Wolff

Didier Ya Konan köpft zum 1:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth ein. Fortunas Kapitän Karim Haggui (Mitte) „kämpft“ den Ball mit ins Tor.

Düsseldorf. Didier Ya Konan ist kein Stürmer wie Charly Benschop es in den vergangenen beiden Jahren bei Fortuna Düsseldorf war. Er sucht nicht wie dieser den Mittelpunkt, wo er stehen will, um sich mit einem Lächeln feiern oder alle Kritik an sich abprasseln zu lassen. So ähnlich ist es auch dem Platz. Der Niederländer wirkte persönlich beleidigt, wenn er nicht angespielt wurde, der Ivorer wartet hingegen geduldig auf seine Chance, die er gegen die SpVgg Greuther Fürth zum einzigen Treffer und zum Sieg für Fortuna nutzte.

Die Kritik an ihm war zuletzt immer lauter geworden. Er sei zu verletzungsanfällig nach seinem im Herbst 2013 erlittenen Knorpelschaden. Er wurde als abgehalfterter Star bezeichnet, der nicht ins Konzept der Fortuna passen würde, weil er die erfolgreichste Zeit bereits hinter sich habe. Nicht ohne Grund sei er in Hannover aussortiert und in die Wüste (Al-Ittihad/Saudi-Arabien) geschickt worden. Nach seiner Rückkehr spielte er bei den Niedersachsen kaum noch.

Geduld und Vertrauen könnte sich bei Ya Konan noch auszahlen

In Düsseldorf war er zu Beginn der Saison von vielen Fans als Hoffnungsträger empfangen worden, weil er früher oft genug für ein Tor gut gewesen ist. Und im Dress von Fortuna fing es auch gleich gut an für den 31 Jahre alten Stürmer. Beim 1:1 in Berlin zum Saisonstart erzielte er in letzter Minute den Ausgleich gegen Union und wurde entsprechend gefeiert. Ein Tor, dass einen Punkt brachte. Seine beiden anderen Saison-Treffer bis zum Spiel gegen Fürth erzielte Ya Konan beim 3:0 gegen 1860 München. Drei Tore in zwölf Spielen war da die Ausbeute, mit der er auch selbst nicht zufrieden war. Gegen Fürth sorgte er erstmals mit seinem Treffer für den Sieg seiner Mannschaft.

Trainer Frank Kramer setzte im bisherigen Verlauf der Saison nicht immer das Vertrauen in seinen (typischen) Mittelstürmer. Doch offensichtlich braucht Ya Konan Geduld, ähnlich wie sie die Mannschaft gegen Fürth gezeigt hat. Der Ex-Hannoveraner ist immer für ein Tor gut, das wissen spätestens jetzt alle seine Mitspieler.

Dennoch muss er mehr am Spiel teilnehmen, um die Defensive zu entlasten. Auch gegen Fürth verlor er in der Spitze noch zu schnell und zu leicht viele Bälle. Hohe Anspiele auf ihn machen wenig Sinn, auch Bälle abzuschirmen, wie es sein Vorgänger Benschop kann, liegt Ya Konan nicht so. Der 31-Jährige ist ein Torjäger alter Prägung. Und ein paar Treffer mehr würden ihm aber wie jedem Stürmer gut tun. Die Chance dazu wird er ganz sicher erhalten.

TRAINING Die Fortuna kann sich nach dem knappen 1:0 gegen Fürth nicht zurücklehnen. Zwar begann am Montag vor allem für Cheftrainer Frank Kramer eine etwas ruhigere Woche, dennoch zeigte er seinen Spielern auf dem Trainingsplatz, dass es „nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung war, nicht mehr und nicht weniger“. Es müsse genauso akribisch weiter gearbeitet werden, wie bisher. Und die Mannschaft soll sich bestmöglich auf die nächste Herausforderung am kommenden Montag beim FC St. Pauli vorbereiten.

STIMMUNG Die Spieler der Fortuna waren am Montag sichtbar gut gelaunt. Bei den Einheiten konnte Kramer bis auf die Langzeitverletzten Christian Gartner, Christopher Avevor und Sergio Pinto sowie Ex-Kapitän Adam Bodzek auf alle Profis zurückgreifen. Bodzek klagte über muskuläre Probleme und trainierte deshalb individuell. Axel Bellinghausen und Mathis Bolly, die länger verletzt waren, haben gegen Fürth die nötige Aggressivität und Leidenschaft mitgebracht. Allerdings waren beide noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, was ihnen auch am Montag noch anzumerken war. Jetzt haben sie eine gesamte Trainingswoche Zeit, wieder zu alter Stärke zu finden, um der Mannschaft in Hamburg erneut helfen zu können.

© WhatsBroadcast

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