Bei den Pokalsiegen 1979 und 1980 hat der Club gezeigt, wie ein Finale zu gewinnen ist.

Die „Vize-Europapokalsieger“ von 1979 wussten ihre Fans an ihrer Seite.
Die „Vize-Europapokalsieger“ von 1979 wussten ihre Fans an ihrer Seite.

Die „Vize-Europapokalsieger“ von 1979 wussten ihre Fans an ihrer Seite.

Klaus Allofs reckt den DFB-Pokal im Jahr 1980 in die Höhe. (Fotos (3): Horstmüller)

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Die „Vize-Europapokalsieger“ von 1979 wussten ihre Fans an ihrer Seite.

Düsseldorf. In Tagen wie diesen, vor dem entscheidenden Drittliga-Spiel der Fortuna am Samstag gegen Werder Bremen II (13.30Uhr, Arena), werden auch die Erinnerungen an die bisherigen Erfolge des Flingerner Fußballklubs wieder wach.

In der Hoffnung auf eine baldige Wiederholung. Dass von vielen Fans das verlorene Europapokal-Finale 1979 dazu gezählt wird, ist so ehrenvoll wie tragisch. Kaum ein anderer Verein dürfte sich an einem verlorenen Spiel so aufhängen wie die Fortuna. Bezeichnenderweise titelte die WZ am 16. Mai, dem 30. Jahrestag, passend: "Die beste Niederlage aller Zeiten".

An mancher Stelle steht "Vize-Europapokalsieger 1979" sogar in der Ruhmesliste. Während der damalige Gegner angesichts von etlichen nationalen Titeln das wohl höchstens noch in Anzahl der Pokalsiege erwähnt. Aber es gibt auch echte Titel, die neben vier Aufstiegen in die erste sowie bisher einem in die zweite Bundesliga zu Buche stehen.

Deutsche Meisterschaft 1933

Allerdings ausgerechnet in jenem schicksalhaften deutschen Jahr, knapp fünf Monate nach Adolf Hitlers "Machtergreifung". Manch Fortuna-Passimist würde den Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft unter dem Hakenkreuz "irgendwie passend" empfinden. Zumal es nach jenem 11. Juni 1933 die einzige blieb.

Doch den Wert dürfte das nicht schmälern, besiegten die Düsseldorfer "Freizeitfußballer" im Endspiel das schon lange Zeit renommierte Team vom FC Schalke 04 mit dem berühmten "Kreisel". Felix Zwolanowski, Paul Mehl und Georg Hochgesang treffen zum 3:0 und beschließen eine denkwürdige Endrunde.

Die Fortuna hatte sich gegen Vorwärts Gleiwitz (9:0), Ariminia Hannover (3:0) und Eintracht Frankfurt (4:0) durchgesetzt, war zuvor in 20 von 21 Pflichtspielen ungeschlagen geblieben. Einzige Ausnahme: Das 0:1 im Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft gegen Schalke. Etwa 20 000 Fortuna-Fans waren unter den 60 000 Zuschauern im Köln-Müngersdorfer Stadion.

Amateurmeisterschaft 1977

Trotz der Vizemeisterschaft 1936 (1:2 gegen Nürnberg) und mehrerer Endspielteilnahmen im Pokalwettbewerb dauerte das Warten bis zum nächsten nationalen Titel bis 1977. Und dann war es noch nicht einmal ein "echter". Aber der Gewinn der "Deutschen Amateurmeisterschaft" durch die zweite Mannschaft, der "Carl-Riegel"-Pokal, leitete die schönsten Jahre des Vereins ein.

Die Fortuna-Reserve schlug den SV Sandhausen, mit dem es in der jetzigen Drittliga-Spielzeit ein Wiedersehen gab, mit 1:0 im Hinspiel vor 12.000 Zuschauern am Flinger Broich und schaffte im Rückspiel ein 2:2. Das Team war eine Mischung aus erfahrenen Haudegen wie Peter Biesenkamp und Hardy Helmreich sowie jungen Nachwuchskräften wie Sepp Weikl und Hubert Schmitz.

DFB-Pokalsieg 1979

Am 23. Juni 1979 endete ein regelrechtes Trauma mit dem ersten Gewinn des DFB-Pokals. Fünf Pokal-Endspiele hatte die Fortuna verloren - und fünf Wochen zuvor noch jenes Europapokal-Finale gegen den FC Barcelona (3:4 n. V.). Über 10.000 Fans begleiteten die Düsseldorfer nach Hannover ins Niedersachsenstadion in der Hoffnung auf ein Ende dieser unglaublichen Pechsträhne.

Und sie wurden nicht enttäuscht: Durch ein Tor in der Verlängerung von Wolfgang Seel, der eine Rückgabe zum Torwart abfing und ins Netz spitzelte, gelang der Mannschaft von Trainer Hans-Dieter Tippenhauer vor 56.000 Zuschauern das 1:0 gegen Hertha BSC Berlin.

DFB-Pokalsieg 1980

Die Erfolgsgeschichte ging allerdings nicht nahtlos weiter. In der Saison darauf schied die Fortuna in der ersten Runde des Europapokals aus und kämpfte lange um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Jedoch sollte es im Pokal wieder richtig rund laufen: Zum dritten Mal in Folge gelang der Einzug ins Endspiel, was vorher nur Schalke 04 zwischen 1935 und 1937 gelungen war.

Das i-Tüpfelchen war der Sieg am 4. Juni 1980, denn mit dem 2:1 gegen den 1. FC Köln glückte die Revanche für das verlorene Finale von 1978. Für die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel erzielten Rüdiger Wenzel und Thomas Allofs die Tore vor 56.000 Zuschauern im Gelsenkirchener Parkstadion. Mit der Verteidigung des Pokaltitels gab es eine beispiellose Serie: Fortuna ist der einzige Club in Deutschland, der im DFB-Pokal 18 Spiele in Folge gewonnen hat (1978 bis 1981).

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