Die Nachricht des Tages war der Rücktritt von Finanzvorstand Jörg Eicker, der freiwillig nach einem halben Jahr seinen Abschied angekündigt hat.

Hauptversammlung
Auf der Bühne der Jahreshauptversammlung: der Vorstand der Vereins und der Aufsichtsrat. Oben links blieb der Platz von Aufsichtsratsmitglied Joachim Hunold frei.

Auf der Bühne der Jahreshauptversammlung: der Vorstand der Vereins und der Aufsichtsrat. Oben links blieb der Platz von Aufsichtsratsmitglied Joachim Hunold frei.

Christof Wolff

Auf der Bühne der Jahreshauptversammlung: der Vorstand der Vereins und der Aufsichtsrat. Oben links blieb der Platz von Aufsichtsratsmitglied Joachim Hunold frei.

Düsseldorf. Angesichts der Tabellenführung der Mannschaft wäre es verwunderlich gewesen, wenn die Jahreshauptversammlung am Sonntag von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf nicht in einem vollkommen ruhigen und harmonischen Rahmen verlaufen wäre. Die Nachrichten und Zahlen, die die Vereinsverantwortlichen präsentierten, verstärken auch noch die positive Grundstimmung in Richtung Zukunft. Mit Bedauern nahm die Vereinsführung allerdings zur Kenntnis, dass Finanzvorstand Jörg Eicker überraschend bereits nach einem halben Jahr aus anscheinend aufgetretenen Differenzen die Konsequenzen gezogen hat und sein Amt in den nächsten Tagen niederlegen wird. „Von der gelegten Basis wird der Verein profitieren, den Umsatz erhöhen, in die Gewinnzone kommen und die Liquiditätsreserve erhöhen“, sagte Eiker. „Es ist mein eigener Wunsch, und noch weiß ich nicht, was ich künftig machen werde.“ Reinhold Ernst, Fortunas Aufsichtsratsvorsitzender, bedankte sich für die wichtige Arbeit, der sich auch das Lob an dessen Vorgänger Paul Jäger anschloss.

Vereinsführung ist überzeugt, dass die Trendwende geschafft ist

Sowohl der Vorstandsvorsitzende Robert Schäfer, der mit 93,94 Prozent von den Mitgliedern entlastet wurde, als auch der Vorsitzende des Kontrollgremiums wagten einen positiven Blick in die Zukunft. „Der Spruch ,Wir waren auf den Aufstieg nicht vorbereitet’ wird es bei Fortuna nicht geben“, sagte Ernst. „Wir werden unseren eigenen Weg weitergehen – als Verein im modernen Fußball.“ Zu dieser Herausforderung stehe der Verein zu 100 Prozent.

Ähnlich äußerte sich auch Robert Schäfer, der glaubt, dass der Verein inzwischen seit seinem Amtsantritt eine sehr gute Entwicklung genommen habe. „Auch sportlich ist die Trendwende geschafft. Wir sind jetzt vorbereitet auf den Erfolg.“ Der Vereinsboss freue sich einfach, dass Leute auf ihn zukommen und erklären, dass ihnen Fortuna auch nach einer Niederlage wie im Pokal gegen Gladbach wieder Spaß machen würde. Als Erfolge der jüngsten Arbeit nannte Schäfer vor allem die Bindung von jungen Talenten – den 5-Jahres-Vertrag für Marcel Sobottka nannte er als Beispiel –, den besten Ausrüstervertrag („aller Zeiten“) mit Uhlsport, der gut dotierte Abschluss mit Hauptsponsor Orthomol, die frühzeitige Bindung der Premium-Partner und die Einrichtung eines Arena-Fan- und Online-Shops sowie eines neuen Ticketing-Systems. „Das künftige Ziel kann nur sein, authentisch und mit Fans und Umfeld im Gespräch zu bleiben“, erklärte Schäfer.

Kritische Wortmeldungen aus dem Kreis der Mitglieder gab es natürlich auch. An der grundsätzlichen Ausrichtung des Vereins gab es hingegen keinen Zweifel. Der Wahlausschuss der Fortuna erklärte zudem ausführlich, warum Wolfgang Fiegen nicht zur Aufsichtsratswahl zugelassen worden war. Persönliche Gründe (angebliche gerichtliche Verurteilungen sowie moralische Verfehlungen) und Krankheit seien ausschlaggeben für die Nichtzulassung gewesen. Wolfgang Fiegen sprach von einem „schwarzen Sonntag“ für die Demokratie und wies alle Anschuldigungen zurück. Aus Protest verließ er bei den Wahlen zum Aufsichtsrat (siehe nebenstehenden Artikel) den Arena-Innenraum.

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